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Der Israelit · 1867-07-31 · Heft 31 (31.7.1867) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 31 (31.7.1867)
Date
1867-07-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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534 der Religion nach eigenem Gefallen verfügen zu dürfen, daher Jervbeam, um seine Herrschaft über Israel zu sichern, den Götzendienst in feinem Lande einführte. Aber dieser Eingriff in die göttliche Religion brachte gänzliche Verrichtung seinem eigenen Hause und war der Auflösungsgrund der durch das Band der Religion vereinigten Nation; denn das in zwei Reichen gelheilte Israel schwächte sich gegenseitig und wurde so, nach der Prophezeihung seines Gründers, aus der Staatenreihe gestrichen. Noch einmal erhob Israel sich und noch einmal sank eS nieder, alles nach pünktlicher Voraussetzung der göttlichen Propheten. Jetzt aber soll es, nach derselben Verkündigung, sich nicht eher wieder erheben, bis es alle Völker der Erde mit sich erheben werde. „Und er sprach: du wärest mir zu gering, dich zum Errichten der Stämme Jakobs und zum Sammler der Ueberreste Israels zu bestellen, sondern ich lasse dich zum Lichte der Völker werden, das; mein Heil bis zum Ende der Erde reiche." Jefaia 49. Und siehe, auch diese Prophezeihung geht in Erfüllung. Der Staat Israel ist vernichtet, aber seine Religion hat nicht nur sich vollständig erhalten, sondern hat noch zwei mächtige Töchter erzeugt, welche die gänzliche Vernichtung des Götzendienstes und die allgemeine Verehrung des wahren Gottes allmählich herbeiführen. Das Resume dieser Betrachtung der Religionsgeschichte ist, daß die Erde dem Menschen ursprünglich ein Paradies war; da aber, zufolge seiner höheren Bestimmung, der Mensch sich zu einem moralischen Wesen zu qualificireu hatte, da Begierden in ihm geweckt werden mutzten, die ihn veranlagten, die Schatze, welche die Schöpfung für ihn aus Erden gehäuft, auszusuchen und so den Schöpfer zu erkennen, so hörte die Erde auf, ihm ein Paradies zu sein. Er mutzte hinaus, um die Erde zu bearbeiten, d. h. um sich sammt der Erde zu cultiviren. Mit ungezähmteu Begierden konnte aber keine Gesellschaft begründet werden; die Religion, so fehlerhaft dieselbe damals immer fein mochte, bot ihnen dennoch ein Gegengewicht, wodurch eine Eivilisation ermöglicht wurde; durch diese reiste die Menschheit nach und nach heran, bis ihr die wahre Religion offenbart werden konnte, welche! die ganze Menschheit als Söhne eines einzigen Gottes anerkennend, die Bruderliebe auf die Liebe Gottes fest basirt und sie als heiligste Pflicht anordnet. Die strenge Befolgung dieses Gebotes soll nun, nach der Verheitzung der Propheten, Heil über die ganze Erde verbreiten und so die Erde wieder in das ursprüngliche Paradies verwandeln. Der gegenwärtige Zustand, die Licht- und Schattenseiten desselben lassen erkennen, auf welche Weise jene Verheitzung sich realisiren wird. (Fortsetzung folgt.) AettmrgSnschrichten u«d (Korrespondenzen. Deutschland. München, im Juli. Der bekannte Talmudist, Herr Rabbinowitz aus Rußland, verweilt seit 4 Jahren bei uns und ist mit seiner schwierigen Arbeit so we:t gediehen, daß nunmehr sein i&d gedruckt wird. Doch wird diese schwierige Arbeit einige Monate in Anspruch nehmen und gegen Ende September d. I. in seinem Verlage erscheinen. Es ist nicht zu bezweifeln , daß dieses Werk mit großer Freude dankbarlichst entgegengenommen und jedem Talmudisten unentbehrlich werden wird; auch sind bereits von Polen viele Exemplare voraus bestellt. Die Abweichungen des Manuscriptes in der hiesigen Stadtbrbliotbet von unseren Talmudausgaben werden manche schwere Frage bester lösen, und bald wird dieses ibd einen Weltruf erlangen. Wie sehr die Beamten der hiesigen Stadtöibliothek dem H. R. in jeder Beziehung entgegenkommen, ihm sein schwieriges Werk zu erleichtern, da-, von macht man sich kaum einen Begriff. Nicht allein,' daß sie ihm bereitwillig die kostbarsten Manuscripte zur Verfügung stellten, sie gestatteten ihm sogar, dieselben mit nach Hause zu nehmen, sie haben auch eigens für ihn einige Werke aus der Staatsbibliothek aus Paris kommen lasten. Nicht unerwähnt dürfen wir lasten, daß der gelehrte und hochgeachtete Banquier, Herr Merzbach von hier, dieses Unternehmen mit Rath und That außerordentlich unterstützt. Nur durch ihn ward es Herrn R. möglich, seine Arbeit hier zn vollenden und in Druck zu geben, und hat Herr M. schon große Summen freigebigst zu diesem Unternehmen geopfert. Es ist dieses das erste Mal, daß ein hebräisches Werk in München gedruckt wird. Möge Herrn Rabbinowitz diese schwierige Arbeit reichlich gelohnt werden. M. B. Berlin, den 22. Juli. Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen ein Curiosum mittheile. In der hier erscheinenden Zeitschrift „die Gegenwart", welche gegründet worden, um die Berufung eines Geigers, nach dessen Gegeige der Resormentanz erst recht hier losgeben soll, zu ermöglichen, und in hiesiger Gemeinde jenem bekannten Virtuosen im Voraus die Saiten zu stimmen, veröffentlichte Herr Lebrecht, bekannt durch seine Benutzung des Jnseratentheils der „Bossischen Zeitung" zu Juvectiven gegen den seligen vr. Sachs, einen Aufsatz, in welchem er nachznweisen sucht, daß die Secirung jüdischer Leichen zu Heilzwecken nicht allein nicht verboten, sondern sogar verdienstlich sei. Wir wollen uns hier auf die bekannte Deductionsart des Herrn Fürchtegott Lebrecht, dem sein Name eine Mahnung sein könnte, nicht näher einlassen; sie gipfelt in jener bekannten Kritik, die im Schma Jisrael im

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