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Der Israelit · 1867-08-07 · Heft 32 (7.8.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 32 (7.8.1867)
Date
1867-08-07
Page
– (sequence 13)
Language
German
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557 terstäht, machten sie einen Einsall in den von den Juden bewohnten Stadttheilen und alsobald erfolgten blutige Scenen. Nachdem diese Heldenthat geschehen war, begab sich die ganze Menge der Griechen vor das Palais des Patriarchen, um noch Gerechtigkeit für die angethane Beschimpfung zu erlangen. „Der Oberrabbincr richtete sofort einen Brief an den Patriarchen, in welchem er ihm diese Vorgänge auf's Genaueste erzählte und ihn um seine Intervention, welche allein die schweren Folgen dieses Falles zu beschwören vermochte, zu bitten. „Der Patriarch, welcher sich gerade auf einer der naheliegenden Inseln befand, eilte sofort auf die erste Nachricht hin in die Stadt und befahl den Getreuen in sämmtlichen Kirchspielen, Ordnung und Ruhe einzuhalten. Dies ist der Hergang der Sache." In Nr. 492 des griechischen Journals „I/4.i> rnonia“ werden die Ereignisse folgendermaßen erzählt: „Eine tragische Scene hat vergangenen Sonntag in dem Stadtviertel Balata und in der Nähe des Sinai-Klosters stattgefunden. Einige Juden aus dem Volke, deren moralische Entwickelung viel zu wünschen übrig läßt, haben an der Thüre bifö bezeichneten Klosters das Bild unseres H.ds aufgestellt. Mehrere unserer Glaubensgenossen aus den unteren Ständen, die über diese Demonstration aufgebracht waren, veranlaßten einen ernsten Streit, und obgleich die Polizei energische Schritte dagegen that, so gab es doch Verwundete auf beiden Seilen. Die Hauptunruhestifter sind verhaftet worden." Diese ungenaue und zum großen Theil ganz entstellte Erzählung ist wenig dazu angethan, den Sturm zu beschwichtigen und sind es gewisse Berichte, die die Thatsachen in einem ganz falschen Lichte erscheinen lassen, um die zügellosen Leidenschaften des Volkes syrtzuschüren. Sei dem wie es wolle, die Verfolgung gegen die Israeliten dauert noch zu dieser Stunde, trotz der thätigen Intervention der Polizei, in allen Stadtvierteln fort. Ueberall, wo Israeliten angetroffen werden, werden sie angefallen und auf die schrecklichste Weise maltraitirt. Die zahlreichen Verhaftungen, welche stattgefunden haben, erbittern die Geister noch mehr, da die Tumultanten das feste Versprechen haben wollen, daß ihre barbarischen Handlungen ungestraft bleiben sollen. Erst jüngst haben wir geleiert, daß die Israeliten einen edatanten Beweis ihrer Toleranz und Nächstenliebe gegeben haben, indem sie Glocken kauften und sie dem Patriarchen zu Smyrna schenkten; und dafür werden sie jetzt mit Verfolgung belohnt. Feuilleton. David Äußern und A. Salomo Wolcho. Von Abraham Tendlau. (Fortsetzung.) XI. Nachdem ich wiederhergestellt war, ging ich nach Rom, um die Sterne zu sehen. Noch vor ihrem Erscheinen verkündigte ich Alles dem Papste, so wie einigen Cardinälen von den Großen seines Hofes, in einer Schrift niedergelegt. Auch schrieb ich wegen des bevorstehenden' Erdbebens an den König von Portugal vermittelst seines Gesandten, 30) mit welchem ich in seiner Kanzlei gesprochen. — Nachdem das Erdbeben wirklich stattgefunden, erstaunten sie sehr, und der Gesandte sagte zu mir: „Hätte der König, bevor Du aus Portugal zogst, gewußt, daß Du ein so weiser Mann btsi, er würde Dir gestattet haben, da zu leben in welcher Religion es Dir beliebt." — Jeden Tag erwiesen mir sowohl er als seine Diener große Ehre in seinem Hause; eben Das geschah bei dem Papste. Unter den Cardinälen aber bildeten sich, als sie die Ehren sahen, die mir der Pabst erwies, verschiedene Parteien. Die Einen sagten: „Er ist des Todes schuldig, weil er das Waffer verachtet hat, das über ihn in Portugal gegoffen worden; die Andern hingegen sagten: „Er darf nicht sterben, da er so weise ist und uns die Zukunft vorausgesagt hat," und diese ehrten mich vor allem Volke durch Wort und That. — Jetzt vernahm man von dem sehr gelehrten Jakob Mantin in Venedig, daß er zu den Juden daselbst gesagt: „Ich werde mich nun aufmachen und nach Rom gehen und den Mann, den Juden mit Namen Salomo so lange verfolgen und ihm so viel anhaben, daß er umkehrt oder verbrannt wird." Herr Jakob Mantin kam nach Rom und ging zuvörderst zum Gesandten von Portugal und sagte zu ihm: „Warum eiferst Du nicht für die Ehre des Königs, Deines Herrn, in Hinsicht des Mannes, der am päbftlichen Hofe weilt, und der ehedem Schreiber im Hause Deines Königs war, gleich einem seiner Diener, und der jetzt Jude ist?" — „Das ist unsere Weise nicht," antwortete ihm der Gesandte, „und so ist es der Brauch nicht bei uns als Verläumder umherzugehen und heimlicher Anbringer zu sein, und von mir wird ein solches am wenigsten geschehen." — Zornig ging der Mann fort und nahm seine« Weg zu den Angesehenen der Stadt, zu den Beamten und kundigen Richtern, nahm all seine Kraft zu- 30) Bras Neto. —

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