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Der Israelit · 1867-08-21 · Heft 34 (21.8.1867) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 34 (21.8.1867)
Date
1867-08-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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590 zu wollen und hat dies so zart, so fein in der Rückantwort auch anzudeuten gewußt; ist aber mit dem auch genug geschehen? Hat nicht Preßburg den Beruf und die Fähigkeit, an der Spitze der orthodoxen Judenheit in Ungarn, die Leitung derselben zu übernehmen, Positives zu schaffen und die Tendenz dauernd zu begründen? Ja man pflegt allgemein zurückzugreifen. Nicht erst die Ueberreichung des Memorandums an den hohen Cultusminister, das Projekt der Centralgemeinde des Pesther Vorstandes berechtigen zu diesen Fragen, sondern ganz abgesehen von dem, worüber man in Pesth sinnt und dichtet zum Nachtheil und zur Untergrabung der Orthodoxie in Ungarn, bemächtigt sich seit Jahren schon eine gewiffe Unruhe der orthodoxen Judenheit der Unthätigkeit Preßburgs gegenüber. — Die hohen Verdienste des Herrn Oberraböiners wie der Gemeinde in Preßburg werden allgemein mit gebührender Verehrung anerkannt. — Die Leitung der Ieschibah, die erhabene Frömmigkeit, die persönliche Selbstvcrsagung läßt den würdigen Sprossen des “>&id drn erkennen und dringt selbst neologischen Kreisen Achtung ab. Aber mit Bedauern vermißt man die allgemein befriedigende organisirende Thätigkeit, das Ergreifen der Initiative bei allgemeinen und wichtigen Fragen. Man findet mit Recht, wie eine allgemeine Scheu andern Capaci^ täten das Hervortreten verbietet und viele “inn legen sich dem hochverdienten Sohne ihres verewigten Lehrers und Meisters gegenüber, den selbst so viele hervorragende Tugenden und Eigenschaften zieren, daß sie ihm als den Würdigsten unter den Würdigen den ersten Platz B'Enn non sichern, eine außerordentliche Zurückhaltung auf, die bei der conskguenten Passivität kaum entschuldigt, geschweige gerechtfertigt werden kann. Derselbe Geist hat sich auch der Gemeinde Preßburgs bemächtigt, die verdiente Führerschaft wird ihr noch immer gerne und bereitwillig zuerkannt, aber man sehnt sich, man verlangt, man schmachtet — nach Thaten. Entschuldigen Sie diese Exeursion. Wer die Verhältnisse in unserem Lande genau kennt, wird die Ideenassociation leicht begreifen und einer vollen Brust diese kleine Entladung, die in der besten Absicht geschieht, gerne gönnen. Wir kommen auf den unbekannten Verfasser nur noch zurück, um ihm unfern besten Dank zu sagen. Die zweite dankenswerthe Gabe ist, wie schon erwähnt, ein Separatabdruck des letzten Jeschurunheftes. Der geehrte Verfasser ist der Sprosse einer der hervorragendsten Familien in Ungarn; Sohn des dermaligen Rabbiners in Szanto, ist er naher Verwandter der Rabbiner in Ujhely, Trentschin, Palotta, Moor rc. Als ein treuer Sohn Ungarns glaubte er sich verpflichtet, auch aus der Nachbarprovinz Mähren, wo er seit Jahren ehrenvoll als Rabbiner und würdiges Glied m der Mitte so vieler hervorragender Rabbiner wirkt. auf Grund erhaltener Berichte seinen Mahnruf an daS glaubenstreue ungarische israelitische Volk zu richten. -- Herr Dr. L. fürchtet den verderblichen Einfluß Löw's, sein Schmeicheln der ungarischen Nationaleitelkeit und deren Ausbeute zu Gunsten der religiösen Reform. Er ersucht daher die Orthodoxen um sorgsame Pflege der ungarischen Sprache, um Kundgebungen patriotischer Gesinnung und zeigt, daß die orthodoxe Geistesrichtung um so vieles näher steht der eigentlichen edlen magyarischen Denkweise, als die grund- und bodenlose Ncologie und Reformsucht. — Was den Einfluß Löw's betrifft, so wird er wohl von dem Herrn Verfasser des Mahnrufes überschätzt. Der gutgemeinte Rath kommt nicht zur Unzeit und wird auch hier zu Lande vielfach gehört, und waS noch mehr sagen will, vielfach befolgt. Die zahlreichen Verwandt n und Bekannten des geehrten Verfassers mögen indessen ihren Befürchtungen einen zu lebhaften Ausdruck gegeben haben. Man arbeitet hier rüstig in die neue Zeit hinein und wir wünschen unfern Glaubensgenossen jenseits der March, daß sie mit ihren czechischen Compatrioten ebenso schnell und so gut sich auseinandersetzen mögen, wie wir es mit unfern magyarischen mit Gewißheit zu thun hoffen. uiQK Prag. In der Pinkassynagoge wurde am 20. v. Mrs. bei Gelegenbeit des Samstag-Gottesdienstes vom Rabbiner Herrn Dr. Emil Hoff eine Rede gehalten , in welcher derselbe mit geschickter Benützung eines Textes aus dem Wochenabschnitte auf die letzten traurigen Ereignisse in Mexiko zu sprechen kam und der hohen Tugenden des verewigten Kaisers Max gedachte. Ein zahlreiches Publikum folgte mit Interesse dem Vorirage des Redners. Im Tviefter städtischen Ausschüsse wmde zur Sprache gebracht, daß die beiden Triester Abgeordneten sich an den lebhaften Erörterungen, die im Reichsrathe über die praktische Anwendung des Grundsatzes der Gleichstellung aller Religionsbekenntnisse stattfanden, nicht betheiligt haben, obschon ihnen diese Angelegenheit von dem Ausschüsse, der ihnen in seiner Eigenschaft als Landesausschuß die Ueberreichung einer darauf bezüglichen Petition an den Reichsrath anvertraut, besonders ans Herz gelegt worden war. Der Ausschuß äußerte die Hoffnung, daß die Abgeordneten wenigstens ihre Stimmen in dem bezeichneten Sinne abgegeben haben werden, und das Präsidium behielt sich vor, bei einem der Abgeordneten, der gerade in Triest anwesend ist, Erkundigung einzuziehen. England. London. Der vor Kurzem verstorbene Lord Lanover hat ein Testament hinterlaffen, aus dem „Jew.

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