Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 29 (17.7.1867)
- Date
- 1867-07-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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497 gale 600 fl., Devonport 300 fl. und Stoke 300 fl., zusammen 14,076 fl. (Je«. Chron.) Rußland. Warschau. Den 19. Mai starb dahier der in hiesigen Kreisen hochgeschätzte und auch in andern Orten, besonders in Jerusalem durch seine außerordentliche Thätigkeit für die armen Glaubensgenoffen dieser Stadt bekannte, Jakob Wolf Klepfisch Ln einem Alter von 66 Jahren. In seiner Jugend unterrichtete er Kinder im Talmud. Da er sehr gastfreundlich war, so wurde er auch von allen Armen aufgesucht, die „seine Hausleute waren." Jeden Freitag Nachmittag und jeden sammelte er für die Bedrängten Almosen. Bei der D'rm« nD:3n '-an war er viele Jahre Cassirer. Auf eigne Kosten ließ er mehrere Werke verstorbener Rabbinen, deren Mitteln es nicht erlaubten, sie zu veröffentlichen, drucken. Voriges Jahr wollte er nach Jerusalem reisen, als er aufs Krankenlager geworfen wurde. Er hinterließ 6 Söhne, die sämmtlich in der h. min bewandert sind. (Libanon.) Warschau. Folgende Israeliten sind vom Kaiser von Rußland durch einen Orden ausgezeichnet worden: Herr Joseph Epstein mit dem Stanislaus- Orden 2. Klasse ohne Krone, Herr Hoffenblum mit demselben Orden 3. Klaffe, beide für ihre Verdienste in den wohlthätigen Anstalten. Der hiesige Arzt Nathansohn erhielt den Stanislaus-Orden für seine Verdienste während der im Jahre 1866 herrschenden Cholera. (Marsch, jüd. Zeitung.) Donaufürstenlhümer. Jassy, 4. Juli. Der Fürst Karl von Rumänien hat vor seiner Abreise nach der oberen Moldau einem Gottesdienst in der Synagoge beigewohnt und darauf eine für den, de« Juden zugesicherten Schutz ihm dankende Deputation empfangen. Schweden. Stockholm. Der Reichsrath hat unfern Glaubensgenoffen Herrn Ritter Samuel Marburg aus Gothenburg zum Staatsschuld-Controleur und Herrn Del Banka zum Revisor der Reichsbank ernannt. Jüngst starb dahier der Präses des Vorstandes, Herr A. Bannier. Zwanzig Jahre bekleidete er dieses Ehrenamt mit der strengsten Gewissenhaftigkeit. Vom Könige von Dänemark (er war in Kopenhagen geboren) hatte er den goldenen Verdienst-Orden und den Titel „Hof- und Akademie-Buchhändler" erhalten. Rußland hat seine Regierung über die Provinz Tsjegri-Siab in Turkestan ausgebreitet. Biele Jude« wohnen in derselben; sie haben gleiche Rechte mit den übrigen Einwohnern, müssen nur der Regierung größere Steuer als die übrige Bevölkerung entrichten. Sie wohnen in besonderen Straßen, nicht blos in den vier Festungen, sondern auch in 30 kleinern Plätzen. (Hamagid.) Asien. Calcutta. Dem „Weekblad" entnehmen wir, daß in Delhi, Meirut, Agra, Sahou, Benares, Patna, Dinjapu, Cabul, Candahar, Poona, Bangalu, Musou, Calcutta, Bombay, Madras und andern großen Städten jüdische Gemeinden sind. In den letzten drei erwähnten Städten befindet sich eine große Anzahl europäischer Juden, während sie in den andern Plätzen meistens Eingeborne sind, die sich von den übrige» Einwohnern durch Kleidung und Manieren nicht unterscheiden, nur daß sie eine andere Religion haben. Türkei. Konstantinopel. Bei der Abschieds-Audienz des Sultans vor seiner Abreise nach Paris war auch der Oberrabbiner von Konstantinopel zugegen. (N. Jsr. Weekblad.) F etttlletPtt. Des Königs Kidarn. I. Der westphälische Friede hatte soeben eine Reihe von Kriegen beendet, durch welche die Mitte und der Westen Europas in Verwirrung gestürzt und verwüstet worden waren. Achtzig Jahre lang hatte der Krieg in den Niederlanden gewüthet, dreißig Jahre lang halte er die blühenden Fluren Deutschlands in Einöden verwandelt, Kunst und Wissenschaft vernichtet, volkreiche Städte ihrer Bewohner beraubt. Nach langjährigen Verhandlungen zu Münster und Osnabrück hatten sich endlich die Mächtigen der Erde geeinigt und Friede geschlossen. Der Osten Europas war von diesen Wirrsalen wenig berührt worden und erfreute sich eines blühenden Wohlstandes. Da sollte denn auch dort, wo unsere Glaubensgenossen am zahlreichsten wohnen, int Königreiche Polen, der Krieg seine furchtbare Fackel schwingen und namenloses Elend heraufbeschwören. Der Kosacken-Hettmann Chamil (nachpolnischer Lesart Chmielnicki) hatte sich gegen seinen Herrn, dm König von Polen, empört; ihm war von einem pol-