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Der Israelit · 1867-08-07 · Heft 32 (7.8.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 32 (7.8.1867)
Date
1867-08-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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551 Stunden aufzuschieben, um durch ihn ein Colleetivschreiben der Alliance an seinen Souverän gelangen zu lassen. Herr Cr^mieux aber wird in diesen Tagen einen Brief an die Journale richten, in welchem er durch detaillirte Mittheilungen beruhigen:) auf die Stimmung des Publikums einzuwirken suchen wird. England. London, 25. Juli. Im Unterhause war gestern die Debatte über Hrn. Fawcett's Antrag, das Trinity College in Dublin auch den Bekennern anderer Glaubensbekenntnisse als des anglikanischen zu erschließen, wieder an der Tagesordnung. Hr. H. Bruce ist im Princip für den Antrag, aber aus practischen Gründen für den Vorschlag Hrn. Monselle's, der das Trinity College selbst in seiner orthodoxen Verfassung fortbestellen lassen, aber dafür die Gründung ähnlicher nichtanglikanischer Colleges (Convicte) an der Dubliner Universität gestatten will. Herr O'Reilly und Hr. Pim erklären sich ebenfalls iür Herrn Monsell's Verbesserungsvorschlag, während Hr. Graves sowohl den ursprünglichen wie den Verbefferungsantrag verwirft; der eine wie der andere ziele darauf ab, alle Religion von der Universität zu verbannen. Der Attorney General für Irland, Herr Ehatterton, macht geltend, daß die Dubliner Universität eine rein protestantische Anstalt sei, aber allen Claffen ohne Unterschied des Glaubens Erziehung biete, wenn sie auch Anstellungen und Stipendien den Protestanten Vorbehalte. Ihr Einkommen werde zu hoch angeschlagen; es betrage nicht mehr als 53,000 L., während das katholische Seminar von Mainooth eine Dotation von 30,000 L. habe. — Auch Herr Whalley läßt seine ultrap rotestantische Stimme vernehmen, und nach einigen andern Reden für und wider ergibt die Abstimmung 108 für und 108 gegen den Antrag. Der Sprecher sagt, ein wichtiger Antrag, wie der vorliegende, müßte sich billiger Weise ans eine entschiedene Majorität stützen; er wirft daher seine ausschlaggebende Stimme in die Wagschaale der Verneinenden. Der Antrag ist somit durchgefallen. London, 26. Juli. Im Hause der Lords wurde gestern die Bill, welche die Privilegien der Universitäten Allen ohne Unterschied der Religion eröffnen sollte, mit 84 gegen 28 Stimmen verworfen. Das Haus der Gemeinen hatte die Bill genehmigt. Asien. Beirut. Vor einigen Wochen gelangte Herr Jsak Weiskopf dahier an, der im Aufträge der „Alliance Jsr." nach Bagdad reist, um daselbst das Directorium einer zu gründenden Schule zu übernehmen. Da es zur Sommerzeit mit großer Gefahr verbunden ist, durch die Wüste zu reisen, so beschloß er so lange hier zu bleiben, bis eine günstigere Zeit zur Fortsetzung seiner Reise gekommen sein wird. Er benutzte seinen Aufenthalt dahier, um unsere Glaubensgenoffen anzuregen, eine Schule zu errichten. Sein Vorschlag wurde mit großem Beifall ausgenommen und so hofft man, daß mit Nächstem die hiesige Gemeinde, die gewiß auch von der „Alliance Jsr." eine entsprechende Unterstützung erhalten wird, zu der Eröffnung der Schule schreiten werde. (Libanon.) Feuilleton. Des Königs Krdam. (Fortsetzung.) IV. Der königliche Hof war wieder nach Krakau, der Hauptstadt des Reiches, zurückgekehrt. Hier hatte man So ge getragen, daß Esther jüdische Kost erhielt, die ihr eine alte Wittwe tagtäglich ins Schloß brachte. Es erregte ungemeines Aussehen in der jüdischen Gemeinde zu Krakau, als man erfuhr, daß eine jüdisches Kind am Hose des Königs weile. Viele bemühten sich, Esther zu sehen und zu sprechen; allein man hielt das Kind absichtlich von jedem jüdischen Umgangs fern, und io sahen sich die Neugierigen und Wrßbegierigen auf das beschränkt, was ihnen d:e alte Hanna erzählte. Da Esther den Namen ihres Vaters nicht kannte, der Vertriebenen und Getödtsten es damals aber Unzählige gab, so blieb ihre Herkunft in ein tiefes Dunkel gehüllt. Unterdeß wurde das Freundschaftsverhältniß zwischen Esther und ihrer königlichen Gespielin ein immer innigeres; die kleine Jüdin nahm an dem Unterrichte, den die Prinzessin erhielt, Theil, und Maria sah ohne Neid, wie Esther ihr in allen Gegenständen vorauseilte; sie war ja die Tochter des „Schach" und hatte die hohen Geistesgaben des Vaters geerbt. Auch körperlich entwickelte sich das einst so schwache, zarte Kind. Man konnte nichts Schöneres sehen als die beiden lieblichen Mädchen, wenn sie im Schloßgarten spielten, Blumen pflückten und Kränze wanden. Einst lag Maria auf einer Rasenbank in einem j Winkel des Gartens; die Hofmeisterin wandelte mit einem Cavalier in der Nähe auf und ab; Esther sammelte Blumen, die dann Maria zu einem Kranze wand. Da sprang Esther mit lautem Aufschrei auf die Prinzessin zu, griff nach deren Nacken und schleuderte eine giftige Natter, die den Hals der nichtsahnenden Prinzessin umringelt hatte, weit hinweg. Auf

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