Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1867)
- Date
- 1867-07-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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513 geehrt fühle, indem er den thatsächlichen Beweis geliefert, daß man seiner Stellung als Bürger und hochgestellter Beamte vollständig Genüge leisten könne, ohne die Religion der Väter zu vernachlässigen oder zu vergessen. (Jew. Chron.) Amerika. New-UprF. Nachstehender Aufruf, der von mehreren Kiesigen achtbaren Israeliten unterzeichnet ist, wurde jüngst im „Jewish Meffenger" in New-Aork veröffentlicht: — 'btt 'rfo 'v. Die Unterzeichneten beabsichtigen einen nsttf '^mw-Verein zu gründen, dessen Zweck sein soll, die Beobachtung des Sabbats bei den hiesigen jüdischen Geschäftsleuten zu bewirken und jungen Leuten Engagements in solchen Geschäften zu verschaffen, in denen sie den Sabbat halten können. Um die Mitwirkung aller Israeliten, die sich ihres Glaubens nicht schämen, wird vielfach gebeten und diejenigen, welche dem Verein beitreten wollen, werden ersucht, es den Unterzeichneten mitzutheilen. Eine öffentliche Versammlung wird zu diesem Zwecke nächster Tage veranstaltet werden. Netv-Nork. In der Rivington Street-Synagoge dahier war am zweiten Peßachtage eine sonderbare Schwierigkeit zu überwinden. Der Organist und mehrere Choristen fehlten beim Gottesdienste, da sie zur selben Zeit in einer benachbarten Kirche spielen und singen mußten. Commentare hierzu sind nicht nöthig. — In einem andern modernen Tempel, woselbst Organist und Choristen dazu gebraucht werden, um die jüdischen Seelen zur Andacht zu bringen, fängt der Cantor an: p« „Keiner ist wie unser eine christliche Dame antwortet hierauf: »wind jw „Keiner.ist wie unser Herr" der Cantor fährt fort: „Keiner ist wie unser König," worauf die christliche Stimme wieder antwortet: vpwiDD jw „ Keiner ist wie unser H.d." Ist da eine solche Ueberemstimmung zwischen dem Vorsänger und der christlichen Sängerin, daß dadurch keiner Partei das Gewiffen verwundet wird, oder ist da jedes religiöse Gefühl verschwunden? Wir unserseits bekennen, daß ein inconsequenterer Gottesdienst noch niemals in Israel gehört wordm ist. Mögen diese Herren Reformer das Gebäude, welche eine Satyre für die jüdische Religion ist, lieber schließen. (Jewish Messenger.) Philadelphia. Das Lehrerseminar, welches vom „Board of Delegates‘‘ gegründet wird, soll dem Vernehmen nach dahier errichtet «erden. Administratoren wurden bereits ernannt und Subscriptionen zur Gründung eines Fonds eröffnet. 11 Stipendien sind schon bestimmt worden. (Jew. Chron.) Partland. Am 13. Juni trat Fr. Louise Ettling von hier zum Judenthum über. Daß dieselbe diesen wichtigen Schritt nur aus Ueberzeugung gethan hat, läßt sich aus folgenden Zeilen, die sie einer ihrer Freundinnen geschrieben, entnehmen: „Verzeihen Sie mir, Ihnen nicht früher geantwortet zu haben. Ich wollte erst Jüdin werden und zögerte daher mit meinem Schreiben, bis diese glückliche Zeit herangekommen war. Diesen Morgen wurde ich von Herrn Rabbiner Or. Jsak Schwab dahier in das Judenthum ausgenommen, und fühle ich mich jetzt, indem ich dis Wahrheiten dieser Religion erkannt habe, ganz glücklich u -d zufrieden. Ich war verwundert, unter s» augenscheinlicher Einfachheit so viele Wahrheiten zu finden." (Hebrew Observer.) Australien. □ Durch eine Akte vom 22. Jan. 1853 wurde eine Universität in Melbourne beschloffen und durch ein Patent der Königin von England d. d. 14. März 1859 eröffnet. Außer den liberalen Grundsätzen der Stiftungsurkunde enthält die Akte noch besonders folgenden bemerkenswerthen Satz: „Menschen jeden Bekenntniffes „dürfen bei der Universität promovirt und angestellt „werden,... es soll nach demselben gar nicht gefragt „werden," u. s. w. Aber dennoch fordert das kgl. Patent, daß die Promooirten dieser Universität „im „vereinigten Königreich, in den Kolonien und in der „ganzen Welt (and troughout the World) völlig „ebenso hochgeachtet werden sollen, als wenn die Grade „von irgend einer andern englischen Universität er- „theilt werden." Jetzt haben auch die einzelnen Facultäten ihre Thätigkeit begonnen, eine theologische ist jedoch nicht verhanden. Die Zahl der Studirenden ist fortwährend im Zunehmen und hoffe ich bald Weiteres berichten zu können. — Feuilleton. Kes Königs Kidarn. n. Wochen waren seitdem vergangen; Rabbi Sabbathai suchte Trost ob deS herben Schmerzes im eifrigen Erforschen der Gotteslehre; die zarte Esther hatte der erste Kummer ihres junge» LebeuS auf das Krankenlager geworfen; da lag sie ruhig schlummernd, während ihr Vater, an ihrem Bette sitzend im Talmud studirte. ES war eine schwierige Stelle im Tractat Baba Mrzia, die ihn gerade beschäftigte, bei de» Talmudisten unter dem Namen „Tokpho Cohen" be-