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Der Israelit · 1867-06-26 · Heft 26 (26.6.1867) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 26 (26.6.1867)
Date
1867-06-26
Page
– (sequence 21)
Language
German
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455 gemeldeten Recours-Veto zusteht, und analoge Befugniß den Lokalkomites in Bezug auf die Wahlen in die Provinzialcomites eingeräumt werden. Zur Vereinfachung der Arbeit und Erleichterung des Publikums mögen immerhin Provinzialkomites nützlich werden. Lokalkomites halte ich wie schon,in meinem Vorigen angedeutet, für überflüssig, da jeder der Sache ernst geneigte Mann sich zum Agenten derselben mit besonderer Freude hergeben wird. *) Herr Dr. H. will die durch den Verein zu versorgenden jungen Leute zu Beiträgen verpflichten, indem er sie zu Mitgliedern macht. Der Verein darf aber seine Beihilfe nicht an die Bedingung der Mitgliedschaft knüpfen. Man wird von dem eben die Schule verlassenden Jüngling nicht Contribution verlangen, ehe man ihm zur Erlangung einer Lehrlingsstelle Beihilfe widmen will. Es würde wohl angemessen sein, den jüdischen Commis re., die dem Verein beitreten wollen, Aufnahmegeld und gleichen jährlichen Beitrag aufzuerlegen, um aus diesen Geldern einen besonderen Fonds zu gründen zu gegenseitiger Unterstützung bei Stellenlosigkeit (unter Fixirung eines Maximums und begränzter Zeitdauer) und zu Verpflegung in Krankheits- und Unfähigkeitsfällen; es müßte dieser Fond getrennt verwaltet werden. Alle diese Punktationen sind nun auf den Schomre Schabbath-Verein für Deutschland außer Oesterreich berechnet und bitte ich Sie, mir noch auszuführen zu gestatten, daß daö Bedürsniß der beiden Vereine für Deutschland und Oesterreich aus gänzlich verschiedenen Ursachen erwachsen, indem zu Aufhaltung weiteren Verfalls und zu Zurückführung zu heilsameren Zuständen im religiösen Leben, soweit es mit dem bürgerlichen Berus und Erwerb bei unzähligen Existenzen in Beziehung steht, der Eine hauptsächlich innerhalb des Judenthums seine Nothwendigkeit findet, während der Andere durch außerhalb des Judenthums liegende und der direkten Machtsphäre derselben entrückte Umstände bedingt ist. Bei so heterogener Natur der beiden Vereine, die nur das zufällige gleichzeitige Jnslebentreten in Folge gegebener Anregung gemeinsam haben und die Gleichartigkeit des endlichen Zieles, das aber Beide auf ganz gesonderten Wegen und sonst ganz verschiedene Zwecke in Aussicht nehmend, verfolgen, erkenne ich nicht den Nutzen des vorgeschtagenen Zusammenwirkens kraft einheitlicher Organisirung Beider, und möchte ich durch solches beinahe eher gegenseitige Hemmung in der freien Enthaltung prognosticiren. Die vollständig durchgeführte selbstständige und unabhängige Organisirung der beiden Vereine würde darum nie ein für spezielle und viele Fälle geeignet erscheinendes Jneinandergreifen der beiderseitigen Bestrebungen zu behindern brauchen und könnte solches reciproke Wirken durch besondere Vereinbarungen geregelt werden. Ich komme noch einmal auf den Sitz des Vereins für Deutschland zu sprechen und glaube, daß ÄKainz recht geeignet wäre, solchen abzugeben, wofür ich neulich schon einige Gründe ausiührte. Würde Frankfurt dafür bestimmt, so möchten sich Städte wie Breslau, Berlin u. A. zurückgesetzt fühlen und möchte -sich darum gchon das — wenn ich so sagen darf — in commercteller Beziehung „neutrale" Mainz empfehlen. Im Derhältniß zu ganz Deutschland bilden ja doch die jüdischen orthodoxen Geschäftsinhaber Frankfurts eine verschwindend kleine Zahl. Es bleibt mir übrig, einige Worte gegen die von Herrn Rosenbaum in Würzburg beliebte Eintheilung der Prinzipale und die daran geknüpften Consequenzen einzuwenden; ich möchte solche wegfallend und nicht die Beschränkung auf orthodoxe Prinzipale durchgeführt sehen, zu welchem Wunsch mich schon der Umstand bringt, daß in hiesiger Gemeinde z. B. grade die religiösesten jungen Leute fast nur in den am Sabbat offenen Geschäften und Comptoiren placirt sind, wo ihrer ausgedehntesten Ausübung der Religionsvorschriften nicht das Mindeste im Wege steht, sie im Gegentheil theilweise eher noch darin ermuntert werden. Und so wird es in vielen Orten sein. Auch ist wohl zu hoffen und vorauszusehen, daß viel mehr Stellesuchende von dem Verein zuchversorgen sein werden, als in den religiösen Häusern allein Vacanzen sich darbieten dürsten. Das wird sich — gebe Gott — durch die wohlthätige Wirksamkeit des Schomre-Sch.- Ver. im Verlaufe der Jahre ändern. Also nur in erster Reihe, nicht aber ausschließlich wird das Augenmerk auf religiöse Prinzipale zu richten sein, falls nicht die Frage, ob hierbei die Bedenken von Religionswegen es über die nicht unwichtigen conventionellen Rücksichten davontragen, von kompetenterer Stelle zu Ungunsten dieser letzteren entschieden werden muß. Hoffend, daß meine Expectorationen zur Klärung der Situation das Ihrige beitragen, grüße ich Sie, Herr Redacteur, mit der Versicherung besonderer Werthschätzung. Ihr sehr ergebener Gg. M. Köln, den 13. Mai 1867. *) Anm der Red.: Wir sind nicht der Ansicht; es ist durchaus nothw<ndig, daß die Betreffenden ex officio handeln, wie ja auch die Weisen lehren 'cm?»5o l>7j - «—W*

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