Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 29 (17.7.1867)
- Date
- 1867-07-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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504 wir Sicherheit gewährt, kehrte ich zurück und ging an einem Sabbat in die Synagoge und harrte da, bis man die Thora aushob; denn Niemand wußte von meiner Rückkehr. Jetzt stieg ick auf die Emporbühne (bimah) und begann einen Vortrag zu halten über den Vers: „Gesegnet sei der Mann, der auf Gott vertraut!" — s7) So that ich denn auch jeden folgenden Sabbat, Tag für Tag, bis ich von dort aus Angst vor der Fluth wegging, so wie mir befohlen worden. — In jenen Tagen hatte ich denn auch vernommen, daß der Fürst David (Rubeni) nach Italien gekommen, und daß auch über ihn der Kelch der Verläumdung von Frevlern aus unserem eignen Volke ergangen sei. .Ich dachte, wenn ich vor ihm erscheinen werde, so werbe er mich belehren; es fand aber das Gegentheil statt, er wollte von mir wissen. — Ich habe indessen keinen Glauben daran, halte ihn vielmehr für einen sehr gelehrten Mann, und wenn er sagte, daß er keine Kenntniß der Thora und der Weisheit besitze, so geschah dieses nur, um die Leute zu täuschen, wohl auch um zu sehen, wie ich mich zu ihm verhallen werde. — Da dieses meine feste Ueberzeuguna war, so benahm ich mich auch ihm gegenüber wie ein Knecht vor seinem Herrn. — Während meines Aufenthaltes in Venedig — wohin ich gegangen war, um mit einem Drucker zu sprechen, der mir wunderbare und tiefe Worte von den Geheimnissen unserer heiligen Thora drucken sollte zum Heile eines jeden, der darin forschte — befand sich daselbst ein Arzt, den ich für einen redlichen Mann hielt, mit Namen Jakob M antin.28) Er hatte einen Streit mit einem Arzte, mit Namen E li ah Chalfon. 27) Jercm. 17, 7.; war wohl gerade die Haphtora, also etwa im Mai 1530. — 28) Jakob Mantin (geb. um 1490, gest. um 1549.) war ein kenntnißreicher (er verstand, sprach und schrieb Hebr., Spanisch, Arabisch, Lateinisch und Italienisch) Mann, aber ehrgeizig und eben daher nichts weniger als gewissenhaft und sogar, wo es ihm bei seinem Ehrgeize diente, selbst gegen seine eignen Glaubensgenossen verfolgungssüchtig. Er war ebenfalls ein aus Spanien nach Italien Vertriebener, stand als Leibarzt bei mehreren fürstlichen Personen in hohem Ansehen und hat mehrere medicinische und philosophische Werke aus dem Hebr. oder Arabischen in's Lateinische übersetzt. Vergl. Wolfs Bibl. Rabb. IV, S. 666. Nr. 1074. — Ich wollte Frieden zwischen beiden stiften; er mochte nicht. Er hatte vor, nach Rom zu gehen; ich gab es nicht zu, indem ich ihm sagte, daß für die Stadt in Folge der Ueberfchwemmung ein Unglückstag bevorstehe. Er ging nun nach einer andern Stadt, weil er, wie er sagte, mit seinem Feinde nicht in demselben Orte bleiben wolle. Seitdem er aber gesehen, daß ich mit dem erwähnten Arzte in Freundschaft lebte, ist er selbst mir Feind geworden. — Unterdessen trat die Ueberfchwemmung in Rom ein. Da sagten die Leute zu ihm: „Warum vergiltst Du Gutes mit Bösem?" — „ Seine Weisheit," antwortete er, „ist die Weisheit eines Zauberkünstlers," und so redete er noch so Manches gegen mich bei der Obrigkeit, das Wort unsrer Weisen zu erfüllen: 29> „Durch denselben Löffel, den der Künstler ausgehöhlt, verbrennt er sich den Mund mit Sens;" — denn wäre Gott mir nicht zur Hilfe gewesen, würde man mir gar Arges zugefügt haben. Hatte man mir doch durch Jehudim Gift beibringen laffen! Aber Gott hat mich auch davon gerettet. — (Fortsetzung folgt.) 29) Pesach. 26, a. — Jalkut Be. Nr. 201. — Nach einer andern Erklärung Raschi's heißt es: „Aus deniselben.. muß er Senf schlürfen." — Notiz. Wenn in gesundheitlicher Beziehung ein Mittel die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen verdient, so ist es in der That die Bruchsalbe des Hrn. Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Kt. Appenzell, Schweiz, — gegen Unterleibsbrüche. Sie verdient dies aus zwei Gründen, — einmal, weil dieselbe in weitaus den meisten Fällen die Brüche, die nur ohne Operation zu heilen möglich sind, ohne jede Entzündung u. dergl. vollkommen heilt; zweitens weil unsers Wissens die ganze medicinische Wissenschaft zur Stunde noch kein Mittel gegen Unterleibsbrüche zu Tage gefördert. — Es ist deßhalb erfreulich, daß schon eine bedeutende Anzahl der Herren Aerzte die Praxis über die Theorie hinwegsetzen und in Anerkennung der wirklich vorzüglichen Eigenschaft der S t u r z e n e g g e raschen Bruchsalbe dieselbe bei Unterleibsbrüchen verschreiben. A m ZEIG E M. hierorts wird für eine Familie ein geprüfter jüj Das Honorar beträgt jährlich bei freier Station bischer Lehrer gesucht, der gründliche Kenntniß im j )50 Thlr. Frankirte Meldungen nimmt entgegen verbunden mit deutschem Wissen, hat, und ganz - A. Wifchnitz besonders wird von demselben Frömmigkeit verlangt. < in Kiefer st ädrel, O.-Sch.