Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1867)
- Date
- 1867-07-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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468 Bemittelte ist hier schöne Gelegenheit gegeben, um mit einer mäßigen Gabe einen so herrlichen Zweck fördern zu helfen. 3. „Israel. Holz-Vertheilungs-Verein." Derselbe wurde 1799 von hiesigen edlen Menschenfreunden in's Leben gerufen und bezweckt 1) Unterstützung dürftiger Mitglieder durch unentgeltliche Abgabe von Brennholz; 2) Überlassung von Brennholz an weniger Bemittelte zu festen Preisen; 3) entgeltliche Aushilfe für alle übrigen Vereinsmilglieder. Es wäre überflüssig , die herrlichen Früchte zu schildern, die der Verein seit seiner Gründung entfaltete, und wie er namentlich in wohithätiger Weise auf dessen Mitglieder einwirkt, da das Institut als ein längst allseitig anerkanntes und gemeinnütziges bekannt ist. Unter ähnlichen Verhältnisien besteht: 4. „Der isr. Privat-Holzvertheilungs-Verein," welcher nur unentgeltliche Abgabe von Brennholz an Dürftige zum Zwecke hat. 5. „Isr. männliches Kranken-Institut." Gründung 1791. Zweck: vermittelst der Bildung eines gemeinsamen Fonds in Krankheitsfällen seiner Mitglieder im Stande zu sein, denselben alle und jede, zur Beförderung der Wiederherstellung unentbehrliche Unterstützung unentgeltlich angedeihen und in Sterbefällen die üblichen religiösen Handlungen für das Seelenheil des Verstorbenen auf Kosten und unter Aufsicht des Instituts verrichten zu lasten. Ich würde nur allgemein Anerkanntes wiederholen, wenn ich die vielen Wohlthaten. die diese Anstalt verbreitete, die vielen Kranken und Gebrechlichen, die mittelst Unterstützung ihre Gesundheit erlangten, die vielen Familien, denen die schwere Last für die Pflege der erkrankten Angehörigen erleichtert wurde, aufzählen wollte, uno constatire nur, daß bei der fortwährend wohlwollenden Mitwirkung es gelungen ist, die Zukunft dieser heilsamen Anstalt zu sichern und zu kräftigen, und zur Weiterverbreitung ihresegensreichen Wirkens beizutragen. Fast unter den nämlichen Einrichtungen besteht: 6. „Das isr. weibliche Kranken-Jnstitut," welches gleiche Zwecke verfolgt. 7. „Verein zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten." Gründung: 1861. Zweck: einerseits würdige arme isr. Durchreisende in einer der Größe der hiesigen Gemeinde entsprechenden Weise zu unterstützen, anderseits den lästigen, fast zur Unerträglichkeit gewordenen Hausbettel abzuschaffen, wozu von der Verwaltung des Vereins je nach Würde und Dürftigkeit Spenden nach verschiedenen Klaffen gegeben werden. Daß die Inanspruchnahme des Vereins eine namhafte ist, wird aus der jüngsten Mittheilung von den jährlichen zwischen fl. 5 —6000 betragenden Ausgaben zu entnehmen sein. Wir wünschen diesem jungen Vereine weiteres glückliches Gedeihen; mögen besten Vorstandsmitglieder bei ihrer ebenso schwierigen als undankbaren Arbeit im Bewußtsein des edlen, löblichen Zweckes, dem sie hier obliegen, auch ferner ausdauern, und glauben wir im Sinne sämmtlicher Gemeindeglieder zu handeln, wenn wir diesen wackern Männern für ihre uneigennützige und äußerst rührige Thätigkeit unfern aufrichtigsten Dank in diesen Blättern anerkennend aussprechen. 8. „Isr. Bürger-Schule." Dieselbe wurde in Anbetracht, daß die hiesige isr. Jugend allzusehr der Ignoranz auf religiösem Gebiete verfallen war, im Jahre 1862 von einigen einflußreichen, würdigen Vertretern der hiesigen Orthodoxie begründet, und durch freiwillige, ansehnliche Beiträge von hiesigen Wohlthätern wurde vorerst das zur Gründung und Deckung des Deftcits nöthige Kapital zusammengeschosten. Trotz der großen zu überwältigenden Schwierigkeiten erfreut sich das Institut durch die umsichtige und energische Leitung des Directors Herrn vr. Auerbach einer fördernden Theilnahme und Fürsorge des Publikums und hat sich zu einer achtungswürdigen Höhe emporgeschwungen. Die Anstalt zählt 4 ständige Lehrer nebst den einschlägigen Fachlehrern. Sie hat sich zur Aufgabe gestellt, vor Allem dem oben beregten Mißstanv in religiöser Beziehung nach Kräften entgegenzuwirken, und hat wirklich seit der kurzen Zeit ihres Bestehens Tüchtiges geleistet, welche Leistungen um so mehr anzuerkennen sind, als die Anstalt lediglich auf sich, auf ihre eigenen Kräfte ohne jeglichen Zuschuß der Gemeinde angewiesen ist, und ihr die mannigfachen Schwierigkeiten, mit denen namentlich jüdische Privatschulen zu kämpfen haben, nicht erspart wurden. Um so aufrichtiger und lebendiger ist der Wunsch Aller, denen eine echt religiöse Erziehung der jüdischen Jugend eine ernste und heilige Herzenssache ist, daß dem strebsamen Vorstande und sämmtlichen Mitwirkenden, welche unter so schwierigen Verhältnissen die Anstalt mit Aufopferung persönlicher Interessen aufrecht erhalten, die thatkräftige Theilnahme und Unterstützung seitens des Publikums zu Theil werde. Daß letzteres im Allgemeinen der Fall ist, können wir hier nicht umhin, anerkennend auszuiprechen, indem nicht nur häufige Spenden beim Aufruf der Thora, sowie auch Legate der Anstalt zufließen, sondern man auch ernstlich daran geht, ein eigenes Schulhaus zu bauen, wozu bereits ansehnliche Summen gezeichnet sind. 9. „Beerdigungs-Anstalt." Die Eröffnung des jüd. Leichenackers erfolgte mit der Errichtung der ersten Synagoge im Jahre 1617. Der Ankaufspreis desselben betrug fl. 305 und später wurde durch Ankauf eines naheliegenden Stück Feldes der Friedhof bedeutend erweitert und mit einer Mauer nebst Portal eingefaßt, worauf hebräisch die Worte „dos chajim“ stehen. Rechts des Eingangs an einem Stein steht „Sie find fröhlich, daß sie das Grab bekommen" 1653, wohl