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Der Israelit · 1867-08-28 · Heft 35 (28.8.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 35 (28.8.1867)
Date
1867-08-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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607 benutzt, seine Mitbrüder zum echten Glauben der Väter zurückzuführen. Soviel ich weiß , ist dieser Herr Consul der Vereinigten Staaten. Sein Bruder, Herr Ascher Hart, der jetzt in England wohnt, war einer der ersten Juden in Victoria; seine Verdienste für das Judenthum in Melbourne find groß, aber man hat fein segensreiches Wirken vergessen. Zwei Wohlthätigkeitsanftalten sind dahier, die theilweise auch vom Staate unterstützt werden. Die „Philanthropie Society“ ist schon lange errichtet und hat einen guten Zweck, verdiente jedoch reichlichere Unterstützung als sie in der That erhält. Asien. Smyrna. Wir erfahren zu unserem Vergnügen, daß die christliche Geistlichkeit dieser Stadt mit den Vertretern der altern Confeffionen in freundschaftlichster Beziehung steht. So stattete jüngst der griechische Erzbischof, begleitet von seinem Clerus, dem Oberrabbiner Haim Palacci einen Besuch ab. Derselbe wurde von dem Oberrabbin-r "nt allen Ehren seines Ranges empfangen, und d-?r Erzbischof machte die Mittheilung, daß auch der griechische Patriarch in Konstantinopel den Obecrabbiner dieser Stadt besuchen werde. Dieses freundschaftliche Einvernehmen wurde durch die edle Handlung der Juden in Smyrna hervorgerufen, welche', wie wir bereits mitgetheilt haben, sechs Glocken, die auf Candia geraubt und in Smyrna verkauft worden, diese der christl. Gemeinde schenkten. — (Jew. Chron.) Feuilleton Des Königs Kidam. (Fortsetzung.) VII. Als Rabbi Sabbathai die Leiche seines Kindes im Walde nicht mehr vorgefunden hatte er sich in tiefstem Kummer entfernt; er war nachPrinsk zurückgekehrt und hatte dort nichts als einen Schutthaufen vorgefunden; nur der Gedanke an Gott vermochte ihn zu stärken, ihn aufrecht zu erhalten. Er wanderte durch ganz Litthauen und Polen, und wurde überall, wo er seinen Namen nannte, mit den größten Ehrenbezeugungen empfangen; jede israelitische Gemeinde schätzte sich glücklich, einen Mann wie Rabbi Sabbathai in ihrer Mitte zu beherbergen; die ehrenvollsten Anerbietungen schlug er aus; er wollte nach seinem Kinde forschen, denn ein unnennbares Gefühl, eine untrügliche Ahnung sagte ihm, daß es wieder zum Leben erwacht und noch am Leben sei. Allein alles Suchen und Forschen war vergebens; so gab er endlich dem drängenden Bitten der großen israelitischen Gemeinde zu Hoüischau in Mähren nach, begab sich dorthin und nahm den dortigen, gerade erledigten RabbinatSsitz ein. Hier verheirathete er sich wieder, und es ward ihm ein hoffnungsvoller Sohn geboren; allein der Gedanke an feiue Esther wich nicht aus seinem Herzen; täglich flehte er zu Gott um die Wiedervereinigung mit chr. Da geschah es eines Tages, daß ein fremder polnischer Jude nach Hollischau kam und vom Rabbiner zu Tische geladen wurde Der Fremde erzählte während der Mahlzeit, daß ein unbekanntes jüdisches Kind am Hofe zu Krakau als Gespielin der Königstochter erzogen werde, und daß jenes Kind sich geweigert habe, verbotene Speise zu genießen, so daß man eine jüdische Frau beauftragen mußte, täglich jüdische Kost in das Schloß zu liefern. „Kennt Ihr nicht den Namen des Kinds?" fragte Rabbi Sabbathai gespannt. „„Man nennt sie nur,"" entgegnete der Fremde, „„die schöne Esther!"" „O, das es meine Esther wäre!" rief der Rabbi hoffnungsvoll aus. „Und wißt Ihr nicht," fragte er den Fremden, „wieso das Kind an den Hof gekommen V‘ „„Man sagt,"" erwiderte dieser, „„der König habe sie auf der Jagd für todt im Walde gefunden."" Am andern Tage nahm Rabbi Sabbathai Abschied von Weib und Kind, um in Krakau seine so lang verlorene Tochter zu suchen. Als er nach Krakau kam, erfuhr er, daß sich der Hof in Litthauen befinde. Auch dorthin wanderte er zugleich in der Absicht, auf dem Grabs feiner Eltern zu beten. Welche Gefühle bestürmten den hartgeprüften Mann, als er nach langer Abwesenheit sein Heimathland wiederbetrat! Seine ganze Jugend, alle seine Erlebnisse zogen an seinem geistigen Auge vorüber. In diesem Lande hatte rr zu den Füßen seines Vaters, Rabbi Meir Hacohen, geseffen unv den ersten Jngendunterricht empfangen. Noch fast ein Kind, hatte er durch seine großen Gaben die Aufmerkjamkeit Aller auf sich gelenkt, so daß ihn der hochangesehene Rabbi Wolf Wilner, der Enkel des Rema, zu seinem Eidam erkoren und ihm feine Tochter Mirjam zur Frau gegeben. Rabbi Wolf war ein Juwelier und hatte Rabbi Sabbathai Theil an seinem Geschäfte gegeben; da war der junge Mann häufig nach Leipzig zur Messe gereist und hatte dort glänzende Geschäfte gemacht; er hatte es verstanden, die kostbarsten Juwelen billig einzukaufen, die dann in der Heimath um hohen Preis verwerthet wurden. Rabbi Sabbathai, der Geschmack an diesem Geschäfte fand, wäre ein Millionär geworden. Aber einst erschien ihm sein unterdeß verstorbener Vater im Traume und rief ihm zu: „Mein theurer Sohn, du köstliches Juwel Israels, deffen Glanz Jahrhunderte hindurch strahlen sollte — wie

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