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Der Israelit · 1867-06-26 · Heft 26 (26.6.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 26 (26.6.1867)
Date
1867-06-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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»41 selben |in Folge eines von ihm verfaßten gediegenen medicinischen Werkes. (Jew. Chron.) Amerika. Cincinnati, Anfang Juni. Herr Rabbiner Dr. Jllorvy hat auch hier die Idee eines Sabbatvereins mit G s. D. vorzüglichem Erfolge angeregt. Wer Amerika näher kennt, wird sich nicht wenig darüber verwundern; allein bas Volk des Herrn ist überall leicht für die Gebote des Herrn zu gewinnen, wenn nur die rechten Männer in der rechten Weise zu wirken verstehen. Es lag Anfangs nicht in der Absicht des Herrn Dr. Jllorvy einen besondern Sabbatverein zu gründen, sondern nur Beiträge für den in Deutschland angeregten zu sammeln; allein die Theilnahme ward bald eine so bedeutende, daß ein eigener Verein ins Leben gerufen werden konnte. Derselbe hat sich nunmehr conftiluirt und folgende drei Punkte zum Ziele seines Strebens gemacht: 1) Engagements gesetzestreuer junger Leute in solchen Häusern zu vermitteln, in denen Sabbat und Festtage gefeiert werden; 2) Arme Commis und Lehrlinge derart zu unterstützen, daß sie nicht gezwungen werden Engagements, die mit Entweihung des Sabbats verknüpft stnd, annehmen zu müsien; 3) Gesetzestreuen jungen Leuten durch Vorschüsse die Gründung eigener Geschäfte zu ermöglichen und so die Gelegenheiten zu vermehren, andere Commis und Lehrlinge unterzudringen. Wir hoffen, daß der neubegründete Verein für das religiöse Leben in Amerika von bedeutendem Einfluffe sein wird. Das walte Gott. — Feuilleton. Ae Mnlo von Amsterdam. (Fortsetzung.) X. In seinem finstern Kerker saß Don Jsak, vom Grame tief daniedergebeugt. In diesem feuchten Loche, in das niemals ein Strahl der Sonne drang, hatte er auf die Gesellschaft jedes menschlichen Wesens verzichten muffen. Seitdem er es immer entschiedener abgelehnt halte, seinen Glauben zu verleugnen, war man mit furchtbarer Härte gegen ihn vorgegangen. Durch ein Loch in der Wand ward ihm die Speise, trockenes Brod und Waffer, gereicht; hoch öden ließ ein vergittertes Fenster nur spärlich frische Luft zu; nur einmal in der Woche erschien der Kerkermeister, die Zelle zu reinigen und den Gefangenen zu fragen, ob er bei seinem Entschlüsse beharre. Bücher und Schreibmaterialien hatte man ihm versagt; dagegen hatte man ihn mit schweren Ketten belastet. In dieser Einsamkeit bot ihm eine Kröte, die stch in seinem Kerker aufhielt, einige Zerstreuung; er hatte ste an sich gewöhnt, und sie fraß aus seiner Hand. Aber die Kröte starb, und Don Js.rk war es, wie wenn er einen Freund verloren hätte. Als Don Jsak so in sich versunken, fall verzweifelnd da saß, da öffnete sich plötzlich zur ungewohnten Stunde die Kerkerthür; ein Mönch trat herein, das Zeichen des Kreuzes machend. Als Don Jsak still vor sich niederblickte, Hub der Mönch an zu sprechen: „Das hohe Tribunal der heiligen Inquisition schickt mich zu Euch. Euch zu fragen, ob Euer Starrsinn endlich gebrochen sei, ob Ihr die heilige Taufe empfangen w llt?" Don Jsak schüttelte das Haupt. „„Warum quält Ihr mich so?"" sagte er; „„ich habe meinen Entschluß ja längst kundgethan. Warum macht Ihr nicht ein Ende und tödtet mich bald, warum quält Ihr mich langsam zu Tode?"" „Ist das Euer letztes Wort?" „„Mein fester, nnwiderruflichsr Entschluß."" „So habe ich Euch noch etwas Anderes mitzutheilen. Kennt Ihr Don Henriquez de la Fonteira in Madrid, den Geldwechsler?" „„Dem Namen nach; mein Haus steht in Verbindung mit ihm."" „Ganz recht. Er hat Nachricht von den Eurigen erhallen; sie sind von Eurem Schicksal unterrichtet; ste werden Alles aufbieten, Euch zu befreien, und lassen Euch bitten, nicht zu verzweifeln!" „„Und das sagt Ihr mir, Ihr, ein Abgesandter der grausamen Inquisition?"" „O, Herr, wessen Ihr beschuldigt seid, das bin ich wirklich — ein Maranno, ein heimlicher Jude." „„Ihr, der Priester, der Abgesandte der Inquisition?"" „Ich, der Priester, ein Mitglied des Tribunals der Inquisition, bin im Herzen und in unterirdischen Gewölben Jude. Seit jeher war es unser Streben, Einige von uns in dieses Tribunal zu bringen, um unfern Brüdern zu nützen, sie zu warnen, und womöglich, sie zu retten. Darum verzaget nicht, Don Jsak, Ihr habt Freunde, die für Euch thätig sind." „„Gelobt sei Gott!"" rief Don Jsak aus, „„der Retter aus der Roth!"" „Jubelt nicht zu früh," sagte Pater Jose, so hieß der fremde Geistliche, traurig, „noch schwebt Ihr in großer Gefahr. Das Jliquisitionötribunal hat beschlossen, zur Feier des Frohnleichnamsfestes, den Bewohnern von Madrid ein langentbehrtes Schauspiel

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