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Der Israelit · 1867-08-21 · Heft 34 (21.8.1867) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 34 (21.8.1867)
Date
1867-08-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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592 Amerika. Venezuela. Der Präsident der Republik Venezuela hat unserm Glaubensgenossen, Herrn Jsak Emil Silva aus Bayonne, Consul dieser Republik in San Sebastian (Spanien), die Decoration des Simon Bolioar-Ordens verliehen. (Arch. JSr.) Feuilleton. David Wuöem und M. Salomo Molchs. Von übraliam Tendlau. (Fortsetzung.) XIII. „Eine Zeit zum Schweigen" — zur Zeit, wo die Welt unter dem Zorne steht, — so wie es heißt:M) Verbirg Dich einen Augenblick, bis vorüber ist der „Zorn," — und „eine Zeit zum Reden" — wenn über die Welt die Zeit der Willfahrung aufgegangen, da öffnen sich die Thore der Barmherzigkeit. und da darf der Mensch reden und für seine Bedürfnisse beten und Gott wird sein Begehren erfüllen.— „Eine Zeit zu lieben" — Israel wenn der Herr seiner in der Verbannung gedenken wird, so wie es heißt: ^) „Ich liebe Euch, spricht der Herr, — und „eine Zeit zu hassen — Esau, ob der Gewaltthätigkeit gegen seinen Bruder Jakob, so wie es ebendaselbst heißt: „Und Esau haßte ich." — „Eine Zeit des Krieges" — wenn alle Völker sich nach dem Lande der Herrlichkeit versammeln, so wie es heißt: 23) „Ich will alle Völker vor Jerusalemversammeln zum Kampfe!" — aber auä) „eine Zeit des Friedens" — wenn der Herr ausziehen wird zum Streite mit den Völkern und zurechtweisen wird viele Nationen, und sie ihre Schwerder umschmieden werden zu Pflugschaaren, und Meschiach, der Sohn David's, sich uns offenbart und Frieden spricht den Völkern allen; wenn über uns die Zeit der Gnade aufgeht uud die wechselvollen Zeiten, die bald guten und bald schlimmen, unter dem Monde enden, und die guten andauern und nicht mehr veränderlich sind wie die Tage des Mondes, so wie es heißt:5i) „und der Frieden wird groß sein bis kein Mond mehr ist." — 51) Jes. 26, 20. — Vrgl. Berachoth 7, a. — 52) Malachi 1, 2. 3. — 53) Sechar. 14, 2. — 54) Ps. 72, 7. — Haben nun diese achtundzwanzig Zeiten, in welchen das Werk Gottes angedeutet ist, sich vollendet, dann wird das Haus Jakob seinen Erbsitz wieder inne haben, so wie wir bereits gesagt: „Die Macht55) seiner Werke verkündet Er seinem Volke, ihm zu geben das Erbe der Völker." — Jetzt aber befinden wir uns in der Zeit der Liebe, so daß der Herr an uns sein Wort bestätigen wird:56) „Mit ewiger Liebe lieb' ich Dich; darum wand' ich meine Huld Dir zu." — Aber es ist mir bange, eine Sünde könnte, Gott behüte! obwalten, ein Unglück könnte an dem Orte, wo ganze Scharen wilder Thiere mir ausiauern, mich fressen, und so dachte ich, Die welche im Lande der Herrlichkeit wohnen, anzuflehen, daß sie für mich beten gegenüber dem Hause unserer Heiligkeit und Herrlichkeit, wo ja das Thor sich befindet, von welchem aus das Gebet zum Himmel steiget; daß sie den Heiligen, gelobt sei Er! bitten, Er möge stets mit mir sein und mich behüten auf allen Wegen, die ich gehe, und mir Helfer und Stütze sein allüberall!-Ist doch das Gebet im heiligen Lande das vorzüglichste; dort wird es angenommen und ist vor Gott mehr geachtet, als das Gebet der Engel. — Ich möchte wohl hierüber ein großes Geheimniß offenbaren, möchte sagen, wie die sechsfach geflügelten Engel,57) Tag für Tag, mit den Schwingungen eines andern Flügels ihre Loblieder vor Gott anstimmen und sich gegenseitig zurufen: „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn Wunder hat Er gethanl" wie sie am heiligen Sabbat aber, an dem Tage, den der Herr selbst gesegnet und geheiligt hat — weil der Wechsel der Flügel bereits mit dem Freitag geendet — von Gott angewiesen werden, in das Lob seiner Kinder im heiligen Lande einzustimmen, und wie sie da hingehen und mit Israel lobpreisen: „Die Herrlichkeit Gottes wird ewig dauern, der Herr hat Freud' an seinem Werke!" — Dieß alles möchte ich sagen und noch Manches mittheilen; aber der Heilige gelobt sei Er! spricht: „Mein Geheimniß gehört mir! Mein Geheimniß gehört mir I" —58) und es ist mir nicht gestattet, mehr zu offenbaren, wenn auch des Neuen an jedem Morgen noch so viel ist. — So will ich denn nicht länger hierbei verweilen, nur wisset noch, daß ich von allem Guten, welches Gott wir erweisen wird. Euch Mittheilung machen werde. Ich schicke die Briefe über Venedig durch einen zuverlässigen Mann mit Namen Maestro Eliah, Arzt und Schwiegersohn des ArzteS Maestro Kalo. So möget auch Ihr thun, mir stets zu schreiben und durch ihn Eure Briefe über Venedig mir zu senden. — 55) Koach, s. oben. — 56) Irrem. 31, 3. — 57) Vergl. Jes. 6, 2. — 58) Jes. 24, 6. — S. die Erklärung des Rikam. —

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