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Der Israelit · 1867-08-14 · Heft 33 (14.8.1867) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 33 (14.8.1867)
Date
1867-08-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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574 mit guten Werkzeugen versehen, entsprechende Viehzucht unterhaltend, Früchte, Milch und Honig in großer Menge erzeugen, von denen das Land segensreich überfließen wird. „Ich werde zu jener Zeit dem Himmel meinen Segen ertheilen, dieser wird der Erde, diese wieder dem Getreide und dem Moste und diese wieder den Gottesgläubigen ihren Reichthum liefern." Hoschea, 2. K. Das biblische Zinsgesetz wird a,s strenges Staatsgesetz allenthalben erklärt werden, alle Privatschulden wird der Staat übernehmen, durch seine Vermittelung zwischen Gläubiger und Schuldner, die Forderungen alle pünktlich entrichten ohne allen Ueberschuß. Die Steuerung des Geldmangels einerseits und die Rentlosigkeit der Kapitalien anderer>eits werden eine radicale Umwandlung in allen Schichten des socialen Lebens veranlassen; der Mensch wird, sein Gewerbe unbesorgt und unabhängig betreibend, zu seiner eigenthümlichen Würde gelangen, die wahre Gleichheit wird Brüderlichkeit und Geselligkeit unter den Menschen schaffen. „Ich werde ein einfaches Herz ihnen verleihen und ein frischer Geist wird sie beleben." Iecheskel, 11. K. Nicht mehr werden die Menschen an einigen Plätzen sich zu großem Gewühle zusammendrängen und übereinander wie über Steine rennen; sondern es werden an den ödesten Gegenden blühende Städte sich erheben, wo jede Familie geräumig, mit mäßiger Beschäftigung und unbesorgt wird leben können; denn nur ein guter Willen wird dazu gehören, der bedrängten Menschheit durch Hänserbau und Anlegung verschiedener Werkstätten nützlich zu sein, zu dem der Staat die Eitel reichlichst darbieten wird. „Die Wüste wird in ein Eden und die Einöde in einen Garten Gottes sich verwandeln." Iesaia, 51. K. Die von keiner Sorge gequälte Menschheit wird in der Ausübung der Nächstenliebe ebenso ihre wahre Glückseligkeit stnden, wie die Jetztzeit ihr scheinbares Glück in Ueberragung und Besiegung ihrer Nebenmenschen sucht. „So wie ihr, Haus Juda und Haus Israel, vormals zum Fluch unter den Völkern wäret, so werde ich euch helfen, daß ihr zum Segen werdet." Secharia, 8. K. Die Gerechtigkeit wird ihren schwerfälligen Gang verlieren, wenn unbestechliche Richter die Gerechtigkeit handhaben werden, und kein Sachwalter der Ungerechtigkeit das Wort sprechen wird. „Er wird nach Gerechtigkeit die Armen richten, das Urtheil redlich den Demüthigen des Landes sprechen." Isaia, 11. K. Der moralisch lebende Mensch wird durch Unbesorgtheit ein hohes Lebensalter erreichen, er wird nicht mehr in der Hälfte seiner Zaqre gealtert sein, die Natur — eigentlich er selbst — wird sich zu seinem Vortheile ganz verwandeln. „Siehe, ich schaffe neu die Himmel, di^: Erde wird sich verjüngen, der wenig Betagte wird nicht mehr gealtert iein, wenn er nicht seine Jahre voll haben wird, selbst der Unwissende wirb zu hundert Jahren erst hinscheiden und der Sünder zu hundert Jahren erst zu seinem verdienten Fluche gelangen." Iesaia, 65. K. Der Gerechte aber wird bereits einen Vorgeschmack der Wonnen des Paradieses auf Erden kosten, bis er eingeht zu jener Seligkeit, von deren Vollkommenheit wir keine Vorstellung haben. „Kein Auge hat sie geschaut, denn du, o Gott, allein." Iesaia, 64. K. Literarischer Gericht. an P11L' 'n pko nsnn noSi by wn ^rtt :nD3"pn p"p2 n"n m -lynjno&a rfrn p"e6?":n"n d"-id"s Nachale D'wasch, Commentar zu Hilchoth Chalizah von Rabb. S. B. Bamberger zu Würzburg; gr. 4". 13 S. Franks, a. M. 5627 (1867). Druck von Brönner. Der rüstige Vorkämpfer des wahren unverfälschten Judenthums, der wohlbekannte ehrw. Rabb. Bamberger zu Würzburg, retcht uns niederum unter obigem Titel eine Frucht seines Fleißes und Streben-. Schon der Name dieses verehrten Mannes ist Bürge für die Gediegenheit des Werkes; ein Buch, dessen Verfasser der Würzburger Rabbiner ist, bedarf wahrlich nicht erst einer besonder« Empfehlung; wir sind berechtigt, unsere Erwartungen hoch zu spannen, zumal wenn wtr erfahren, daß vorliegendes Werk bereits vor über 27 Jahren druckferttg war und an demselben ohne Unterlaß immer verbessert und ergänzt worden ist; und wir werden in unfern Erwartungen nicht getäuscht! Der Sinn des V^rf.rssers ist stets auf das Praktische gerichtet, er erkennt das Zeitbedürfmß und läßt sich daher — weder in seinem Unterrichte noch in seinen Werken — nicht in müssige Speculationen und Discussionen ein, die wohl Gelegenheit bieten, schillernde und blendende Geistesblitze spielen zu lassen, aber für die Praxis von keinem Werthe find: er will als Lehrer und Schriftsteller nicht unterhalten, sondern belehren. Schreiber dieses hat oft von ihm gehört, wie er sich äußerte, daß es in jetziger Zeit höchst unnöthig sei, pilpulistische Abhandlungen und Commentarien zu den Talmudtractaten zu schreiben, da wir davon genug besäßen, man müsse vielmehr das Feld der Praxis aufzubauen suchen, und dem Leser Bücher an die Hand geben, aus denen er sich über die Gesetzesnormen belehren könne. So war nun bis jetzt die literarische Thäligkeit des ehrw. Verfassers stets auf die Belehrung gerichtet, und auch im vorliegenden Werke stellt derselbe uns aus dem reichen Schatze seines Wissens alles das in geschmackvoller Darstellung zusammen, was uns über eines der wichtigsten Gesetze,

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