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Der Israelit · 1867-07-24 · Heft 30 (24.7.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 30 (24.7.1867)
Date
1867-07-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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517 menhange aller Geistesthätigkeit muß selbst die speziell jüd.-rel. Freiheit auch die allgemeine stützen; auch das dort Gewonnene, der auf dem Felde der speciell jüdischen, religiösen Literatur errungene Blüthenkranz umduftet und ziert mit im Freudenfeste den Genuß der Nation! — Darum keine despotische Zwangsregierung der Gewiffen, keine uns fremden und darum um sog» fahrlicheren Central-Kirchen Regierungen und Verwaltungen; der lebendige jüdische Gedanke erstirbt in der Machtsphäre der jüdischen Geistlichen und Laienhierarchie. — Das edle, magyarische, brüderliche Nationalgefühl gestattet es nicht, unserm Mitmenschen und Glaubensbruder durch Ueberliftung und Behördengunst sein heiligstes Gut zu verletzen. Dulden wir uns und streben wir erleuchteter und tugendhafter zu werden, wir sind es uns, wir sind es dem Lande schuldig. — Ein aufrichtiger, jüdischer Patriot. Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland. ln München, im Juli. (Statistisches.) Die absolute Zahl der Trauungen für das gesammte Königreich Bayern ergibt in Bezug auf die israel. Bevölkerung folgendes Resultat.' Vom Jahre 1835/36 bis 1859/60 durchschn. jährl. 318 Im Jahre 1860/61 beträgt dieselbe . . 278 „ 1861/62 „ „ . . . 306 „ 1862/63 „ „ . . . 286 „ 1863/64 „ „ . . . 364 „ 1864/65 „ „ . . . 305 „ 1865/66 „ „ . . . 279 Aus den Jahresberichten der bayr. Kreisirrenanstalten Oberbayerns und Mittelfrankens pro 1865/66 ist mitzutheilen: Es befanden sich der Confession nach in denselben 23 Israeliten und zwar 10 Männer und 13 Frauen. — In Istrien, Triest, Görz und Gradiska wohnen ca. 4756 Juden. Fürth, 5. Juli. In der Beilage zu Nr. 27 des „Israelit" wird unter andern Anstalten und Stiftungen auch des Vereins zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten erwähnt Der Zweck des Vereins kann aber nur durch vollständige Betheiligung sämmtlicher israel. Gemeindeglieder erreicht werden; es ist diese jedoch noch nicht eingetreten, da fast ein Drittel der Gemeinde sich diesem Vereine nicht angeschlofsen hat, und viele Gemeindeglieder wegen Streitigkeiten mit dem Gemeindevorstand austreten. Diese Leute sollte man aber den Unterstützungsuchenden bekannt geben, und nur durch dieses Mittel könnte der weitere Fortbestand dieses so schönen Vereins gesichert werden. Daß die Bürgerschule mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, ist wohl nicht nöthig erst zu sagen. Der Grund liegt eben darin, weil der hiesige Gemeindevorftand selbe nicht haben wjll trotzdem die von ihm gegründete Lehranstalt für Knaben sich wegen Theilnahmlosigkeit nicht mehr halten konnte. Dieselbe erhielt jährlich fl. 1500 Beitrag von der hiesiqen israel. Gemeinde und ist nun mit der städtischen Real- und Lateinschule vereinigt, was aber nur unter der Bedingung gestattet wurde, daß sich der Vorstand verbindlich machen mußte, jährlich ein Drittel des Deftcits zu tragen. Es kann nur von großem Nutzen sein, wenn die Bürgerschule ein eignes Haus besitzt. Möge unser Wunsch bald in Erfüllung gehen; an Mitteln hiezu wird es in unsrer Gemeinde nicht fehlen. Beim israel. Waiseninstitut ist noch zu bemerken, daß gegenwärtig am Bau eines neuen Hauses gearbeitet wird, und wird auch dabei ein Garten angelegt. Hellmuth. Aus Württemberg. *) Einen eigenthümlichen, fast stereotypen Artikel in jüd. Blättern bilden aus unserem Lande w jüngster Zeit die mehrfachen Anempfehlungen des Cichorien - Caffees ntta-D, eigenthümlich schon deßhalb, weil, abgesehen von der religiösen Glaubwürdigkeit der Empfehlenden, wie der Empfohlenen, es unzweideutig den Anschein hat, als wollte man von der fraglichen Aufsicht und Attestirung materiellen Nutzen ziehen, indem man einerseits vor der Uebertretung eines nipyn *6 warnet, andrerseits das ornp ntpyn selbst außer Acht läßt. In einer derartigen Annonce in der Allg. Zeitung des Judenthums wird ein Aufseher ein et« genannt, welche Bezeichnung, wenn sie blos auf Jrrthum beruhen sollte, jedenfalls zeigt, daß der Jud' (') vergessen und darum der Empfohlene keinen hat. Doch dem sei wie ihm wolle, begreifen können wir nicht, wie ein als Lehrer, Vorsänger und Schochet Angestellter soviel Zeit gewinnen kann, fragliche Fabrication in ihrem ganzen Umfange zu beaufsichtigen, resp. als jenj zu beaufsichtigen. Denn gesetzt, derselbe habe sich Dispensation dazu eingeholt, w muß nothwendig sein Beruf darunter leiden, ist dieß aber nicht der Fall, wie kann dann der Aussetzer als wn, nicht als v» seiner Aufgabe gewissenhaft Nachkommen? Wir müssen gestehen, daß bei allem Nespect vor des Dichters Worten: „Wohlthätig ist des Feuers Macht," wir von solchem vtt religiös nicht erwärmt sein wollen und es keinesfalls als ein min bv m bezeichnen möchten! Im Ganzen genommen dürfen solche Erscheinungen nicht in Staunen setzen in einem Lande, wo man von Oben herab die wichtigsten religiösen Functionen, wie die nB'np, als ein Gewerbe erklärt und *) Anm. der Red.: Nicht von unserm gewöhnlichen Correspondenten.

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