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Der Israelit · 1867-07-17 · Heft 29 (17.7.1867) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 29 (17.7.1867)
Date
1867-07-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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495 Schullehrer-Seminars zu Kassel das Recht zugestanden sei, ihrer Dienstpflicht durch sechswöchige Uebung bei einem Infanterie-Regiment zu genügen, so darf berichtigend darauf hingewiesen werden, daß dieses Recht — wie auch damals von uns mitgetheilt worden — bereits mittelst Verfügung des General-Gouvernements vom 7. December v. I. der hiesigen Bildungsanstalt für jüd. Lehrer auf eine Eingabe des Landrabbiners Dr. Meyer zugestanden und zugleich bemerkt ist, daß diejenigen jüd. Seminaristen und Lehrer, welche, aus Kurheflen gebürtig, die hiesige Anstalt besuchen, bezw. im Lande angestellt sind, auch hier ihrer Militärpflicht genügen können. Erst in Folge dieser Verfügung sind die entsprechenden Schritte in Kassel gethan worden. Neuerdings ist nun auf erneuete Vorstellung dem Landrabbiner vr. Meyer mitgetheilt worden, daß nicht nur die für die hiesige Anstalt getroffene Bestimmung unverändert fortbesteht, sondern auch an geeigneter Stelle der Antrag auf Ausdehnung dieser Begünstigung auf den Bereich der ganzen Monarchie gestellt ist. Die Hoffnung, daß die energischen und consequenten Schritte, die hier zur Wahrung der Rechte der jüdischen Institutionen geschehen, auch den Juden in den altpreußischen Provinzen zu Gute kommen werden, scheint demnach auf die erfreulichste Weise in Erfüllung zu gehen." L. Ballin, Seminarist. Dresden, 6. Juli. Das „Dresdener Journal" publicirt die Ausführungsverordnung zur ReichLverfaffung. Die bisherigen Gesetzbestimmungen gegen die Niederlassung der Sßiacftten sind außer Wirksamkeit gesetzt. Bückebnrg, 29. Juni. Nachdem der Landtag nach 18 Jahren wieder einmal zusammenberufen ist, hat, wie die „Ztg. f. N." meldet, die Negierung demselben eine neue Landes-Verfassung zur Berathung resp. Annahme vorgelegt. Dieselbe macht das Wahlrecht und die Wählbarkeit zum Landtage von dem Bekenntniß der christlichen Religion abhängig. Oesterrerchischer Kaiserstaat. Aagy - Käroly. Der Kaiser von Oesterreich hat zum Bau des jüd. Tempels im Kurorte Trenchin- Teplitz 400 fl. gegeben. -nwon Aus Szered wird unterm 7. d. M. der „Preßburger Zeitung" geschrieben: In Folgendem habe ich Ihnen emen Act maßloser Lynchjustiz zu melden, d r geeignet ist, um so mehr hohen Orts gewürdigt zu werden, als er die Folgen der Gendarmerie-Abschaffung ohne Ersatz durch andere Sicherbeits - Organe nur zu schnell, aber entsetzlich prognvsticirt. Am 3. d.. am Viehmarkte im nahen Orte Galantha - bekannt, ja weltberühmt durch die vorjährigen Wahlagitationen (hier Wahlprügeleien) — wurde einem Bauer eine kleine Baarfchaft aus der Tasche gestohlen, ohne daß der Taschendieb aufgegriffen werden konnte. Eine Marktbesucherin machte auf einen Israeliten mit der Angabe aufmerksam, „daß er ihrer Meinung nach auch Markttaschendieb sei;" sofort fiel die freiheitliche Volksmenge über denselben her, so daß der Jude alsbalv ein Opfer von Blut und Eisen ward. Während dieser barbarischen Lynchjustiz wagten auch andere Inden die Menge von solchen Greuelthaten abzumahnen, doch mußten sie ihre Kühnheit mit schweren und schwersten Verwundungen büßen. — Nur derjenige, der gut laufen konnte — rettete sich. Der von dem Weibe bezeichnete „angebliche Taschendieb" wurde schließlich in eine nahe Kothlache geworfen und öfters untergetaucht. An dem Aufkommen zweier Verwundeten wird sehr gezweifelt, da sie total verstümmelt wurden. Der anwesende Herr Oberstuhlrichter konnte nichts thun, da er auch zur Marktzeit ohne Gendarmerie und auch — ohne Komitats-Panduren ist und seine Intervention nur mit seinem Leben bezahlt hätte. Holland. Amsterdam. Zu unserm Vergnügen können wir mittyeilen, daß unser Glaubensgenoffe. Herr S. W. JosephuS Jitta, Präsident der Kanal-Compagnie, von S. M. dem Könige von Holland zum Officier des Eichenkronen-Ordens ernannt worden ist. Unglaublich viel Aufsehen erregen die Kupferstiche unseres Glaubensgenoffen, Herrn Coster aus Amsterdam in der Pariser Ausstellung. In einigen Tagblättern werden dieselben als die merkwürdigsten dieser Art bezeichnet. (N. Jsr. Weekblad.) Frankreich. 'Paris. Am 1. Tag in p'v, dem Monate, in welchem uns von Gott die Thora gegeben wurde, freuten wir uns besonders mit dieser h. Lehre. Herr Jakob Tedesko machte an diesem Tage einen btd auf das D"t£r (Jeden Tag lernte er ein ynp my’tfr.) Zu dieser Feierlichkeit lue er seine sämmtlichen Freunde und Bekannte, die Gott und Seine heilige Thora lieben, ein und bewirthete sie mit einer köstlichen Mahlzeit. Viele der geehrten Leser werden mit mir mit Erstaunen, aber auch mit Freude ausrufen: P„ “synioa dj io1?« auch da finden sich noch Leute, die ütnr das Gesetz des lebendigen Gottes nachfinnen. Herr Tedesko ist außerdem sehr wohlthätig ^md unterftützt besonders diejenigen, die sich mit dem Studium der Thora befaffen. Er war erner der Gründer der hiesigen rron o"w, in der die Mitglieder derselben jeden Morgen und Abend ein min lernen und in welcher Knaben von zwei Lehrern in «omi ruK'O xnpo und in der französischen Sprache unterrichtet werden. So oft ihm von armen Leuten eine Gevatterschaft

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