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Der Israelit · 1867-07-17 · Heft 29 (17.7.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 29 (17.7.1867)
Date
1867-07-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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501 ist nun die Wahl des Dr. Geiger wiederum abgelehnt worden, da die statutenmäßig erforderliche Anzahl von */3 der Stimmenden nicht erzielt werden konnte; die Gegenpartei stimmte für Dr. Joel in Breslau. ton Düsseldorf, im Juli. Unser Lehrerseminar wird nächstens mit sieben Schülern eröffnet werden. Als Oberlehrer ist Herr Dr. Plato, bisher Instituts- Vorsteher in Carlsruhe, engagirt. Vorerst wird die Praeparandenclaffe eröffnet, die dann im nächsten Jahre zur Unterclaffe des eigentlichen Seminars aufsteigt, so daß mit jedem Jahre eine gleiche Anzahl Schüler wie in dem laufenden Jahre neu ausgenommen werden wird. Daß hiezu große Mittel erforderlich sein werden, ergibt sich von selbst. Man hofft daher aus allseitige und reichliche Unterstützung. Das Seminar steht unter der Leitung einer Fachcommission, die aus den Herren Nabb. Dr. Schwarz in Cöln, Rabb. vr. Feilchenfeld in Düsseldorf, Jnstitutsvorsteher I. Ochs in Cöln und Kaufmann Bürger in Siegburg zusammengesetzt ist. Zu diesen wird der noch zu creirende Direktor als fünftes Mitglied hinzutreten. Möge des Allherrn Segen über diesem ebenso wichtigen wie nothwendigen Institute walten und es zu einer gedeihlichen Entwickelung führen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Im österreichischen Unterhause begründete der Abgeordnete Mühlfeld seinen Antrag bezüglich des Religionsgesetzes. Er hob hervor, wie Freiheit und Gleichheit auf religiösem Gebiete noch nothwendiger seien als auf politischem; wie die inneren und äußeren Verhältnifle Oesterreichs sich anders gestaltet hätten, wenn größere religiöse Duldsamkeit bestände, und namentlich der Einfluß Oesterreichs in Deutschland sich anders gestaltet hätte. Der Redner tadelte die Nichtaufnahme der ungarischen Israeliten in die Listen der Geschworenen und forderte das Haus auf, in dieser Beziehung Ungarn mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Regierung möge umkehren, die Zeit dränge dazu. Das Haus beschloß, den Religionsgesetzentwurf einem Ausschuffe von 15 Mitgliedern zu überweisen. England. London, 6. Juli. Die Judenverfolgungen in Rumänien, als deren Urheber derselbe Mann anzusehen ist, der sich im vorigen Jahre so sehr für die Emancipation der jetzt Unterdrückten verwendet hatte — der Minister des Innern, Bratiano, wurden gestern wieder im Unterhause von Sir F. Goldsmid zur Sprache gebracht. Längst vergeffene Gesetze hat Bratiano hervorgesucht und dazu falsch gedeutet, um die Juden aus ihren Pachtungen und Gasthäusern auszustoßen, um in den Straßen Jaffy's eine N?zZia auf sie zu veranstalten unter dem Vorwände, daß sie Vagabunden seien, und um sie schließlich in ganzen Schaaren über die Donau zu transportiren. Goldsmid fordert deßhalb die britische Regierung auf, sich der Unglücklichen anzunehmen, und erwähnte u. A., daß der ehrwürdige Sir Moses Monttfiore trotz seiner 80 Jahre sich nach Bukarest zu begeben beschloffen habe, um zu sehen, wie seinen verfolgten Glaubensgenoffen Hilfe gebracht werden könne. Lord Stanley erwiederte, daß nach einem eben eingetroffenen Schreiben der englische Consul in Jassy, Herr St. Clair, eine Audienz bei dem Fürsten Karl gehabt und die Versicherung empfangen habe, daß den Verfolgungen ein Ende gemacht werden soll. Wie weit das Versprechen in Erfüllung gehen werde, erklärte Lord Stanley nicht sagen zu können; der Fürst aber werde gewiß alles thun, was an ihm liege, denn er sei ein offener und ehrlicher Charakter und habe auch bisher demgemäß gehandelt. Ueber die Minister sei es schwer, sich ein sicheres Urtheil zu bilden, ob sie selbst an den Verfolgungen schuld seien oder nur der Unduldsamkeit des Volkes nachgegeben hätten. Das Land im Ganzen genommen sei abergläubisch und stehe unter dem Einflüsse der Geistlichkeit; es laffe sich von Ansichten und Antrieben bestimmen, die vor drei oder vier Jahrhunderten auch im westlichen Europa wucherten, als der Glaube herrschte, daß sich durch die Verfolgung Andersdenkender ein guter Theil der eigenen Sünden abbüßen ließe. Die englische Regierung aber werde alle ihr zustehenden vernünftigen Schritte thun, um Abhilfe zu bringen, und die franz. Regierung sei gleichen Sinnes. In Fällen dieser Art sei übrigens schon die öffentliche Besprechung der Beschwerden von großem Nutzen. Persien. Teheran. Zur besseren Beleuchtung der Vorgänge in Persien bringen wir hier zwei Schreiben, die sowohl die Einzelheiten jener Gemaltlhat zu Balforutsch enthalten und auch über die Lage unserer dortigen Glaubensgenoffen, ihre Sitten und ihre Geschichte sehr intereffante Anhaltspunkte bieten. Wir entnehmen diese Briefe dem „Hamagid", deffen Correspondent zugleich versichert, daß die Juden zu Balforutsch, die momentan zum Schein den Islam angenommen haben, von ganzen Herzen Juden sind, und wieder der jüdischen Religion treu anhangen, trotz der vielen Gefahren und Leiden, die sie sich dadurch zuziehen. Die Gemeindeältesten zu Teheran haben ein Schreiben an die „Alliance Jsraelite" resp. an den Präsidenten des Comites für die Stadt Teheran gerichtet, dem sie den Brief, der ihnen von den unglücklichen Brüdern aus Balforutsch überbracht wurde, beischloffen. Dieser

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