Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1867)
- Date
- 1867-08-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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568 lestine Place) Schulen, in welchen 100 jüdische Knaben NNd Mädchen Kleidung, Nahrung und Unterricht im Chrisienthum empfangen. Außer denen, die jetzt sich in diesen Schulen befinden, haben 749 Kinder die Wohlthal dieser Anstalt genossen. — Die Gesellschaft unterbält eine Anzahl Schulen auf ihren ausländischen Stationen. Fünf bis sechshundert jüdische Kinder besuchen die 14 Schulen der Gesellschaft im Großherzogth. Posen. Außerdem besitzt sie Schulen in Jassy, Bukarest, Constantinopel, Jrusalem, Tunis und Algier. Ueber 15OO jüdische Kinder erhalten in diesen Schulen täglichen Unterricht und werden mit dem Worte Gottes bekannt gemacht." Obschon wir aus sehr guten Gründen Ursache haben, viele Angaben der Herren Missionäre in bescheidene Zweifel zu ziehen, so muß doch j der Israelit, der seine Religion nicht gleichgiltig betrachtet, über diesen entsetzlichen Mißbrauch, der in jüdischen Häusern und Gemeinden mit unschuldigen Kindern getrieben wird, die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Wir halten es für heilige Pflicht aller jüdischen Zeitschriften, welcher Richtung sie auch angehören, ihre Leser, die Vorstände, die Lebrer und Prediger jener Gemeinden, in denen solche Schulen sich befinden, aufzufordern, mit allen Kräften gegen diesen Mißbrauch zu kämpfen. Unsere Zeit, die die herrlichen Tempel baut, die so groß an jüdischer Wohlrhätigkeit ist, sollte die nicht auch Mittel haben, diese Kinder, die wahrscheinlich aus Armuth der Eltern, v'rbunden mit der größten Gewiss nlosigkeit, den Seelenschächern der Mission in die Hände fallen, dem Judenthume zu erhalten? Wir sind fest überzeugt, die Berlmer Gemeinde allein würde die Verpflegungs- und Unterrichtskosten der Schüler jener M ssionsschulen in der Provinz Posen aus ihrer eigenen Mitte aufdringen, wenn sie von den rechten Männern dazu aufgefordert werden würde. Was die Missionsschulen im Orient betrifft, so wirken diejenigen der „Alliance Jsraelite" denselbr-n kräftig entgegen und ist es heilige Pflicht, diesen großartigen Verein, der von den besten Absichten beseelt ist, mit allen Mitteln zu unterstützen. — Auch das Hospital in Jerusalem mag der Mission zu Statten kommen. In dem uns vorliegenden Berichte heißt es: „In dem Hospitale, wo die armen, kranken Israeliten erfahren können, was es um christliche Liebe ist, werden sie von einem englischen Arzte auf Kosten der Gesellschaft behandelt und von Krankenwärtern, die selbst Israeliten sind, gepflegt. Weit entfernt, daß daselbst Bekehrungsversuche gemacht würden, sind vielmehr Anordnungen getroffen, daß dieJuden ihre jüdischen Speisegesetze halten können". Wie es um die christliche Liebe der Herren Missionäre — denn nur diese haben wir im Auge und gelten unsere sämmtlichen Bemerkungen nur diesen, da wir die christl. Religion selbst als Tochter der jüdischen, wie jeden positiven Glauben an einen Gott, achten und es uns fern steht, ihr im Geringsten nahe zu treten — steht, davon gab der Missionär Stern, als er in Sannah war, die besten Beweise, indem er die dortigen Juden, die sich von ihm fern hielten, beim Imam verklagte, vorgebend ihnen Gutes thun zu wollen und sie wollten es nicht annehmen, worauf jener die Juden streng bestrafte. Was endlich die B kehrunqsoermche, die im Spitale zu Jerusalem nicht angestRt werden dürfen, betrifft, so ist diese Behauptung durch eine andere Stelle bestens documentirt. Dort heißt es nämlich: „Dieses Spital ist eine große Stütze der Mission!" O, man kennt Euch und Eure Lügen, Ihr Seelenhändler, und jeder Vernünftige in Israel wird Euch meiden, trotz Eurer 5 Mllonen, die Ihr jährlich für die Rettung armer Seelen verwendet. H. G.m. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Fürth, im August. Meinen Berichten über die Controverse zwischen Magistrat und jüdischer Gemeinde hier, betreffs Beziehung der Israeliten zu den Armenumlageu, die vom kgl. Staaatsmiiüsteriuin zu Gunsten der letzteren entschieden worden war, habe ich heute eine unliebsame Ergänzung nachzutragen. In Folge der Remonstration des Magistrats hat nämlich das Ministerium weitere Erhebungen über die Höhe der Bedürfnisse christlich-r und jüdiicher Armen angeordnet und dieier Lage nachstehendes Rescript erlassen, worin die Zuziehung der Israeliten zur öffentlichen Armenpflege ausgesprochen ist. Dasselbe lautet: „Auf die mit Bericht v. 6. v. Mts. in Vorlage gebrachte Remonstration der Stadtgemeinde Fürth v. 19. März ergeht folgende Entschließung: Das kgl. Staatsminifterium des Innern hat bereits aus seiner aus Anlaß der Beschwerde der Stadtgemeinde Fürth v. 5. Januar erlassenen Entschließung v. 26. Februar im Principe die gesetzliche Berechtigung der gemeindlichen Armenpflege der Stadt Fürth zur Beiziehung aller Einwohner der Gemeinde ohne Unterschied der Coniesston zu den erforderlichen Armen-Pflichtbeiträgen anerkannt, jedoch von einer Abänderung der angefochtenen Regierung? Entschließung v. 19. November vor. Jhs. aus dem Grunde Umgang genommen, weil die dama s vorgebrachten Beschwerdegründe kein genügendes Motiv bilden konnten, angesichts der zu erwartenden legislativen Reformen auf dem Gebiete der öffentlichen Armenpflege ein fett 1820 in anerkannt erfolgreicher