Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1867)
- Date
- 1867-07-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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VIEL Jahrgang. JM 27. Israelit. Ein Kenlrat - Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 3. Juli 5627 (186 7). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder sl. 5. 15 kr. rh Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate Ufe Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. In haltr Leitende Artikel: Das Gotteswort und die Natur. — Die biblischen Verheißungen in Bezug auf die letzten Ziele des menschlichen Strebens. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Augsburg. Berlin. Gudensberg. — Oesterr. Kaiser st.: Pesth. Starasol. — Italien: Florenz. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. — Rußl. u. Polen. — Palästina: Jerusalem. — Amerika: New-Aork. — Afrika.- Tanger. — Feuilleton: De Pinto von Amsterdam. — Inhalt der Beilager Zeitungsnachrichten und Correfpondeuzeu: Deutschland: München. Fürth.— Oesterr. Kaiserst.: Brody.— Frank- ] reich: Nizza. — Feuilleton: David Rubeni und R. Salomo Molcho. — Leitende Artikel. Das Gstteswsrt und die Matur. Von Moritz Fuld. q»dh by 'n bip „Die Stimme Gottes ertönt im Wasser." Man hört häufig declamiren: „ Dahrngegangen sind die Jahrhunderte der Bannung des menschlichen Geistes; gebrochen die Fesieln, die seine freie Bewegung hemMten; keine Beschränkung, keine Bevormundung mehr für den Menschengeist, der' sich nach langem'Ringen und Kämpfen die freie Bahn gebrochen, auf der er dahinwandert, frei, wie es seinem innersten Wesen entspricht, von keines mächtigen Diktators Willen in seinem Forschungsgange gehemmt; von keinen Einflüssen mehr beengt, wie sie der Egoismus, die Heuchelei zu erfinden pflegen. O, Menschengeist, welche immense Fortschritte hast du gemacht, seitdem du dich der Fesieln, die dich in Nacht und Dunkel hüllten, entschlagen hast! Welche staunenswerthe Ergebnisse sind zu Tage getreten, seitdem du den freien Forschungsgang begonnen! Und wenn die Menschheit freier athmet; wenn der unterdrückte Theil derselben in sein volles Menschenrecht eingetreten: wem anders, als Dir, verdankt er die unschätzbare Erkenntniß seines wahren Menschenwerthes?" „Männer der Wissenschaft waren es, welche von allen bestehenden Verhältnissen abstrahirten, auf den Uranfang dieser Verhältnisse zurückgingen, den Ursprung und die Fortentwicklung der Verschiedenheit! der menschlichen Rechte einer gründlichen Untersuchung unterwarfen und als Resultate dieser Untersuchungen Principien aussteüten, deren Früchte wir jetzt genießen. Männer der Wissenschaft, die den finstern Aberglauben verscheuchten, der den Menschengeist in steter Angst und Sorge, in der demüthigsten Unterwürfigkeit hielt; Männer der Wissenschaft, die durch Anwendung der aufgefundenen Naturkräfte auf menschliche Einrichtungen das materielle Wohl des Staates auf eine ungemeine Weise förderten, die die großartigen Verkehrsanstalten schufen, durch welche der Mensch dem Menschen genähert, durch welche die entferntesten Völker miteinander in nahe Verbindung treten und Cultur und edle Menschenbildung dahin verpflanzt werden, wo sonst nur Rohheit und Barbarei herrschten." „Ja, nur ein Blinder und Verblendeter kann diese Vortheile verkennen, welche der Civilisatwn, dem Menschenrecht, der materiellen Wohlfahrt des Menschengeschlechts durch den freien Gang des forschenden Menschengeistes geworden. Darum weg mit allen verrosteten Vorurtheilen einer abgestorbenen Zeit! Dem freien wissenschaftlichen Forschergeist allein laßt uns unsere Huldigung darbringen; an ihn wollen wir unS anschließen; hier quillt der Born unseres Lebens; hier