Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1867)
- Date
- 1867-08-21
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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599 Unterrichtung zugewandt, weil sie in dieses Meer nur als bald verschwindender Tropfen fallen könnten. Geringen Fond hielt ich auskömmlich nur mit der Placirung junger Leute zu beginnen, nicht für Erziehungszwecke. Die Bestrebungen in dieser Richtung, meinte ich im Gegentheil, müßten für jetzt dem Eifer und guten Willen der Gemeinden und der Einzelnen überlassen bleiben, während eine einheitliche, allgemeine Organisirung riesige Geldmittel voraussehe und ihr erst durch weitere Belebung und größere Verallgemeinerung der G. s. d. theilweise schon mehr und mehr bemerkbar werdenden heilsamen Regungen innerhalb des orthod. Judenthums der Pfad geebnet werden müsse, sie also einer hoffentlich nicht zu entfernten Zukunft zu reserviren sei. Die Verwaltung des Sch. Sch. Ver. betreffend, hatte ich allerdings dafür gehalten, daß alle Comitö's, Haupt-, sowie provinzielle (und locale, wenn solche für nützlich erachtet) zu erwählen sein, nur mit der Maßgabe, daß lediglich diese am Orte des Sitzes dieser Cvmitss wohnenden Mitglieder die Wahlen derselben vollzichen sollten, da doch anzunehmen ist, daß die Summe des gesunden und Gemeinsinnes dieser beschränkteren Zahl ziemlich genau diejenige der großem, alle den resp. Haupt- und Provinzial-Conntös zugehörigen Mitglieder in dm verschiedenen Städten, umfassenden Zahl ziemlich genau repräsentirt, und also gleiches Resultat erzielen, o. h. solche Männer in diese Comites wählen wird, welche allen zugehörigen Genossen auch an anderen Orten genehm sind. Zudem besitzen die nicht am selben Orte wohnendw Mitglieder wohl selten die genügend große und genaue Persouenkenntniß, um in chren Abstimmungen selbstständig zu Werke und nicht fehl zu gehen; sie werden der Beeinflussung von Freunden, Bekannten oder Agitatoren folgen müssen, und also, bei überhaupt schwierig zu bewerkstelligender Theilnahme an den Wahlen, helfen ein gegen die öffentliche Meinung gefälschtes Wahlergebnis herzustellen. An Stelle einer solchen offenbar uachtheiligen Betheiligung würde es — dünkt mich — ein Präservativ und genügender Ersatz sein, den Pro- Vinzial-ComitöS im Berhältniß zu den Haupt-Com. und ebenso den localen in ihrem Verhaltniß zu den provinzialen innerhalb festgesetzter Frist Majoritätsveto einzuräumen. Es würde dadurch allen Uebergriffen, Umtrieben und Sonderbestrebungen, die etwa — was indeß kaum zu befürchten — bei einer Wahl zur Geltung kommen möchten, ein Riegel vorgeschoben. Es wäre auch sehr nützlich, wenn die Provinzial- Comites in die Haupt-Com. mindestens je ein Mitglied deligirten, welche der alljährlich stattfindenden ordentlichen Generalversammlung ebenso wie die außerordentlichen anwohnen müßten. Außerdem wären dieselben zu autorisiren tn den gewöhnlichen (bei den "Central- Comites mindestens 1 Mal monatlich und bei den Provinzial -Comitös mindestens 2monatlich stattfindenden) Versammlungen an der Discnffion aller zur Verhandlung kommenden, das Allgemeine berührenden Angelegenheiten, welche vorher stets durch Circulation zur Kenntniß der betreffenden Comitös zu bringen sind, schriftlich oder mündlich und stimmberechtigt Theil zu nehmen. So wäre doch in gesichertester und nach allen Seiten befriedigender Weise eine einheitliche und ineinandergreifende Organisation hergestellt, deren Ausführung keine erheblichen Schwierigkeiten zu überwinden haben möchte. Die skizzirten Punkte würden sich leicht in einige Paragraphen reihen lassen. Hr. Or. H. hält nun directere Behelligung an den Wahlen für geboten, weil er Niemandes Rechte verletzen will, nicht einmal die Sondermtereffen, die sich vielfach bei dieser Gelegenheit Berücksichtigung zu verschaffen suchen werden; aber gerade das letztere bestimmt mich zu wünschen, daß von dieser ausgedehnteren Berechtigung Abstand genommen werde. Dem großen Zwecke des Vereins gegenüber muß jedes particulare Desiderium in den Hintergrund gedrängt werven. Mögen immerhin lieber dieienigen, die ihre Mitgliedschaft zu eigenen Zwecken ausnützen wollen, dem Verein den Rücken wenden, als daß dadurch, daß sie denselben ihrem Egoismus dienstbar rnachm, viele Wohl- und Redlichdenkende, die nur um der guten Sache willen beitreten würden, sich hiervon abhalten ließen. Ich komme zur schwierigsten und bedenklichst erscheinenden Frage, derjenigen der Beziehungen der bnden Vereine in Deutschland und Oesterreich untereinander, deren ersierer anfänglich nur für Placirung junger Leute, letzterer hauptsächlich für Verlegung des Samstagsmarktes in Aussicht genommen war. Sind dieselben überall und ganz in eiue gemeinsame Organisation zu fassen, oder ist von im Großen und Ganzen festgehaltener Selbstständigkeit in Verfolgung des allerdings einheitlichen Zieles, das man aber hüben und drüben aus durchaus verschiedenen Wegen erreichen will, der vollständigste Erfolg zu erhoffen? Jnvolvirte letztere Alternative, die von Hrn. vr. H. perhorrescirte Zerreißung gleicher Bestrebungen also Beeinträchtigung der guten Sache und nur entfernt, eine Trennung inmitten unserer Brüder, es wäre jedes dahin zielende Wort >als Verrath zu brandmarken, jeder Gedanke daran verfehmt. Stellen wir aber die Sache klar in ihrer Tragweite. Die jüngst von mir zu Gunsten getrennter Geschäftsführung angeführtes theoretischen Gründe erscheinen mir allerdings durch die sehr triftige, mit Thatsachen belegte Gegenbeweisführung des H. Vr. H. erschüttert. Ich gehe auf seine» Plan der Affocirung beider Vereine auf einen einzigen ein, halte auch dafür, nachdem H. vr. H. für beide Theile die Rothwendigkeit,