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Der Israelit · 1867-07-24 · Heft 30 (24.7.1867) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 30 (24.7.1867)
Date
1867-07-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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508 die Propheten Elijahu und Jirmijahn zu erdulden halten! Aber nur Mutu«d Ged«»! Die Whab'S und Consorten werde» vergehen wie Spreu vor dem Winde, während die Lehrer göttlicher Erkenntniß und die Führer zur Tugend leuchten werden wie der Glanz des Firmaments und wie die Sterne für die Ewigkeit. Wir lassen hier einige Correspondenzen folgen, die zur Charakteristik der jüdisch-religiösen Zustände in der bayrischen Pfalz beitragen werden; die erste ist die Copie eines Privatbriefes an einen Freund, die uns gütigst mitgetheilt wurde. I. Sehr geehrter Freund! Sie ersuchen mich um Aufklärung darüber, ob der Rabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim durch seine Predigten oder durch seine Lebensweise Veranlassung zu den hie und da sich blähenden Kundgebungen, derselbe sei ein Orthodoxer, ein Gegner aller und jeder Neuerung, gegeben habe; Sie wollen ferner wissen, wie eS sich mit jenem literarischen Auswurfe verhalte, der sich vor kurzer Zeit gegen diesen Mann in die Spuckkästchen der Literatur, in einige Wochenblätter, entleert hat. Ich entspreche Ihrem Wunsche hierin sehr gerne, theils um Ihnen gefällig zu sein, theils auch, damit Sie in Stand gesetzt werden, sich von diesem in Rede stehenden Rabbinen, der Sie sehr zu interessiren scheint, ein richtiges Urtheil bilden zu können. So hören Sie denn, mein Freund l Man hat darin ganz recht, wenn man vr. S. für orthodox hält, ich selbst halte ihn nicht blos dafür, sondern glauben überzeugt zu sein, daß er es in Wirklichkeit auch ist, sofern man nämlich unter dieser Bezeichnung nach der Etymologie des Wortes nichts anderes versteht als Rechtgläubigkeit, Rechtgläubigkeit, wie sie den Bekenner des Judenthums gelehrt und ihm obligatorisch geworden, ohne welche er aufhört, ein solcher zu sein. Herr vr. S. ist in diesem Sinne wirklich orthodox. Die Dogmen und Lehren des Judenthums sind bei ihm in Fleisch und Blut übergegangen, sind auf's Innigste mit seiner religiösen Anschauungsweise verschmolzen und geben sich in der Unterhaltung mit ihm kund, manifestiren sich in seinen Predigten. Ich habe viele seiner in unserm Bezirke gehaltenen Predigten gehört, die meisten seiner gedruckten gelesen, in allen aber nur das Bestreben gefunden, den Lehren unsrer Religion in ihrer Reinheit, mit vollster Begeisterung, bei seinen Zuhörern Eingang zu verschaffen, sie empfänglich zu machen für religiöses Wissen, für Liebe zur Religion, den Boden des Jndifferentismus, der in unsrer Gegend leider so großes Terrain gewonnen, urbar zu machen für die unfern geistigen Lebensweg zierenden Pflanzungen des O’Tin yy sowohl wie auch des njnn yy. Diele Fahne wird Herr vr. S., ich glaube dies aus voller Ueberzeugnng behaupten zu dürfen, den i ihm anoertrauten Gemeinden stets vorantragen, unbe-! irrt von dem Geschrei hüben und drüben, er wird! die Fackel seines religiösen Wiffens in seinen Vorträ-; gen fort und fort leuchten lassen, nicht achtend der . diesseits Kegen Orchodoxie und anderfeils gegen Rückschritt sich spreizenden Ignoranz, denn seine Überzeugung ist unumstößlich, sein Character ehrlich, fest und uuerschütterlich. Daß derselbe jeder rationellen Auffassung und Interpretation auf religiösem Gebiete, wo zulässig, alle Berechtigung abgesprochen haben soll, ist eine Unwahrheit. Ich habe mich hievon persönlich ganz anders überzeugt, und wird es in der Folge schon noch klar werden, daß meine Behauptung die richtige ist. Wie kommt es nun, höre ich Sie fragen, daß bei einem solchen redlichen Bestreben, solchem reichlichen religiösen Wissen, verbunden mit seltener Sprachfertigi'eit und homiletischer Gewandtheit, wie Sie mir schon früher sagten, es möglich ist, daß es noch Leute gibt, die dieß nicht erkennen und sich sogar befleißigen, diesen Mann zu verunglimpfen und zu begeifern? Sie werden hierüber aufgeklärt sein, wenn ich Ihnen zum Ruhme unsres Bezirkes sage, daß der bessere Theil dieses Treiben rm höchsten Grade mißbilligt, mit Leib und Seele an seinem Seelenhirten hängt, und in ihm gerade den Mann gesunden zu haben glaubt, der nach den bestehenden Verhältnissen nothwendig war, von dessen Wirken in der Folge die erfreulichsten Resultate zu erwarten sind. Dann aber gibt es auch Solche, die sich längst schon über Alles, was irgendwie an jüdische Lebensweise erinnern kann, in ihrer Familie sowohl wie in der Oeffentlichkeit hinweggesetzt haben, sich aber doch den Anschein geben möchten, als schwärmten sie für wahres Judenthum, weil, wie sie meinen, dieß modern ist, die einen eigentlichen Religionsunterricht in entsprechender Weise entweder nie gehabt, vielleicht auch einige Worte hievon gehört haben, während ihr Geist noch in den Windeln lag. Fragen Sie dieselben nach den specifischen Principien unsrer Religion, so werden sie so wenig zu antworten im Stande sein, als wollten Sie die Namen spanischer Dyrszv: wissen. Diese sigp sind aber doch dünkelhaft genug, anzunehmen, der Rabbiner müsse dieser Hohlheit Rechnung tragen; sind mit demselben zufrieden, wenn er in verschwommener, verwaschener Weise von Religion, ihrer Anschauung angemessen, spricht: zucken jedoch entrüstet auf, wenn ein Salzkörnchen der Rede auf ihre vielfachen Geisteswunden fällt; wenn ein Satz derselben nicht zu ihren aus dem Kehricht anfgelesenen Phrasenlappen paßt. Und diese sind es, die dann mit Orchodoxie und

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