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Der Israelit · 1867-07-17 · Heft 29 (17.7.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 29 (17.7.1867)
Date
1867-07-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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503 dem großen Priester der Perser, der in Karbela wohnt, eine Urkunde verschaffen, daß sowohl beim Leben unseres jetzigen'Königs, den Gott lange erhalten wolle, als auch unter einem andern König Niemand den Israeliten etwas zu Leibe thun dürfe. Dieser Priester kann für die ganze Nation einstehen, denn wenn er dieses mit Flüchen und Verwünschungen bekräftigt, in allen Moscheen des Landes ausrufen läßt, so wird dieses allen Israeliten in Persien von großem Nutzen sein DaS ist jedoch unser fester Entschluß, daß, solange der göttliche Odem in uns ist, wir unser Leben für das Gesetz Moses, des Sohnes Amrams, bereitwillig opfern. In Eurer Hand liegt die Wahl. Wir haben Euch ferner davon in Kenntniß zu setzen, daß der Minister für uns in der Stadt und den Dörfern 50,000 Thuman gesammelt hat, ohne daß wir einen Pfennig davon erhalten haben, oder daß man uns ein Haus gebaut hätte. Vor einigen Tagen nun schickte der Gouverneur zu uns und ließ uns sagen: Wisset, ich habe 18,000 Thuman Euch auszuhändigen, dieses will ich überall thun, nur nicht in Mansanderan. Wir erwiederten darauf: Wir nehmen dieses nicht an, diese Summe genügt uns nicht. Hierauf sagte er: So schicket aus Eurer Mitte zwei oder drei Männer und auch zwei Kaufleute werde ich dorthin schicken mit dem Gelde, das noch gesammelt wird, wenn Euch dann mehr gehört, so wird es Euch der König selbst geben. Wir gingen dieses ein und warteten, bis das ganze Geld beisammen war. Als wir sahen, daß man gar nicht daran dachte, uns das Geld zu geben, so telegraphirten wir an den Marsi Saiv Khan, wie man uns betrüge. Dieser depeschirte sofort an den Mahti Khan, daß er sich eiligst zum Gouverneur zu begeben habe und von diesem sich das Geld für die Juden geben lasie. Der Mahti Khan begab sich dann mit uns zum Gouverneur und forderte das Geld. Dieser sagte, weil er nur 7 oder 8000 Thuman zusammengebracht habe, so schicke er dieses Geld nach Teheran. Als wir hierauf auch nach Teheran gehen wollten, verbot er uns dieses mit Androhung des Todes, während er vor den Anwesenden sagte, sie mögen thun, wie es ihnen beliebt. Später schickten sie Vermittler zu uns, um einen Vergleich auf 10,000 Thuman einzugehen, wir konnten dieses jedoch nicht, da dieses Geld uns nicht das Bauholz decken würde. — So leben wir stets in Angst und Schrecken vor den Tyrannen. Thut unsere Worte der „Alliance Jsraölite^ kund, daß sie für uns die Urkunde von dem Höchsten der persischen Priester zu unserem Schutze erlange, damit wir wieder friedlich leben können rc." — Ein wahres Wunder bei dieser Affaire ist der Einfluß der „Alliance", die bei den europäischen Mächten solche Protection findet, daß dadurch von diesen Persern, denen sinnlicher Genuß höher als Alles gilt, die sich wegen ein paar Groschen einander todtschlagen, nahezu 50,000 Thuman, fast 100,000 Thlr. Strafe erhoben wurde. Wir hoffen auch, daß dieser große Verein es bewirkt, daß den Juden das Geld ausgehändigt werde, und das Toleranzedikt des Mufti's die Juden vor ferneren Angriffen sichere. Die Anerkennung aller redlich Gesinnten und die Wünsche für das weitere Gedeihen der „Alliance" können ihr nicht ausbleiben. Grünebaum. Feuilleton. David Fluöeni und Hl. Salomo Motcho. Bon Abraham Tendlau. (Fortsetzung.) Den andern Tag, als kaum der Tag angebrochen, ging ich in die Herberge und nahm die Kleider wieder, die ich daselbst niedergelegt hatte. Da ich mich sehr schwach und matt fühlte, so bat ich Gott mit ganzem Herzen, mich aus der Mitte der übrigen Leute einen Mann aus Israel erkennen zu lassen. Ich stellte mich an einen Scheideweg, wo viele Menschen vorübergehen, und Gott erfüllte meine Bitte. Ich rief emem der Vorübergehenden zu,- führte ihn bei Seite und frug ihn, wie heißest Du? „Menachem," antwortete er. — Da sagte ich zu ihm: „Gibt es Rabbanim unter Euch?" — „Ja wohl" sagte er. — Aus seiner halben Antwort indessen erkannte ich, daß sie nicht alle zu den Besten zählen. „Laß mich ihre Namen wissen," sagte ich zu ihm, „und ich werde schon den Guten daraus erkennen." — Er nannte sie mit Namen, ich gab wohl Acht, da nannte er unter denselben einen Mann mit Namen Jebuda, Sohn des R. Schabtai s. A., und ich erkannte, daß das ein Mann von väterlichem Verdienste sei. — „Rufe mir diesen!" sagte ich. — Er rief ihn. — Als derselbe nun kam, sagte ich zu ihm: „Ich bin der Diener Salomos, der mich in seiner Angelegenheit hierhergeschickt, indeß er^noch in Pesaro bei dem Herzog daselbst geblieben. Siehe, ich bin sehr angegriffen von dem Wege, so bringe mich doch in das Haus eines Israeliten, daß er mir Brod nebst einer Zukost reiche, damit ich mich erhole." — Er führte mich nach der Synagoge und trug einem seiner Bekannten auf, mir nach Kräften Ehre anzuthun. Aber die Verläumder erfuhren meinen Aufenthalt, gaben mich bei dem Gerichte an und stellten Wächter bei den Thoren der Stadt aus, mich fest zu nehmen. Da Der Pabst auswärts war, sprang ich über die Stadtmauer und ging ihm entgegen; mein Pferd ließ ich in der Stadt. Nachdem derselbe

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