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Der Israelit · 1867-07-24 · Heft 30 (24.7.1867) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 30 (24.7.1867)
Date
1867-07-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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VIII. Jahrgang. J\g 80 D r Israelit. Ein Hentrat - Grgarr für das orlhodore Zudenthum. Herausgegeben von Dr. Seemann in Mainz. Mittwoch, den 24. Juli 5627 (1867). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 6. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate P/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oestcrreichische Banknoten laut Cours. Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusmden. Inhalt: Leitender Artikel: Zur Charakteristik der jüdisch-religiösen Zustände in der bayrischen Pfalz. ZeituvgSuachrichten und Korrespondenzen. Deutschland: Mainz. Worms. Würzburg. Aus Württemberg. Stuttgart. Düsseldorf. — Ho lland: Amsterdam. Amsterdam. — Frankreich : Paris. — England: London. London. London. — Amerika: Ncw-Aork. New-Aork. Philadelphia. Portland. — Australien. — gcmHcton: Des Königs Eidam. Inhalt der Beilage:,' Leitende Artikel: Tic biblischen Verheißungen in Bezug auf die letzten Ziele des menschlichen Ctrebens. — Tie Vorgänge in Ungarn. — Leiivvfsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland: Müretcu. 9his D'i'rttemkcrg. Nus Wiirllimbfrg, Stuttgart. Dresden. Frankfurt. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Pesth. Pesth. — Donaufürstenth.: Bukarest. — Nachschrift: Wien. — Feuilleton: Tie Lüge und der Leichtsinn. Inhalt der Extra-Beilage:!: Spenden für die Atmen des HI. Landes. — Bau jüd. Armcnu. Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Für die Wittwcn und WaislN im hl. Lande. — Für die isr. Tauistummcnanstalt in Wien. — Für die durch Brand Geschädigten in Brodi. — Für die Alliance JsraeliteUniv. zu Paris. — Sabbat-Verein. HcHttitet Artikel. Hur ChararlrriM der jüdisch rrligiösrn Lupüiide in der baqri^W Psth. Mninz, M 16. Juli. Die jüdisch-religiösen Znfiände in der bayrischen Pfalz find seit langer Zeit im höchsten Grade vernachlässigt. Herr vr. Grünebaum in Landau und feine Collegen, der Reform oder Halbreform huldigend, haben das jüdisch-religiöse Leben derart verfallen laffen, daß diese, dereinst durch Frömmigkeit und talmndisches Wißen ausgezeichnete Provinz des deutschen Vaterlandes, in den jüngsten Jahrzehnten in das gerade Gegentheil umgeschlagen ist — ein Umschlag, wie er sich leider ähnlich auch anderswo, z. B. im Trierer Lande, vollzieht. Nun wirkt seit einigen Monaten in Dürkheim, Rabbinatsbezirk Frankenthal, ein Mann, der mit Leib und Seele dem positiven Jndenthume angehört, dem es Ernst ist um eine mao “Lrntp, der in Garküchen von zweifelhaftem Rufe nicht ißt, der in seinen Predigten auf die Beobachtung der Religions-Gesetze dringt, der Orgelklang und Weibersang in der Synagoge nicht billigt — und siehe da, es erhebt sich gegen ihn ein Sturm des fanatischen Reformpöbels, der nicht arsteht, v il den widerlichsten Phrasen um sich zu werfen, der, Character des Mannes zu verdächtigen, sein Geburtsland zu schmähen, seine literarische Thätigkeit zu verunglimpfen! In welch' einer Zeit leben wir doch! Als der Herausgeber dieser Blätter sich auf der Jeschibah befand, sagte einst sein hochbetagter Lehrer zu ihm: „„Als ich noch ein Kind war, da fragte man, wenn man sich nach einem Rahbinen erkundigte: „Ist er mehr ppn oder mehr ’pn?" später fragte man: „Ist er ein pob?" Jetzt fragt man gar: „Ist er fromm?" Welch' eine Widersinnigkeit, erst fragen zu müsien, ob der Rabbiner, der zum Hüter und Lehrer der Religion bestimmt ist, auch fromm sei!"" So sprach unser verehrter Lehrer; und wohin sind wir in manchen Gegenden jetzt gelangt? Da ist es das größte Verbrechen, das ein Rabbiner begehen kann, wenn er dem Gesetze Moses und Israels treu ist nnd für dieses Gesetz zu wirken strebt. Da heißt er gleich Heuchler, Pietist, Ultramontaner, Clericaler, Jesuit und wie alle die wirklichen oder vermeintlichen Schimpfwörter heißen mögen! Wahrlich, der gesetzestreue Rabdine unserer Tage kann sich leicht eine Vorstellung machen von den Verfolgungen, welche dereinst

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