Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1867)
- Date
- 1867-07-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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463 Frommen roy bx fpNJ genannt „hingenommen zu seinen Völkern", „eine Ankunft zu den Seinigen in die Heimath". Die höchste Strafe des Lasters wird mit royo cvoji bezeichnet. „Er wird von seinen Völkern abgeschnitten", d. h. den Seinigen entfremdet. Die Hauptpflicht des Menschen, in der alle anderen aufgehen, ist, der Bibel nach, 'n 'n n« nanx1? D np3")X „Den Ewigen, Deinen Gott zu lieben und sich mit ihm zu verbinden". Und die Verbindung mit Gott ist die ewige Fortdauer unseres Wesens. Als vorzügliche Belehrung des frommen Wandels bezeichnet die Bibel „Gott wird dich lieben". Und ein von Gott geliebtes Wesen ist seiner Unsterblichkeit gewiß, da der Allmächtige, der seinen Liebling zu erhalten vermag, denselben nicht der Vernichtung Preis geben wird. Das Resume dieser Betrachtung der menschlichen Natur ist: Der Mensch wird, vom Beginne seines Daseins bis zum Hinscheiden desselben, als ein Glied der Gesammtheit, von der Vorsehung geleitet, er arbeitet dahin zu seinem eigenen Vortheile, indem er das Wohl der Gesammtheit befördert. Hierin ist das Individuum blos ein Werkzeug. In dem Streben und Wirken findet der Mensch Anlaß, den höchsten Lenker aller Thaten wahrzunehmen und sein höheres Ziel zu erkennen; seinen Geist nämlich, durch Tugendübung zu einem andern Leben vorzubereiten. In dieser Beziehung hört er auf, Werkzeug zu sein, hier ragt er über alles Irdische hinüber und wird das würdige ^Ziel der gesammten Schöpfung. Dieses also lehrt die Anschauung der Natur; nun zu den Lehren der Geschichte. (Fortsetz, folgt.) Zeitungsnachrichten nn- Correspondenzen. Deutschland. Mainz. Nach einer der „Alliance israelite" zugegangenen Depesche der israelitischen Gemeinde zu Jassy dauern die Verfolgungen gegen die Juden, wenn auch mit etwc^ weniger Lärm, nach wie vor fort. Bratiano scheint sich, wie die Depesche besagt, Ausrottung der Juden in den Fürstenthümern zum Ziel gesetzt zu haben. Augsburg, im Juni. (Privatmittheilung.) Zur Warnung vor ähnlichem Vorgehen kann ich nicht umhin, den geehrten Lesern Ihres Blattes eine Mittheilung sehr betrübenden Inhalts zu machen. In unserer isr. Nachbargemeinde Kriegshaber nämlich war es schon vor vielen Jahren wegen Bausalligkeit der dortigen Synagoge beschlossen, eine neue zu bauen. Es wurden die nöthigen Schritte eingeleitet und Maßregeln getroffen. Unter Anderm wurde auch ein Platz angekauft, vorzüglich gelegen (gegenüber der alten dermaligen Synagoge) um den Preis von 1200 oder 1500 fl. Der unlängst in München durch ein Monument geehrte, verstorbene königl. Oberbaurath v. Gärtner hatte um den Preis von 300 Gulden den Plan entworfen und Se. Mas. König Ludwig I. auf v. Gärtner's Verwendung ihn genehmigt. Der in Kriegshaber damals noch fungirende Distrikts- Rabbiner, Herr Aaron Guggenheimer, hatte bereits Abschied genommen von der damals circa 160 Jahre alten Synagoge. Sie wurde auf Antrag einer Kommission der Baubehörde wegen ihrer Baufälligkeit geschlossen; man benützte zum Gottesdienste eine aus den Zeiten noch herrührende, hiezu, natürlich ins geheim, eingerichtete Dachstube; aber vom Neubau ist keine Rede.. Die Kultusvorstände hatten gegen die erste Kommission recurrirt und die alte Synagoge wird — wieder eröffnet!! — und unverändert, blos mit eisernen Klammern befestigt, wieder in ihre Würde eingesetzt! Erst vor circa 4 bis 5 Jahren wurde sie gründlich (in des Wortes verwegenster Bedeutung) renovirt. Es wurden z. B. recht schöne farbige Glasfenster eingesetzt; die massiven alterthümlichen Leuchter wanderten in alle Welt und eiserne Reife traten an die Stelle; die Betstühle mußten vermindert, der Almemar kleiner werden; kurz ein förmliches Chaos, ein ins' vnn trat ein, und das heißt zusammen eine Restauration. Aber das Nachfolgende übertrifft Alles bis jetzt dagewesene. Der katholischen Gemeinde in Kriegshaber war ihre Kirche zu klein geworden. Sie hatte bereits neben dem Platze zur Synagoge ein bedeutendes Grundstück von einem Bauern zur Erbauung einer neuen Kirche zum Geschenke erhalten (gegenüber einem Kohn in Nürnberg, welcher seinen Platz nicht ums Geld zu einer Synagoge hergeben mag) und ein ziemlich großes Pfarrhaus hingestellt. Was lag näher, als auch den Synagogenplatz der Iudengemeinde anzukaufen, und zur Vergrößerung des Ersteren brauchbar zu finden. Es geschah; über den Preis war man bald einig, und jetzt erheben sich da die Mauern einer christ-katholischen Kirche, uncnx »gn\ Solche Handlungen können nur in Gemeinden geschehen, die wie eine Heerde ohne Hirten sind. Darum möge hier die Eingangs bezeichnete Warnung wiederholt sein. Hl Berlin. (Statistisches.) Gepflogenen Erhebungen zufolge zählt das gesammte Preußen jetzt 314,797 Juden. Durch die im vorigen Jahre einverleibten Staatsgebiete beträgt der Zuwachs der jüdischen Bevölkerung allein 52,869 Seelen. Das Verhältnis in den bisherigen preußischen Landen ist 1,ss Procent. — Eine große Anzahl ehemaliger einjähriger Freiwilligen jüdischer Religion, welche in ihrem