Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1867)
- Date
- 1867-08-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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570 hie Zkiivrrgrn gegangen, daß man die Bedingung gepellt habe, die christl. Schüler zu entlassen, zu berichtigen, man Hot diese Bedingung nicht deutlich ausgesprochen, sondern fick mit dem moralischen (???) Drück begnügt. Ein Gerücht, daß auch die christl. Schulen den jüd. Zöglingen kein Zeugniß anssteÜen dürfen, ist unbegründet?— Herr I. Speier, Secretär am bayrischen Consulot (M. C. v. Rothichild), hat in Anerkennung fein er Verdienste vom König von Bayern den Michaelsorden erhalten. * * * Oefterreichischer Käisdtstaat. Pefth, 25. Juli. Die Generalversammlung der Stadt Pestb hat in ihrer gestrigen Abendsitzung dcnJustizwinssterialerlaß, welcher die Anfertigung einer neüen Conscriptionsliste und die Aufnahme der Israeliten in dieselben anordnet, mit großer Majorität an die Rechts sec Lion gewiesen, um erst deren Meinung zu hören. Frankreichs Paris. Wir vernehmen, daß Herr Albert Cohn bei Gelegenheit des nationalen Festes am 15. August znm Ritter der Ehrenlegion ernannt werden wird. Die Juden Frankreichs und aller übrigen Länder der Crde werden diese von dem berühmten Manne schon längst verdiente Auszeichnung gewiß mit Freuden vernehmen. Herr Albert Cohn ist ebensowohl durch seine Wissenschaft, als auch durch seine großen und edlen Dienste, die er unaufhörlich der jüdischen Religion und der jüdischen Sacke erweist, auf der ganzen Erde bekannt. Seine Verdienste speciell für Paris sind besonders hervorzuheben. Zweimal in der Woche vertbeilt er im Lokale der WohlthätigkeitSanstalt an die Armen theils Geld, theils Billcte für die Suppenanstalt; im Laufe der Woche besucht er mehrmals das Rothschild'scke Hospital, hält in dem Rabbinrrseminar Doriräge über die arabische Sprache und die Geschichte der Juden und beaufsichtigt das Waisenhaus und die von der Rothschild'schen Familie gegründete Schule. England. London, 26. Juli. Am vergangenen Samstag hat der Sultan ein Deputation des Reform- Clubs empfangen; eines der Mitglieder desselben war unser Glaubensgenosse Herr Simon; und unter dem ihm vorgestellten Adel war auch Herr Anton v. Rothschild. <Jew. Chron.) Donaufürstenthümer. Bukarest, im Juli. Den 4. Juli starb dahier der in weiten Kreisen Hochgeächtete Bank-Director Jacob L öbel. Derselbe hatte sich nicht bloß als Mensch, sondern auch als eifriger Bertheidiger des JudenthuMs eine hervorragende Popularität erworben. An seinem Leichenbegängnisse betheiligteü sich sömmtlichb Nötahtlitöten, Vereine, das Ministerium, sogar der judenfeindliche Minister Bratiatio, der ganze Hütidelsstand und eine unabsehbare Menge Volkes, wie seit Menschengkdeuken in Bukarest vielleicht Nicht gesehen worden ist. Herr Löbel starb im Älter von 39 Jahren an elftem Hirüschlag. In seinem Testamente verwachte er folgende Summen den nachbenanftten Vereinen: 2000 Duk. in Gold für unbemittelte Kinder zur Ausbildung iü Schulen, selbst in höheren Schulen im Auslände; 400 Duk. dem Carolina Löbel-Verein zur Unterstützung armer Wöchnerinnen; 400 Tuk. dem ähnlichen Vereine in Kronstadt; 200 Duk. der isväel. Gemeinde zu Kronstadt; 200 DUk. der Commune Kronstadt zur Gründung eines christl. Wohlthätigkeits-Vetein/s; 50 Duk. dem hiesigen Vereine Gemiloth Cheset; 75 Duk. dem Baraich-Verein zur Bekleidung armer isrüel. Kinder; 100 Duk. dem israel. Leichen- und Kranken - Verein; 100 Duk. der Chevra-Kadischa; 30Ö Duk. bcjh isr. Epital; 75 Duk. zur BertheiluNg unter die Armen an seinem Sterbetage; 3(0 Duk. zur UftiformiruNg unbemittelter Gardisten der hiesigen Commune; 200 L. St. zur Errichtung eines wohlthätigen Vereines unter -dem Namen Abraham und Ettel Löbel-Bereift; 133 L.St. zur Errichtung eines 2. Vereins unter dem Namen Jacob und Carolina Löbel-Verein; 2400 L. St. diesen zwei Stiftungen; 75 L. Et. an Zinsen für den Jacob und Carolina Löbel-Verein; 75 L. St. an Zinsen für den Abraham und Ettel Löbel-Verein; 100 L. St. werden auf Zinsen angelegt und Nach 11 Jahren Wird dieser Fond für den Ausbau des israel. Spitals verwendet; 60 L. St. für ein Leichenhafts; 1000 Duk. für arme Familicn-Mitglieder; 6000 Piaster der hiesigen Synagoge. Diese Woche wurde im Beisein der höchsten Autoritäten des Landes, des Ministeriums, der Generäle und Stabsofficiere dev neue Tempel eingeweiht. M. A. Galatz, 26. Juli. Mie der „N. fr. P." von hier gemeldet wird, hat die Gräuelscene von neulich noch ein blutiges Nachspiel gefunden. Am 22. b. M. zwischen 5—6 Uhr Nachmittags wurde km Hofraume des außerhalb der Stadt gelegenen provisorischen Gefängnisses ein in Untersuchungshaft befindlicher Jude von der Schildwache erschossen. Die Leiche würde erst zwei Tage später UM 11 Uhr VovMitkags den Israeliten zur Beerdigung ausgeliefert. Der Unglückliche hinterlätzt eine Wittwe Und drei kleine Kinder. Ueber die Veranlassung zu dieser bayrischen That cursiren verschiedene Angaben. FestMchen scheint, daß kein Fluchtversuch düs Motiv sein romttö, dir die That am Hallen Tage geschehen und der Änglttckttche von vorn In die Brust geschossen worden ist. Ich Würde den VorM nicht erwähnen, wvnn er Nicht dvn