Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1867)
- Date
- 1867-07-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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469 da-Erweiterungsjahr andeutend. Auf d enselben wurden feit langer Zeit die jüdischen Leichen von Zirndorf, Langenzenn, Dietenhofen, Erlangen, Nürnberg sowie auch jetzt noch beerdigt, letzterer Ort jedoch besitzt seit einigen Jahren einen eigenen Friedhof. 10. „Todtenbrüderschafts: Verein 2. Clafse." Derselbe vollzieht bei dem Tode eines Glaubensgenoffen die Fertigung des Grabes. (Mitgliederzahl 24 Mann.) 11. „Todtenbrüderschafls-Verein 1. Classe." Derselbe vollzieht den Neinigungsact an den Todten und di? Fertigung des Sarges für denselben. (Mitgliederzahl 16 Mann.) 12. „Todtenbrüderschafts-Verein für Frauen." Derselbe versiebt die meisten dieser Functionen bei dem Todesfälle einer Frau. (Mitgliederzahl 15 Frauen.) 13. „Mazevas-Verein " Derselbe besorgt das Setzen der Grabsteine. (Mitgliederzahl 18 Mann.) Sämmtliche vier Vereine bestehen seit der Errichtung des Friedbofs. 14. „Aussteuerungs-Anstalt für isr. Mädchen," deren Väter nicht mehr am Leben sind. Gründung: 17 2. Zweck des Vereins ist. gänzlich unbemittelten oder minder bemittelten verwaisten isr. Mädchen mit Mitteln an die Hand zu gehen, um diesen zu einer anständigen Heüath zu verhelfen. Neben dem Hauptzweck intendirt der Verein zugleich d e Beförderung der Sittlichkeit und die Ermunterung zu einem moralischen Lebenswandel, indem nur unbescholtene Jungfrauen prüdem irt werden dürfen, welche Präbende in jährlich zu verleihenden st. 300 besteht. Der Verein nacht sich auch die Unterstützung alter, ehrbarer Jungfrauen zur Aufgabe, welche zu keiner Heirath gelangen, somit statutenmäßig die für sie designirt gewesene Präbende nicht beziehen konnten. d. Stiftungen. 4. „DaS isr. Hospnal." Nächst dem Leichenacker stand bereits 1653 das isr. Spital, ein einstöckiges Gebäude, wo parterre weibliche, im ersten Stock männliche Dienstboten untergebracht waren. Dies machte jedoch im Jahre 1828 wegen seiner gänzlichen Devastation bei vielen Gemeindegliedern den Wunsch rege, den Bau eines neuen Spitals zu veranlassen. Zu diesem Neubau eröffneten sich ansehnliche Beitragserbietungen, wie z. B. von Herrmann Königswarter 3000 fl., von Baruch Berobsheimer 1000 fl., von Jakob Plachfeld 1000 ft. :c. und durch sonstige Sammlung wurde außerdem noch 4800 fl. gezeichnet, so daß im Jahre 1833 der definitive Beschluß gefaßt wurde, mit dem Bau zu beginnen, und wurde hiezu ein Platz für 1550 fl. gekauft. Die Vollendung des Baues geschah im Jahre 1846 mit einem Gesammtkostenauswand von 19,056 fl. Vor kurzer Zeit wurde auf demselben wegen seiner Unzulänglichkeit ein zweiter Stock aufgesetzt und besitzt nunmehr die Gemeinde ein stattliches Gebäude, und beläuft sich das jetzige Spitalvermögen auf über 50,000 st. Das Spital besitzt außerdem noch eine vollkommen innere Einrichtung nebst Hausbibliothek und Haussynagoge und die Verpflegung der Kranken geschieht auf Grund einer observanzmäßigen geringen Einlage seitens sämmtlicher hiesigen isr. Dienstboten, Commis und Lehrlinge durch die Verwaltung; die ärztliche Behandlung besorgt ein jüdischer Arzt nebst einem christlichen Chirurgen und dem erforderlichen Wärterpersonal. Das Spital steht unter dem Vereinsvorstande. führt jedoch seine eigene Verrechnung durch einen besonders bestellten Verwalter, welcher, gleich seinen Vorgängern, den vielseitigen Anforderungen auf's Beste und zur allgemeinen Zufriedenheit Genüge leistet. 2. „Isr. männliches Waisen-Institut," dessen Zwecke bereits früher veröffentlicht wurden. 3. „Claus-Schule." 4. „Eisig-Schule," über deren Entstehen ich, trotz vielfacher Bemühungen, es nicht einmal zu Notizen bringen konnte. Außerdem gibt es viele Privatstiftungen, von welchen die Zinsen aus dem Capitale des Stifters verwendet werden: a. als Präbende bis zum Betrage von st. 500 zur Aussteuer von Mädchen, theils allgemein hiesiger, theils der Familie des Stifters bis zu einem gewissen Verwandtschaftsgrade angehörig, immer unter gewissen Bedingungen, worunter die Emanuel Pessels Besold'sche, Benjamin Cohn Königsberger'sche, Schenker sche zu erwähnen sind; b. um am Jahrestage des Stifters an Arme in der Familie vertheilt zu werden; c. um am Jahrestage des Stifters an beliebige Arme vertheilt zu werden, wofür diese Gebete zu verrichten haben; ä. um — wie bei der Jsaac Mannheimer'schen Stiftung — täglich einen “njrty d"» von kundigen und religiösen Männern gemeinschaftlich halten zu lassen. Es bestehen eine Masse solcher Stiftungen, die unter den verschiedensten Namen den Einen Zweck verfolgen: der Noth zu steuern, dem Elende, wo und unter welcher Gestalt es sich zeigt, Hilfe und Linderung zu bringen und dem Armen wahrhaft thalkräftig unter die Arme zu greifen. Sie entnehmen den Ihnen, geschätzter Herr Nedacteur, gemachten Vorlagen, daß n"3 unsre Gemeinde, das allgemeine Wohl betreffend, in jeder Hinsicht auf das Beste und Zweckmäßigste vertreten ist, sowie daß der durch Zeitgeist bedingten Verbefferung gerne Rechnung getragen wird. Wir können es uns jedoch nicht versagen, darauf hinzuweisen, daß zur Vervollständigung aller vorhandenen trefflichen Anstalten die Errichtung einer isr. weiblichen Waisen-Anstalt auch sehr wünschenswerth wäre, und würde der Wohlthätigkeitssinn der hiesigen isr. Einwohner, bei denen in dieser Beziehung für das Wohl der Leidenden zu