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Der Israelit · 1867-08-14 · Heft 33 (14.8.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 33 (14.8.1867)
Date
1867-08-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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575 das auf das jüdische Eheleben von größtem Einfluß ist, zu wissen nöthig ist. Das Werk tritt uns als Commentar zu dem Abschn. 169 des Eben Hasser entgegen und erlangen wir durch denselben nicht allein ein klares Verftändniß dks besagten Gesetzesabfchnittes, sondern auch eine klare Einsicht in die Quellen, aus denen dieser Abschnitt entstanden ist, so daß vorliegendes Werk nicht allein als ein schätzenswerter Beitrag zur jüdischen Literatur angesehen werden kann, sondern auch dem Thorabefüssenen als für die Erweiterung seines Wissens, dem Rabbinen als treuer Rathgeber für seine Praxis willkommen sein wird. Für denjenigen, der nach einigen Stunden ernsten Denkens sich nach einer erheiternden und aufmunternden Lustpartie in die rosigen Lustgärten der Agada sehnt, sind auch am Ende des Werkes einige intereflante Erklärungen verschiedener Agadastellen geboten. Wir haben es für Pflicht gehalten, durch diese Zeilen die Augen des Publikums, dem noch nicht der Sinn für unsere hl. Thora geschwunden ist, und das sich gern gründlich belehren möchte, auf ein Werk aufmerksam zu machen, das die Vorzüge einer gründlichen Erörterung und einer schönen Diction in sich vereinigt, und dessen niedriger Kostenpreis auch den minder Bemittelten die Anschaffung desselben ermöglicht. Frankfurt a. M., Ende Juli. S. geitungSnachrickten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., im Juli. Der Schule der israel. Religionsgesellschaft Hierselbst ist von Seiten der betreffenden Behörde in diesen Tagen die Berechtigung ertheill worden, daß ihren Schülern, welche die erste Claffe absolvirt haben, der Eintritt zum einjährigen Freiwilligen dienst gestattet ist. Die Bedingung, welche in gleichem Falle der hiesigen israel. Realschule gestellt wurde, daß sie ihre christl. Schüler zu entlassen habe, konnte hierbei selbstverständlich wegfallen! Es bat jener Beschluß einen doppelten Werth für unsere Schule, indem ihre desfallsigen Leistungen anerkannt werden; denn es wird ihr nunmehr, wiewohl zu besorgen stand, eine größere Schülerzahl nicht nur nicht entzogen werden, sondern es wird auch die oft gehörte Klage aufhören, daß unsere Zöglinge unreif die Schule verlassen , um sich ohne vollendete Schulbildung einem bürgerlichen Beruf zu widmen. — Mit Anfang des nächsten Semesters tritt zu allgemeinem Bedauern Herr Dr. Heinemann aus dem Kreise des Lehrer-Collegiums, um einem an ihn ergangenen Rufe nach Hamburg (an der Koref'schen Schule) Folge zu leisten. Man steht diesen verehrten Lehrer nur ungern scheiden, welcher sich in der kurzen Zeit seiner Wirksamkeit an unserer Schule Liebe und Anerkennung in reichem Maße erworben hat. Ob und wie die Stelle bereits wieder besetzt ist, darüber verlautet noch nichts. — Unter dm neugewählten Stadtverordneten befinden sich mehrere Israeliten. Auch ein Mitglied der israel. ReligwnSgesellschalt, Herr Philipp Ellinger, — ein als thätiger und umsichtiger Kaufmann ebenso geachteter Bürger, wie ein um das Wohl unserer Genoffenschaft verdientes Mitglied — befindet sich unter den Gewähltm. Herr Ellinger ist übrigens schon lange Mitglied der Frankfurter Handelskammer. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 22. Juli. In politischen Blättern liest man: „ Tie Auszeichnung eims jüdischen Literaten in Ö sterreich ist eine Neuigkeit, welche in der Literaturwelt mit Jntereffe vernommen werden wird. Moritz Ganz, der Herausgeber der „Debatte," rühmlichst bekannt durch mehrere belletristische Arbeiten, ist in den ungarischen Adelstand erhoben worden. Es ist eine Auszeichnung von doppelter Bedeutung, da es der erste Jude in Oesterreich ist. der rein in Anerkennung seiner literarischen Verdienste geadelt worden ist." (Gegenwart) Neufandez (Galizien) Durch die Ueberschwemmung, die in hiesiger Gegend so großen Schaden angerichtet hat, wurde auch der jüdische Begräbnißplatz in Neusandez unter Wasser gesetzt. Nachdem das Waffen wieder abgelaufen war, bemerkte man, daß durch die Neberschwemmung mehrere Leichen aus ihren Gräbern gehoben worden waren. Sofort wurden von den jüdischen Gemeindemitgliedern frische Gräber gegraben, neue Todtenkle'der für die Leichen gemacht und nachdem diese wieder bestattet waren, neue Denksteine aus den Gräbern errichtet. (Jbri Anochi.) Korodenka (Galizien). Bei Gelegenheit der Grundsteinlegung einer neuen Synagoge dahier, — die alte ist vor zwei Iabren abaebrannt — hat Herr Baron Raschkon eine beträchtliche Summe zu diesem Baue gegeben, mit dem weiteren Versprechen, daß, wenn die isr. Gemeinde die Baukosten nicht ganz bestreiten könne, er gern bereit wäre, das Fehlende hinzuzufügen. Auch bezahlte er und sein Sohn die meisten Steine, die zu diesem Synaaoqenbau nöthig sind. (Der Judensreund.) Italien. Monaco. Dem „Journal von Monaco" entnehmen wir: „Der Fürst Karl HI. von Monaco hat von Sidi-Mahommed, Kaiser von Marocco, einen Brief er-

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