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Der Israelit · 1867-07-03 · Heft 27 (3.7.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 27 (3.7.1867)
Date
1867-07-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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P a l ä st i n a. Jerusalem. Zn unserm Bedauern haben wir erfahren, daß bereits seit 10 Monaten die Kinderblattern bei vielen Kindern in Jerusalem ansgebrochen sind. Vor vierzehn Tagen wurden in den Synagogen Gebete für die Genesung der Erkrankten abgehalten. Die Blattern sollen schon mehr Opfer gekostet haben als die letzte Cholera. Auch einige Erwachsene sind daran gestorben. (Jew. Chron.) Amerika. New-Nork. Auch unsere Regierung hat auf die in der jüngsten Zeit stattgefundenen Unterdrückung der Juden in Serbien Veranlassung genommen, ihrem Gesandten in Konstantinopel ähnliche Instruktionen, wie sie die englische Regierung ihrem Gesandten in Konstantinopel gegeben, zu erlheilen. Der »Board of Delegates“ hatte zu diesem Zwecke an Herrn «Leward ein Schreiben gerichtet, welches einige Tage nachher dahin beantwortet wurde, daß die Regierung der Vereinigten Staaten, vereint mit den europäischen Mächten, ihren ganzen Einfluß dazu benützen werde, daß der Fürst von Serbien den Israeliten seines Landes Gerechtigkeit widerfahren lasse und Maßregeln treffe, daß solche Wuthausbrüche des Mittelalters nicht mehr Vorkommen können. (Jewish Messenger.) Afrika. Tanger. Wir erfahren, daß während der vergangenen Osterfeiertage ein Haufen spanischer Fanatiker ein einen Juden vorstellendes Bild auf den Straßen herumtrugen, welches dann mit großem Pomp verbrannt wurde, wobei es nicht an Verspottung und Verlachnng der Juden fehlte. Mehrere Juden, die auf den Straßen waren, wurden von diesen Fanatikern mißhandelt. So wurde der spanische Fanatismus auch nach Afrika gebracht. (Jew. Chron.) Feuilleton. Ae MnLo von Amsterdam. (Fortsetzung.) XII. | Seine Majestät, der König von Spanien , hatte schlecht geschlafen. Gestern war ihm das Todesurtheil Don Jsak de Pinto's zur Unterschrift vorgelegt worden; er hatte unterschrieben; aber später waren ihm Bedenken aufgestiegen. Unter seiner Regierung hatte noch kein Autodafe in Spanien stattgefunden; er war den modernen Idee« von Menschenrecht und Menschenwürde geneigt, die gerade damals in Frankreich auf« Mauchen und Europa zu erobern begannen. — Die ganz« Nacht hatte er von Scheiterhaufen und dem Gejammer unglücklicher Opfer geträumt; der Schlaf hatte ihn nicht erquickt, und unruhig ging er in seinem Gemache auf und ab. Sein Frühstück stand noch unberührt da. Ec hatte nach seinem Beichtvater verlangt und erwartete deffen Ankunft mit Ungeduld. Wiederum blickte er nach der Thür; da schob ein Diener die Vorhänge zur Seite, und Don Juan de Castro, der Beichtvater des Königs, trat ein. Don Juan de Castro war ein ehrwürdiger Greis von hoher Gestalt; lange, weiße Locken fielen von seinem schöngeformten Haupte hernieder; aus seinem großen dunklen Auge sprachen Milde und Menschenfreundlichkeit. Der König ging ihm entgegen und reichte ihm beide Hände. „Da seid Ihr endlich, Pater," sagte er; „ich habe Euch sehnsüchtig erwartet." „„Was bestehlt mein allerdurchlauchtigfter Herr?"" „Ich wollte Euch fragen, Pater Juan, waS Ihr von der Verbrennung des Juden haltet, die am nächsten Frohnleichnamsfeste stallfinden soll?" „„Dem Ketzer geschieht fein Recht! Warum weigert er sich auch in den Schooß der alleinseligmachenden Kirche zurückzukehren, die seine Väter böswillig verlasien haben! Aber..." Der Beichtvater hielt inne. „Nun, was für ein Aber?" fragte der König, „gerade dieses Aber will ich hören!" „„Eure Majestät mögen mir verzeihen, wenn ich vielleicht nicht spreche, wie ein Priester sprechen sollte. Ich fürchte, dieses Autodafe wird Eurer Majestät vor den Augen Europas nicht zum Ruhme gereichen.""' „Und warum nicht?" „„Majestät, eine neue Zeit bricht an; neue Anschauungen machen sich geltend. Euer erhabener Bruder, der König von Frankreich, hat den Philosophen gestattet, mit Ideen hervorzutreten, die die Welt zu erschüttern geeignet sind. In Wien bereitet Erzherzog Joseph ein neues Zeitalter vor für die Epoche, da er den Kaiserthron besteigen wird. In Preußen sitzt ein Philosoph auf dem Throne und in Rußland eine Freundin Voltaire's. Welch' ein Lärm wird sich in Europa gegen Spanien erheben, wenn die Vertreter der fremden Mächte von einem Autodafe berichten werden?"" „Ihr habt Recht, Pater. Doch ich habe das Urtheil unterschrieben. Was rathet Ihr mir, daß ich thun soll?" „„Eure Majestät dürfen die Bestätigung nicht

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