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Der Israelit · 1867-06-19 · Heft 25 (19.6.1867) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 25 (19.6.1867)
Date
1867-06-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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430 Web an dieser Stelle, wo sich die Tauben befanden. Er hauchte jetzt auch nach den Tauben hin, die ihre Farbe gewechselt, und siehe, sie wurden alle wieder weiß, nicht eine war anders als die andre. Und der Strom floß jetzt reichlicher als bisher, und an beiden Seiten des Stromes sproßten Bäume hervor mit den verschiedenartigsten Fruchten. Da sprach ich zu dem Manne: „Was sollen diese Wunder alle und Zeichen? sag' es mein Herr seinem Knechte, wenn ich Gunst in seinen Augen gefunden." — „ Du kannst diese Dinge jetzt noch nicht wissen," antwortete er mir; „aber es wird Dir nicht verborgen bleiben." — Ich verneigte mich und sagte: „Es spreche mein Herr zu seinem Knechte, mir die Versicherung gebend, daß alle diese Dinge mir klar werden sollen." — Er segnete mich, und ich erwachte aus diesem Traumgcsichte, ohne irgend etwas begriffen zu haben. Später erschien mir eine ähnliche Gestalt wie die des ersten Greises, den ich in meinen frühern Gesichten geschaut, und erklärte mir Alles; doch ist es mir noch nicht gestattet, irgend etwas davon bekannt zu machen. Gibt es der Heilige, gelobt sei Er! mir zu, so hoffe ich, einen kurzen Auszug von allen Erscheinungen, die ich geschaut, mit deutlicher Erklärung niederzuschreiben und an Alle zu senden, die den Herrn ehren und seinen Namen achten. Zweites Sendschreiben Salomo Molcho's an die Weisen in Israel. Worte des Friedens und der Wahrheit. Mächtige Berge, Säulen der Verbannung, Hochverständige und Kenntnißreiche, Gerngesehene vor Dem, der in der Höhe thronet, denen es gestattet ist, einzutreten in den Palast des heiligen Königs, die gefertigt sind durch di»' siebzig Zweige des Lebensbaumes, der Thora.10) auf daß sie Mauer, Thor, uud hoher Berg seien rings um die zerstörte Stadt, deren Aufbau wir erleben mögen mit tiefem Frieden über dem Throne des gesalbten Königs, wir, Kinder Deiner Worte, himmlischer Gott! Neiget Euer Ohr und höret an die Worte eines Würmlems und keines Mannes, eines Schößlings vom Stamme unsrer Vertriebenen, der ausgezogen aus dem Lande unsrer Gegner, sich ausgehalten in Wald und Wüste, unter Dornen und Disteln. Da ruhte er und lagerte er, weil Vater und Mutter ihn verlaffen, wandelte im Finstern ohne Licht, sann in Nächten auf seinem Lager, welcher Tag Licht zeigen werde, aus daß er am Morgen seine Stätte erkenne und die Pfade des Tyrannen meide, — daß er wandele in den Wegen Gottes, um von Ihm Weisheit zu erforschen und Worte der Wahrheit zu vernehmen. Allzeit war es 10) S. Zinei par. Beresch. 10». — Vergl. auch Asarah Maamoroth Cap. II, S. 5 b. — der Kummer und die Sorge seines Herzens, seine Seele zurückzuführen vom Verderben, sie zu erleuchten Mit dem Lichte des Lebens, sie zu stärken an der göttlichen Rechten und die Linke von sich zu weisen. — In seiner Roth erhob er laut seine Stimme und rief: „Heilig!" um sich eine Hütte des Friedens zu erbauen; denn besser ist's auf Gott vertrauen, als vertrauen auf Fürsten; sie sind Gewaltige, die untergehen, Er aber wird ewiglich bestehen. — Seht und vernehmet Das und gebet die Ehre unserem Gotte! Im zwölften Monate, im Jahre, „da ich hörte Sprechende alfo: 29l — 1531): Laßt uns hingehen, auzuflehen das Antlitz Gottes und zu bitten den Herrn Zebaoth," da trat auch ich in den Palast der Fremdlinge jener großen Stadt, welche der Verheerung preisgegeben, deren Land zu brennendem Peche werden wird.") — Dahin kam ein Bote von Eurer Würde gesendet und brachte ein Schreiben und breitete es vor mir aus. Es war voll lieblicher, großer Worte, süß wie Honig meinem Munde. Nachdem ich es wohlbedacht gelesen, beschloß ich, Eurer Würde Einiges zu antworten. — Euerer ehrwürdigen Gelahrtheit ist wohl der Inhalt des Gesichtes bekannt, das ich von Monaftir aus an R. Joseph Taitasak in Salonichi, den Gott erhalte, mitgetheilt. Er bat mich, als ich dort war, ihm zu schreiben, aus welche Weise meine Auswanderung aus Portugal geschehen sei; ich schrieb ihm Alles nach meiner Weise und gelobte, ihm auch alles Das zu schreiben, was über mich noch im christlichen Reiche ergehen werde. Aus jenem Gesichte werden Euere Edrwürden ersehen, was Alles über mich ergangen von Portugal an bis ich wieder aus der Türkei nach dem Lande der Christenheit zurückgekehrt, wo mich heute die Hand des Königs der Könige, des Heiligen, gelobt sei Er! erfaßt hat durch die Hand seines Knechtes, meines Herrn David, so daß es mir nicht gestattet ist, irgend etwas Anderes zu thun, als was man mir vom Himmel gezeigt. — So will ich denn Eurer Ehrwürden zuverlässige Worte der Wahrheit berichten. — Als ich nach Ancona kam,") umringte mich sogleich eine Rotte böser Menschen und gab mich bei dem Bischof an, indem sie sagten, daß ich früher in den Zelten „Kedar's" gewohnt und jetzt mich zu den Friedvollen zähle. — Er lud mich vor sich. — Juden von da und aus der Türkei gingen mit mir, um zu sehen, wie die Sache ausfallen werde. Er fragte mich, wie es sich verhalte; ich antwortete: „Sie haben Dir die Wahrheit gesagt." — „Und was hat Dich dazu bewogen?" erwiederte er. — „Weil," sagte ich, 11) Vergl. Jes. 34, 9. — 12) Ancona war vom Pabst Clemens VII. mit Uebereinstimmung der Cardinäle den portugiesischen Nothchristen als Asyl zur Bekenntnißfreiheit angewiesen. —

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