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Der Israelit · 1867-07-03 · Heft 27 (3.7.1867) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 27 (3.7.1867)
Date
1867-07-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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460 liegen die Bedingungen zur glücklichen Gestaltung unserer Lebensverhältnisse!" „Wozu noch unsere Kinder hinführen zuDiscipIinen, die ihnen im Leben keinen praktischen Nutzen gewähren? Die Resultate der modernen Forschung stehen ja ohnehin in Widerspruch mit diesen traditionellen Annahmen." So lauten ungefähr die Sätze, mit welchen heutzutage die Negirung des Positiven, das Ausgeben von tausendjährigen religiösen Institutionen, die Abschüttelung alles Deffen, was den Vätern als heilig galt, gerechtfertigt werden soll. Und sie sind ganz dazu angethan, den nur im Verkehrsleben stehenden, den nur im Geschäftsleben sich bewegenden Mann, besonders wenn seine Kindheit im elterlichen Hause keine tieferen religiösen Eindrücke erhielt, wenn er die frühzeitige Angewöhnung zur Ausübung religiöser Pflichten entbehren mußte, zu gewinnen und durch ihn weitere Propaganda zu machen. Begegnen wir doch häufig der Erscheinung, daß Eltern genug gethan zu haben glauben, wenn sie für die künftige Fachbildung ihrer Kinder Sorge getragen. Daß damit des Menschen wahre Bildung sich nicht vollende, daß damit seinem innersten Wesen nicht genug gethan werde, daß es damit nicht zur vollen Entfaltung der reichen Gaben des menschlichen Geistes und Herzens kommen, mit einem Worte, der wahre Werth des Menschen nicht zur Geltung gelangen Und das richtige Urtheilsvermögen, das aus dem klaren Verständniß der zu beurtheilenden Dinge ttsultirt, erzielt werden könne, das — vermögen sie nicht einzusehen. — Und die nach solch' einseitiger Richtung erzogenen Menschen wagen es, noch zu sprechen: „Die Resultate der modernen Forschung stehen in Widerspruch mit unseren traditionellen Annahmen." Wie? Im Widerspruch mit unseren traditionellen Annahmen? Wer sagt euch das, ihr blinden Nachbeter jedes neu geschaffenen Systems, das umsomehr euren Glauben gewinnt, je seltsamer es klingt? Wollt ihr eS als Dogma annehmen, weil man es euch plausibel macht und weil ihr keine Gründe zur Widerlegung gefunden? Habt ihr es nie vernommen, wie die Systeme wechseln, wie ein großer Geist mit Leichtigkeit Blößen entdeckt, die von der großen Menge nicht wahrgenommen werden? wie der Nachfolger in der Regel das für unstatthaft erklärt und bewnst, was sein Vorgänger als unzweifelhafte Wahrheit aufgestellt? Wie? Der Offenbarungsglaube sollte in Widerspruch stehen mit den Ergebniffen der Naturforschung? Mit Nichten! Die Bibel ist das Buch der Natur. Das Universum repräsentirt den verkörperten, in her Bibel ausgesprochenen Gedanken Gottes. Die Natur erforschen, ist, in dem Einzelnen, wie in dem Ganzen diesen verkörperten Gedanken Gottes, diese U-Wteittstimmung mit dem Gottesworte wiederfinden, p Jjob Cap. 12, V. 7, 8, 9 u. 10: pm piO ppp in D’dem ppp pm rnona nnwy n-T »a rtax-Pa pr->6 'v ,dvi ’Ji “\b nöD’i “.itnx--M2-bD nm ’n-^a »w n»a ,nNi Und wenn unsere Weisen sagen, daß den zehn Aussprüchen, mit welchen die Welt in's Dasein gerufen wurde, zehn Aussprüche gegenüber stehen, welche das geistige Leben des Menschen regeln und ordnen, so soll wohl damit gesagt werden, daß Uebereinstimmung bestehe zwischen den Gesetzen, welche der materiellen und denen, welche der geistigen Welt ihren Ordnungslauf bestimmen, daß aus der Betrachtung der Körperwelt in ihrem Einzelnen, wie in ihrem Ganzen, die Gedanken Gottes wieder erkannt werden, die in der heiligen Schrift ihren Ausdruck finden, ja, daß sie gerade auf dieselben Aussprüche zurückführeu müsse, welche dem geistigen Leben des Menschen Lauf und Ordnung bestimmen. — Und wenn nun der forschende Menschengeist neben vielem Nützlichen auch Ergebnisse zu Tage fördert, die mit dem Offenbarungsglaüben in Widerspruch zu sein scheinen, dann ist es ein Beweis, daß die Wissenschaft noch nicht jette Klärung erhalten, durch welche allein sie unfern Glauben in Anspruch zu nehmen berechtigt ist; denn rm 'n min, die Lehre Gottes ist Wahrheit und die Körperwelt ist das Siegel dieser Wahrheit, NQN nn"pn bw lörvrn; sie ist das zu Tage tretende, unserer sinnlichen Anschauung zugängliche Gepräge der Uebereinstimmung der Form mit dem Inhalte; das treue äußere Zeugniß des in den Dingen wirkenden Geistes. Hier zeugt Alles von dem einheitlichen Plane des Weltschöpsers, von der Zusammengehörigkeit aller Dinge zum harmonischen Zusammenwirken des großen Wcltganzen. Unterschätzen wir nicht die Anstrengungen des menschlichen Geistes in seinem Streben, die Wahrheit zu finden; erkennen wir sein Verdienst an um die Hebung des Menschengeschlech s, um die Besserung seines materiellen Wohls, um die Einsetzung in seine angeborenen Naturrechte; aber hüten wir uns, alles Das sogleich als einen Orakelspruch hinzunehmen, was der nie zur Vollendung kommende menschliche Forschergeist zu Tage fördert! „Die Wahrheit finden wollen," sagt Lichtenberg, „ist Verdienst, wenn man auch auf dem Wege irrt." Unser Lebensheil quillt nicht in wandelbaren und umstößlichen Systemen; aber es quillt in der Wahrheit, die der Menschenge st trotz tausendjährigen Forschens und Strebens nicht finden konnte und die ihm die hilfreiche Hand Gottes bieten mußte. Und diese himmlische Wahrheit, die dem zum reinen Erkennen der ewigen Wahrheit aus eigener Kraft unzulänglichen

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