Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-08-28 · Heft 35 (28.8.1867) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 35 (28.8.1867)
Date
1867-08-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447326--05426-2460932
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

606 England. London. In England existirt ein Uvterstützungsverein für arme Israel. Auswanderer. Dem Rechenschaftsbericht desselben entnehmen wir, daß im Jahre 1866 der Verein eine Einnahme von 13.000 Fr. hatte und daß 147 Personen die Mittel zur Auswanderung gegeben wurden. 26 dieser Auswanderer haben sich in Australien und 121 in den vereinigten Staaten Nordamerika's niedergelassen. Frau Abraham Montefiore hat diesem Verein ein Geschenk von 7500 Fr. gemacht. Schweden. Stockholm Herr C. D. Philipson aus Norrköping wurde von der preuß. Regierung zum Consul crnannt. Die schwedische Regierung hat Herrn P. Goldenblum in Port-au-Prince auf Haiti (Westindier:) dar Coniulat übertragen. hHamagid.) Donaufürstenthümer. Bukarest, 22. Augrst. Sir M o s e s M o n t efiore ist hier eingetroffen. Australien. Sydney. Einer Correspondenz des „Iew. Mess." Über Australien von Sholman ben Jitzchok entnehmen wir Nachstehendes: Da ich weiß, daß Sie für alles das. was unsere Glaubensbrüder betrifft, großes Interesse haben, so glaube ich auch, daß Sie gerne einen kurzen Bericht über unsere Glaubensgenossen" in Australien, besonders über die in den Hauptstädten Sydney, Melbourne und Hobert Town — in die Spalten Jh-! rer Zeitung ausnehmen werden. Ich kann bestimmte Nachrichten über die Israeliten dieser Städte geben, da ich in allen drei gewohnt habe. Die Juden in Sydney nähern sich jetzt viel mehr! dem orthodoxen Principe ihrer europäischen Brüder j als früher. Diese erfreuliche Aenderung ist besonders j das Werk des Herrn A. B. Davis, dessen Populär:- > tät als Prediger mit jedem Tag zunimmt. Zwei Sy-! nagogen sind hier. Bei der andern Synagoge 'st Herr j Salomon Philipps Geistlicher. Derselbe ist ein alter < Colonist und recht populär, wenn auch nicht in dem Maaße, wie Herr Davis. Es war eine Zeit, wo die Entweihung des Sabbats eine Regel war, jetzt ist sie, wie ich zu meiner Freude mittheilen kann, eine Ausnahme. Die Zahl der Israeliten in New-South Wales ist 2000, und ihre politische Stellung überragt bei Weitem das, was sie im Mutterlande erreicht hätten. Viele sind bei der Leg'slatnr angestevt und einer war Minister gewesen. j Hobert Town hat nur eine kleine Zahl Israeliten; aber sie sind Alle sehr religiös. Ein Herr Goldrich ist ihr Geistlicher und wirkt mit großem Erfolge unter seinen Glaubensgenossen. Ungefähr 100 Israeliten wohnen da. Der Sabbat wird streng gehalten und alle Ceremonien und Feiertage genau beobachtet. Für eine Stadt wie diese, die vor wenigen Jahren noch kernen öffentlichen Religionsbeamten hatte, und in der jetzt die Mitglieder der Gemeinde der Religion mit ganzem Herzen zugethan sind, ist diese erfreuliche Erscheinung ein bedeutender Fortschritt unserer Zeit und ein Zeichen der unvergänglichen Liebe zu dem Gotte unserer Väter. Ich komme nun auf Victoria, jetzt die wichtigste dieser Colonien, zu sprechen. Als ich dieselbe verließ, war der schon längst erwartete Geistliche, Herr Ornstein, angekommcn, über den ich weiter unten referiren werde. In Melbourne sind jetzt zwei Synagogen. 2500 Israeliten wohnen daselbst. Die „Sherith Israel- Synagoge" ist in der That ein hübsches Gebäude und steht auf einem erhöhten Platz, so daß sie von jedem Stadttheile ans sichtbar ist. Was Religiösität betrifft, bedaure ich sagen zu müssen, daß ich hier mehr Heterodoxie als Orthodoxie gefunden habe; denn mit nur wenigen Ausnahmen haben die Leute wenig religiösen Sinn. Die Synagogen werden am Sabbat kaum vom zehnten Theil der Gemeindemitglieder besucht. Das meiste Uebel wurde durch den Gemeindevorstand verursacht. Männer wurden in den Vorstand gewählt, die sich früher niemals hätten träumen lassen, in eine große Gemeinde nur ausgenommen zu werden. Das arrogante Gebühren dieser Leute erregt rur Widerwille bei dem gebildeten Theile der Bevölkerung. So hat man aut- Caprice und Haß sämmtliche angcstcllte Beamte entlassen und an ihrer Stelle unfähige Lutte, ^ie ihrer Ausgabe nicht gewachten sind, engagirt. Herr Eduard Cohen ist nunmehr zum drittenmal als Präses des Vorstandes gewählt worden. Dieser Mann könnte unter seinen Glaubensgenossen viel wirken; aber unglücklicherweise scheinen unsere einflußreichen Männer davor zurückzuschrecken, ihren Einfluß auf die Gemeindemitglieder zu benutzen. Der Unternehmenste unserer Glaubensgenossen ist Herr Nathaniel Levy von der Firma John Levy und Sohn. Er ist Mitglied der Legislatur. Der Geistliche, Herr Ornstein, soll, wie ich vernehme, den Erwartungen der Gemeinde entsprechen. Er ist ein ausgezeichneter Redner und ein sehr thätiger Mann, der seine Zuhörer zu religiöser Begeisterung Hinzureißen versteht. Er ist auch ein vorzüglicher Lchrer und zeigt lebhaftes Interesse für das Gedeihen der Gemeindeschule. Von den von der Regierung ernannten Commisfionsmitgliedern für das Schulwesen ist, als rühmliche Ausnahme von der schlechte« Regel, Herr Jsak Hart hervorzuheben, der seinen Einfluß dazu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.