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Der Israelit · 1867-08-21 · Heft 34 (21.8.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 34 (21.8.1867)
Date
1867-08-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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591 Ehron." mit Recht folgende charakteristische Stelle wiedergibt: „Mein -;eichenbegängniß soll einfach sein und so wenig als möglich kosten, keine Equipagen sollen folgen. Unsere geliebte Königin hat bei Gelegenheit des Leichenbegängnisses ihrer Mutter, der Herzogin von Kent, das Beispiel der Einfachheit gegeben. Außerdem ist dieser Gebrauch nicht neu: er ist schon von uralter Zeit bei den Juden eingeführt. Viele Jahrhunderte vorher, bevor unsere Königin gehandelt hat, wie ich mitgetheilt, hinterließ eine sehr hohe Persönlichkeit, ein Abkömmling der königl. Familie Davids, ein Mann, welcher die Freundschaft des damaligen römischen Kaisers genossen, Rabbi Jehuda, der Fürst, der Sammler derMlschnah — ähnliche Instructionen für sein Begräbniß, und Maimonides, der große Gelehrte, sprach sich über diesen Gegenstand so aus: die Trauerkleider sollen einfach sein. Es ist gegen das Gesetz, Jemanden in seidenen oder gestickten Kleidern zu begraben, selbst nicht einen Fürsten in Israel, denn das sind Zeichen der Eitelkeit und Gebräuche der Heiden." Donaufürstenthümer. Bukarest, 31. Juli. Vor einigen Tagen langte in Galacz auf einem Lloyd-Dampfer ein Jude ans Jerusalem an, der mit einem österreichischen Passe versehen war. Seinem Landen im Hafen wurde keine Schwierigkeit entgegengesetzt, nur sein Patz verblieb in den Händen des diensthabenden rumänischen Officiers. Der Ankömmling wohnte während der kurzen Zeit seines Aufenthaltes bei einem jüdischen Hauseiaenthümer, und als er abreisen wollte, begab er sich in Begleitung eines jungen Juden als Dolmetsch in den Hasen, um seinen Paß vom Officier zurückzuerlangen. Der Officier ließ Beide verhaften; der Dolmetsch wurde zwar nach Verlauf von 24 Stunden aus dem Arreste entlassen , der aus Jerusalem zugereiste Jude aber verschwand spurlos — Niemand hat ihn seit der Zeit wiedergesehen — seine Effekten verblieben in Galacz. Die „Gazetta de Jassy" vom 21. Juli theilt ein Schreiben aus Bakow mit, in dem ihr Correspondent die Ansprache des Herrn Bratiano citirt, welche dieser an das dortige versammelte Beamten - Personal in der Absicht gerichtet hat, um den Beamten ein durch das Gesetz maskirtes Mittel zur wirksamen Verfolgung der Juden an die Hand zu geben. Diese Ansprache des ersten Würdenträgers Rumäniens lautete: „Es muß zugegeben werden, daß es sehr schwierig sei, auf gesetzlichem Wege mit einem Schlage der Juden sich zu entledigen; aber die Juden haben, wie die Herren wohl wissen, Pachtverträge mit dem Aerar und mit Privatpersonen, befassen sich mit der Einhebung der Verzehrungssteuer in den Gemeinden u. s. w. Aus allen diesen Verhältnissen entstehen leicht Klagen und Processe. Nun ist nichts einfacher, als daß die administratwen Behörden und die Gerichte jedesmal, so oft ein Jude mit einer Beschwerde oder einem Rechtsstreite auftritt, die gesetzliche Hilfe verweigern. Wohin immer die Juden sich wenden mögen, sollen sie nicht angehört und ihre Reclamationen nicht berücksichtigt werden, und dann werden sie gewiß genöthigt sein, aus einem Lande zu flüchten, in dem sie weder Schutz noch Gerechtigkeit finden." (R. fr. Pr.) Gttlacz, 6. Aug. Zu den Judenverfolgungen schreibt die „N. fr. Pr.": „Mit dem heute Morgens hier ans Konstantinopel angekommenen Dampfer . Normanby" langten sieben Israeliten, versehen mit gehörig vidirten Reisepässen, an; unter diesen befanden sich zwei k. k. Unterthanen Namens Jankiel Klein und Salomon Faingold, die durch die Moldau nach Galizien reisen wollten; der Eintritt wurde ihnen verboten und der Hafen-Osficier verwehrte ihnen den Austritt aus dem Schiffe. Vergebens beriefen sich die Leute aus ihre theils k. k. österreichischen, theils türkischen makellosen Rcise-Documente. Der Officier sagte scherzend den Leuten: „Es ist doch viel vernünftiger, ihr bleibt auf dem Schiffe, als daß wir euch in die Donau werfen." Als dem?. k. Consul Hrn. v. Kremer berichtet wurde, wie die rumänischen Organe die k k. Reisepässe respectiren, begab er sich persönlich zum Hafen, langte aber zu spät an, da der Dampfer mit diesen sieben Passagieren nach Braila abgegangen war. Wie wir hören, hat der kais. königl. Consul gegen diese Willkür protestirt und Gcnugthuung verlangt — ob es etwas helfen wird, bleibt dahingestellt; wahrscheinlich wird der Präfect, wenn er von seiner Regierung darüber befragt wird, durch Lüge und Entstellung der Wahrheit sich aus der Affaire ziehen. Ist ja auch über die früheren Gräueltaten auf die unverschämteste Weise gelogen und berichtet worden, und ließ sich Lupasko von dem Judenverfolgungs-Club Dankadressen für seine Energie und seinen Patriotismus votiren. Ungeachtet aller Gegenversicherungen werden Juden nicht nur auf dem flachen Lande, sondern auch hier auf öffentlicher Straße insultirt, und wenn sich so Einer bei der Polizei beklagt, so wird er von den Organen derselben dort erst recht mißhandelt und, um diese Gemeinheit zu beschönigen, auf 24 Stunden eingesperrt. Wenn diese Grausamkeiten von oben herab nicht angeordnet wären, würden sich die subalternen Beamten solches doch nicht erlauben. Wenn wir die täglich hier vorkommenden Grausamkeiten aufzählen wollten, würden Diejenigen., welche das Glück haben, in civilisirten Staaten zn leben, es sicherlich nicht glauben wollen."

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