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Der Israelit · 1867-06-19 · Heft 25 (19.6.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 25 (19.6.1867)
Date
1867-06-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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429 der echte Fortschritt, die Zeit nämlich, in welcher die Orthodoxie über die Reform den Sieg davon tragen wird, herannaht, Nachstehendes zur freudigen Nachricht zu unterbreiten. Bei der Beamtenwahl des hierortigen hochlöbl. Comitates, welche vorige Woche vor sich ging, wurde nämlich ein hiesiger junger Advocat, Namens Moritz Kralovsky, zum Comitats-Honorar-Ober-Fiscal ernannt. Derselbe hat erst unlängst hierorts seine Praxis begonnen, und ist streng orthodoxer Jude. Zum Lobe der zur Berathung gezogenen Commission, ob derselbe nämlich wahlfähig sei, muß erwähnt werden, daß alle, ohne die mindeste Einrede, einstimmig dessen Wahl gütig erklärten. Als man denselben mit dem zur Einleitung dieser Stelle verbundenen Eid beauftragte, bat er um Erlaubniß, seine Kopfbedeckung aufsetzen zu dürfen, und schwur aufs Feierlichste der Constitution vollste Treue zu, und zwar in allen Fällen und in jeder Beziehung, jedoch mit den Worten „bis zur Religion" endete er seinen Schwur und fügte die Bedingung hinzu, daß man ihm Samstags und Feiertage seiner Amtspflichten enthebe. Zum Beweis, daß man, ohne diese heilige Religion mit Füßen zu treten, zu Ehrenstellen gelangen kann, und man nicht vorerst genöthigt ist, sich des Namens „Jude" zu schämen und diesen zu verleugnen, um ein nützliches Mitglied der Landes- und Staats- Verwaltung zu sein, möge man sich folgenden Factums bedienen. Es sind nämlich noch einige andere jüdische Advocaten am hiesigen Platze, worunter 2 dis 3 zu den tüchtigsten gezählt werden können. Der Eine unter ihnen, der schon längere Jahre seine Praxis hier übt, ist mit den meisten obrigkeitlichen Personen befreundet und ißt zuweilen aus einer Schüssel mit ihnen, und auch die übrigen können zumeist zur Reform- Partei gezählt werden; und zur Schmach und zum Verdruß derselben wurde ein junger Advocat, der im strengsten Sinne des Wortes Jude ist, ihnen vorgezogen. R. L. Amerika. New-Aork. Vor Kurzem starb dahier Herr Dr. Simeon Abrahams. Derselbe war in seiner Jugend unbemittelt, hat sich jedoch durch eigene Thätigkeit ein bedeutendes Vermögen erworben. So oft es seine Geschäfte erlaubten, studirte er in den hebräischen Schriften und setzte diese Uebung 30 Jahre lang fort; er wollte sogar einen Theil des Talmuds übersetzen. Er war ein ausgezeichneter Arzt und hatte eine lucrative Praxis. In jüdischen Angelegenheiten war er fortwährend thätig; der Richtung nach war er streng orthodox und wich niemals von seinen Principien ab. Viele Jahre begleitete er die Stelle eines Cassirers bei der Gemeinde „Sheerith Israelit", auch war er ihr ypm fyo. Als „Mohel" war er weithin bekannt gewesen und hat wohl unter allen übrigen Mohalim in Amerika die meisten Kinder in den „ Bund Abrahams" eingeführt. Vor einigen Jahren war er Präsident des „nordamerikanischen Unterstützungs-Vereins für die Armen Jerusalems". Wie hoch er in Achtung bei seinen Glaubensgenosten und Mitbürgern stand, beweiset sein Leichenbegängniß, an dem sich die meisten Mitglieder sämmtlicher Synagogen und viele hervorragende Christen betheiligten. In seinem Testamente verschrieb er seinem Bruder Benjamin ein lebenslängliches Einkommen von 50000 Dollar, seiner Schwester Dyer 30000 Dollar, der jüdischen Wohlthätiakeitsgesellschaft 25000 Dollar, dem jüdischen Hospital 2500:) Dollar, dem Lyinzin - Afylum in der Marion streut, 3000 Dollar, der amerikanischen weiblischen Beschützungsgesellschaft 5000 Dollar, dem Waisenhaus in Blovmingdale 5000 Dollar, dem Augen und Ohren-Krankenhaus 5000 Dollar, der Firemens - Gesellschaft 1000 Dollar, dem Taubstummen-Jnftitute 3000 Dollar, der Anstalt für alte Frauen 20000 Dollar, der Blindenanstalt 5000 Dollar, dem Jugend-Asyl zur Verbefferung der Gefangenen 2000 Dollar, dem New-Porker, nördlichen, östlichen, mittleren, westlichen, nordöstlichen und nordwestlichen Dispensary (ein Ort, wo an Arme Arzeneien vertheilt werden) je 1000 D., zusammen 7000 D., dem Augen-Hospital 2000 D.. einem andern Jugend-Asyl 3000 D., der Nerv-Parker Gesellschaft zur Unterstützung der Wittwen und Waisen der Aerzte 5000 D., dem Ammen-Hospital 3000 D., dem MalerhauS 5000 D., der Gesellschaft zur Unterstützung der Waisen von Malern 5000 D., jedem der Testamentsvollstrecker 1000 D., zusammen 3000 D. Sein Haus und sämmtliche Einrichtung hat er seinem Bruder und seiner Schwester mm lebenslänglichen Gebrauch gegeben; nach dem Ableben derselben fällt dieses, sowie das sämrntlich nicht verschriebene Vermögen dem New Porter Hospital zu. Die Herren Benjamin Abrahams, John H. Ricker und Samuel Ricker sind die Testamentsvollstrecker. Im Ganzen hat dieser Mann an baarem Gelbe, die 30,000 D. für seinen Bruder und seine Schwester und die 3000 D. für die Testamentsvollstrecker ausgenommen, 129,000 Doll. (322,500 fl.) zu wohlthätigen Zwecken verwendet. (Jew. Ehr.) Feuilleton. David Hindern und Hl. Sakorno WotiHo. Von Abraham Tendlau. (Fortsetzung.) Und er hauchte nach jenen Völkern hin, und sie wurden zu Erdhaufen. — Der Mann aber ging nicht über den Strom, um die Völker zu vernichten; er

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