Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1867)
- Date
- 1867-06-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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346 sie am Ende des Schuljahres nach der mit ihnen vorgenommenen Prüfung einZeugniß mit gehöriger Classifikation erhalten. Es wäre auch wünschenswerth, wenn die Schüler beim Austritte aus dieser Talmudschule einen selbst verfaßten Aufsatz moralischen Inhalts, sowohl in hebräischer als deutscher Sprache, der Prüfungscommission vorlegen möchten. Trebitsch, am 8. Mai 5627. Hochachtungsvoll Euer Ehrwürden Ergebenster Joachim Pollak, Ortsrabb. Pre^burg, Ende Mai 1867. Mein Tag der Freude, sondern ein Tag der Trauer und Klage sollte der ntsns '? njw mp für unsere Gemeinde, für ganz Ungarn sein, da an ihm die Krone unseres Hauptes genommen wurde. Eines der edelsten und geachtetsten unserer Gemeindemitglieder pnsn bi*'': Vno “«a fft aus unserer Mitte in das ewige Jenseits abgerufen worden. An dem am darauffolgenden Sonntag stattgefundenen Leichenbegängniß betheiligte sich fast die ganze Gemeinde und man konnte an den Thränen, die während desselben von den Theilnehmern vergossen wurden, sehen, daß sie ein th eures Mitglied zur letzten Ruhestätte geleiteten. Aus dem D”n rP3 hielten unser ehrwürdiger Oberrabbiner sow'e der ehrwürdige Rabbiner F. Fischwann gehaltvolle Der Verblichene hatte in seiner großen Bescheidenheit in seinem Testamente seinen Willen dahin geäußert, daß ihm kein Wort des Lobes am Grabe nachgesagt werden solle. Es war aber auch von Seiten der Redner gar nicht nöthig, erst durch das Erzählen seiner großen Werke und guten Eigenschaften, die er besaß, die Gemächer zu erregen, dieselben waren Jedem bekannt und werden es auch bis in die späteste Zeit bleiben. Der Reiche verlor in ihm seinen vertrauten Freund, der Arme seine Stütze und seinen Helfer, die verlassene Wittwe ihren Tröster und die Waisen ihren zweiten Vater. Mit jugendlichem Feuereifer lag er bis an das Ende seiner Tage den Pflichten seines Amtes als Notar der hiesigen israel. Gemeinde ob, die er mit großer Uneigennützigkeit und Rechtschaffenheit versah. L. Feuilleton. David Nutzern und Fl. Salomo Wolcho. Von Abraham Tendlau. (Fortsetzung.) Am fünften Tage meiner Wanderung sah ich den Ort von Ferne, der uns so sehr zum Anstoß gewor- *) Sein Schwiegersohn, Herr Rabbiner D. Deutsch, hielt seinen 7222 im Hause des Verblichenen und sprach auch später am Grabe Worte der Rührung. den ob unserer Sünden all, die wir gegen den Herrn, unfern Gott, gesündigt, und weil wir ihn nicht um Verzeihung gebeten haben, nicht von unfern Miffethaten zurückgekehrt sind, um wieder auf seine Stimme zu hören und in seiner Wahrheit weise und glücklich zu sein. — Ich erhob mein Auge zum Himmel und vergoß einen Strom von Thränen ob meiner Sünden und ob der Sünden unseres Volkes. Ich öffnete meinen Mund °der Thränenpforte gegenüber und begann: „O Herr Zebaoth! wie lange willst Du Dich Jerusalems und der Städte Juda's nicht erbarmen bei so vielen Uebelthaten, welche die Zwingherren in jener Stadt verübt, uns zu bedrängen und uns weit weg von unserem Lande zu zerstreuen? — Ach, durch unsere Sünden und durch die Vergehen unserer Väter rst Jerusalem und Dein Volk zur Schmach geworden bei Allen, die uns umgeben! So höre denn, mein Gott, das Gebet Demes Knechtes und merke auf sein Flehen!" — _ „ Möge der heilige allein geöffnet sein — der einzige Stein, den Du vor Deine heiligen Priester gegegeben, sie zu kleiden in Gerechtigkeit und Heil — das Horn Dernes Gesalbten sprossen zu lassen! Vergib das Vergehen Deiner Kinder, der Söhne Deines Bundes, die Du unter die Völker hin vertrieben! Gedenke ans des Bundes und der Gnade, die Du unfern Vätern seit den Tagen der Vorzeit zugeschworen! Laß Dein Antlitz leuchten über Dein verwüstetes Heiligthum um Deinetwillen, mein Gott! um Deines Namenswillen, der über Deine Stadt und über Dein Volk genannt worden 1" — Also sprach ich, und so-che Worte betete iä};mein Auge glich einer strömenden Quelle. Meine Kraft verließ mich: kaum blieb die Seele in mir. Ich sammelte meine Kräfte und betete das Abendgebet auf dem Felde, ehe ich die Stadt betrat. Als ich an den Segensspruch „Erlöser Israels" gelangte, drang eine Stimme zu meinen Ohren, mich unterbrechend mit den Worten: „Und Se'ir wird seinen Feinden zum Besitze werden." —ls) Bei dem Segensspruche: „Der einsammelt die Verstoßenen seines Volkes Israel" vernahm ich dieselbe Stimme sprechend: „Und Israel übt Heldenthaten." —16) Bei dem Segensspruche: „Ein König, der liebt Recht und Gerechtigkeit" vernahm ich: „Zur Zeit, wo ihr Fuß wankt." —17) Bei dem Segensspruche: „Stütze und Zuversicht der Frommen" vernahm ich: „Und über seine Knechte erbarmt Er sich." —18) Bei dem Segensspruche: „Der Jerusalem aufbaut" sprach die Stimme: „Mein ist Rache und Vergeltung; —19) bei dem Segensspruche endlich: „Der das Horn des Heiles sprossen läßt:" „Und Edom wird eine Eroberung sein." —20) 15) 4. B. M. 24, 16. — 16) ebendas. — 17) 5. B. M. 32, 35. — 18) Das. 32, 36. — 19) Das. 32, 35. — 20) 4. B. M. 24, 15. —