Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-06-26 · Heft 26 (26.6.1867) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 26 (26.6.1867)
Date
1867-06-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447317--05250-2460747
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

439 joritat zu verspotten. Genug, es wurde dem Lehrer Satisfaction, und die Sache war abgethan. Heute nun taucht dieselbe Angelegenheit in Laasphe, Kreis Wittgenstein, wieder aus, indem das Presbyterium daselbst den Lehrer Simon dieses Verbrechens angeklagt. Freilich konnte der königliche Staatsanwalt kein Verbrechen darin finden, allein das Presbyterium hat die Polizei um Hilfe angerufen und die Klage aufrecht erhalten. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, den 14. Juni. Der gefertigte Vorstand sieht sich durch Ihr Wohlwollen und Ihre Güte, womit Sie im Jntereffe des Institutes den Jahresbericht in Ihrer so sehr geschätzten und viel gelesenen Zeitschrift veröffentlichten, auf das Angenehmste veranlaßt den wärmsten und innigsten Dank dafür auszusprechen. Auf Ihre Berichtigungen erlaubt sich der Vorst, zu bemerken, daß das isr. Taubst. Inst, in London im Monate April dieses Jahres, in welchem unser Jahresbericht geschrieben wurde, noch nicht seine Thäligkeit begonnen hatte, daß ferner im Taubst. Inst, in Rotterdam wohl israel. Zöglinge ausgenommen und von Herrn Dr. Hirsch im Religionsfache unterrichtet werden, keineswegs aber ein ausschließlich isr. Taubst. Inst. ist, und daß es endlich außerösterr. isr. Kindern gestattet ist, in unser Institute ausgenommen zu werden, wenn dieselben den dafür zu leistenden Betrag zahlen. In diesem Jahre befinden sich 2 ausländische Kinder (aus Thorn und Krotoschin) in der Anstalt. Wir rechnen es uns als eine Ehre an, Sie geehrter Herr Dr., zu den unterstützenden Mitgliedern unseres Institutes zählen zu dürfen und empfehlen dasselbe Ihrem ferneren Wohlwollen und Ihrer einflußreichen Fürsprache. Mit dem Ausorucke der Hochachtung und Verehrung zeichnet ergebenst. Der Vorstand des allgem. österr. israelit. Taubstummen-Jnstituts in Wien. Dr. Jg. v. Hofmannsthal. Siegmund Frank. A. Tauber. Wien. In Angelegenheit der Eidesfrage der Juden hat der Justizminister ein diesbezügliches Memoire des hiestgen jüdischen Gemeindevorstandes wohlwollend ausgenommen und den Gegenstand in Verhandlung zu nehmen versprochen. Run hat auch der Bürgermeister in Wien, an welchen stch der Gemeindevorstand ebenfalls gewendet, damit derselbe von seinem Standpunkte aus und seinen bei der Kommune gemachten Erfahrungen den Gegenstand unterstütze, ein Gutachten an das Justizministerium gerichtet, in welchem er sich in liberalster Weise für Abschaffung denoch mittelalterlich gefärbten Judeneides ausspricht. (Frdbl.) Prag, den 4. Juni. In einer der jüngsten Nummern Ihres geschätzten Blattes brachten Sie einen wahren Schmerzensschrei der Gesetzestreuen über die Anmaßungen einiger unbedeutenden Persönlichkeiten, welche es dahin brachten, daß die schönste Synagoge in Prag (Klaussynagoges von ihren besten und frömmsten Mitgliedern verlassen wurde. Die Neuerer blieben nicht bei dem ersten Punkte stehen. Eine EEneralversammlung, von jenen Leuten zusammengetrommelt , ungefähr .‘»0 Personen stark, beschloß, einen Prediger in der Person eines unbekannten Bachur aufzunehmen, der dann die weiteren Reformen einsühren soll. In der ganzen Versammlung war kaum Einer, der des Hebräischen, geschweige denn, der jüdischen Theologie kundig wäre, und diese Versammlung beschloß die Aufnahme eines Predigers und Svnagogenrabbiners, über dessen Befähigung oder Richtbefähigung ihnen jedes Urtheit abgeht. Da auch der Vorstand ergänzt werden mußte, so wurde bei dem Umstande, daß man der Reform zusteuert, ein Mann gewählt, der genug Anstandsgefühl besaß, in Anbetracht seines irreligiösen Lebenswandels die Wahl abzulehnen; derselbe wurde indessen damit beschwichtigt, daß man es gegenwärtig mit diesem Punkte nicht zu genau zu nehmen brauche. — Anderseits kann ich Ihnen die erfreuliche Nachricht mittheilen, daß der in Ihrem geschätzten Blatte so sehr befürwortete rottf - Verein hier in besseren Kreisen Anklang gefunden und ein Zweigverein unter der Leitung des Predigers der Pinkasfynagoge Dr. E. Hoff in Bildung begriffen ist. Es wurde zwar dem Oberrabbiner Rappoport angetragen, sich an der Spitze dieses Vereines für Böhmen zu stellen; derselbe lehnte dies aber aus unbekannten Gründen ab. Ein Aufruf von Dr. Hildesheimer wurde bereits nebst einem Circulare an die Rabbiner und Vorstände resp. Cultusgemeinden gesendet, und ist schon eine nicht unbedeutende Anzahl Mitglieder für diesen Verein gewonnen worden. In Angelegenheit der Besetzung der Predigerstellen hat endlich die Cultus- Repräsentanz einen Schritt gethan, in dem sie die verschiedenen Vorstände der sämmtlich hier befindlichen Synagogen zu einer Besprechung eingetaden, um das Verhältniß der einzelnen Synagcgengemeinden zur Gesammtgemeinde zu normiren. Die einzelnen Synagogengemeinden beanspruchen nämlich für ihre von ihnen bestellten Prediger das Recht, stch Rabbiner zu nennen und bei Trauungen als solche zu sunctioniren; da nun die Berechtigung zu trauen bisher nur den von der Cultus-Repräsentanz

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.