Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-08-14 · Heft 33 (14.8.1867) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 33 (14.8.1867)
Date
1867-08-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447324--05389-2460893
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

571 Beweis liefern mochte, welche Coaftqnenzen die Bra- Lianp'schen Edic.te, wenn selbe von einem LupaSco executirt werden, haben können. Wenn so ein harmloses Ding, wie eine moldauische Schildwache, aus purer Langweile einen Juden füsiliren darf, ohne daß deßhalb eine Enquete eingeleitet wird, so erscheint die Behauptung der Judenfresser, daß „die Juden Rumäniens außerhalb der Gesetze stehen," begründet. Es ist kein Zweifel, der Präfect Lupasco und seine Creaturen werden auch diesen Vorfall zu entstellen suchen; hat sich doch dieser saubere Präfect erkühnt, die Schande that vpm 14. Juli, die Noyade, seiner Regierung so dnrzustellen, als trügen die türkischen Soldaten die Schuld derselben, obwohl der saubere Herr ganz gut wußte, daß Hunderte von Augenzeugen, darunter auch sehr achtbare ehrenhafte Männer, den Vorfall gesehen haben und keinen Augenblick anstehen werden, seinen Rapport Lügen zu strafen und zu constatiren, daß die Türken, trotz der D ohungen der diesseitigen Strand' wache, trotz der Steine, die geschleudert wurden, sich mit ihrem Boote so weit dem Ufer näherten, bis der türkische Unteroffizier, nachdem er die Stelle untersucht selbe als nicht gefährlich erachtet hatte, die Passagiere aussteigen ließ, worauf die rumänischen Soldaten ihnen mit dem Bajonnette den Zutritt zum Ufer perwehrten. Acht Juden konnten der Strömung Widerstand leisten, .zwei der schwächeren unterlagen aber, und Niemand rührte sich (außer der Mannschaft des „Merkur," die zu spät anlangte) zu ihrer Rettung. Auch stellt die rumänische „Landeszeitung" die Thatsache, daß zwei Juden wahnsinnig wurden, in Abrede, während doch auch dieses Factum von einem Doctor her Medizin griechischer Nationalität constatirt ist; einer dieser beiden Unglücklichen ist heute noch in Raserei verfallen. Galatz, 30. Juli. Aus Anlaß der neulich verübten Schandthaten wird gemeldet, daß die europäischen Consulfl bei der Rückkehr des Fürsten Karl nach Bukarest eine Collectiv - Audienz verlangt haben. Der Wrft schrie zurück, aber die verlangte Audienz tbewilltgte er nicht. Er ließ den Consuln antworten: „Wenn die ngchgesuchte Audienz den Zweck habe, ihn wegen seiner glücklichen Rückkehr in die Hauptstadt zu beglückwünschen, so werde es ihn freuen, die Consuln .zu schen; sollte die Audienz aber andere Dinge betreffen, st» möchten sie sich an seine Minister wenden." Asien. Smyrna. Ein jüdischer Kaufmann von hier hat mir Men Mef, welchen er aus Zante erhielt, gezeigt, in welchem von der beklagenswerthen Lage unserer Glaubensgenossen auf dieser Insel erzählt wird. „Die Israeliten in Zante sind in großes Elend versunken, sie haben keinen Rabbiner, der die Gemeinde in unserer heil. Thora unterrichten könnte. Sich selbst überlassen, verbinden sich die Ärmen, die stch nicht einmal Koscher-Fleisch verschaffen können, weit kein Schochet unter ihnen ist, mit ihren griechischen Mitbürgern, die die unglückliche Lage der Israeliten benutzen und kein Mittel scheuen, sie für den christlichen Glauben zu gewinnen. „Eine kleine Anzahl frommer Juden, die aber allein machtlos sind, diesem Uebelstaude ein wirksames Mittel entgegenzusetzen und die voraussahen. daß eines schönen Tages sammtliche Armen zum Christenthum übertreten werden, haben an das Comitv der „Alliance" in Corfu, dessen Präsident Herr Jsak Teveschi, Oberrabbiner von Griechenland ist, einen Brief gerichtet, in welchem sie das Comitö dringend bitten, ihnen einen würdigen Rabbinen, der zugleich Schochet und Mohel ist, zu senden." Hoffen wir, dass dieser Rabbiner und die Comitämitglieder der „Alliance" dea Zustand der armen Israeliten in Zante einer ernsten Betrachtung würdigen und auf die beste Weise die hohe Mission, die ihnen anvertraut worden, erfüllen werden. (Arch. Isr.) W e st i n d i e n. Kingston. Ein Bericht über den Zustand der verschiedenen Religionen in Westindien bietet uns folgende statistische Details über die Juden in Kingston auf Jamaica (eine der großen Antillen): „Diese Stadt hat zwei Synagogen: eine deutschenglische und eine portugiesische. Die Erstere hat Herrn Dr, H. Mayers zum Rabbiner und ist während des Gottesdienstes von ungefähr 80 Personen besucht. Die Zahl der Mitglieder, die zu dieser Gemeinde gehören, einschließlich derjenigen der ganzen Insel, beträgt 400 Seelen. In der Letzteren sind gewöhnlich 500—600 Andächtige und gehören 4000 Mitglieder zu derselben. Beide Synagogen haben eine gemeinschaftliche Freischule, die von Herrn B. A. Franklin geleitet und von der Regierung mit 4000 Fr. unterstützt wird. (Arch. Isr.) Feuilleton. Des Königs tzidarn. (Fortsetzung.) Y. Esther fühlte, daß sie auf die Dauer den auf sie eirrstürrn enden Eindrücken nicht würde WideiLcmd leisten können; das arme Mädchen stand so allein da;

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.