Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-06-19 · Heft 25 (19.6.1867) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 25 (19.6.1867)
Date
1867-06-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447316--05232-2460728
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

422 Jahre. Dies on"D ist von ma *p?» 'ihd >rvnn anfgebaut worden und erfreut sich eines großen Rufes. — Seit zwei Jahren ist auch eine Massige Knabenschule errichtet worden, die in erfreulichem Aufschwung begriffen ist. Für Mädchen ist jedoch keine Lehranstalt da. und besuchen dieselben Schulen, in denen Nonnen Unterricht ertheilen. Welche Nachtheile diese Einrichtung der Jugend bringen, hat der „Israelit" in schon vielen Fällen berichtet. Wünschenswerth wäre es, daß eine anerkannte Autorität den Rabbinerposten zu Munkacs annehmen möchte. Wohl wurde der hochgelehrte, weitberühmte Herr Oberrabbiner Mayer Perlß zu Nagy-Käroly einstimmig von der ganzen Gemeinde gewählt, allein dieser hat bis jetzt seine Zusage noch nicht gegeben. — Bevor ich von dieser Gemeinde Abschied nehme, kann ich es nicht unterlassen, dem allgemein geehrten Herrn Baruch Meisels für seine unermüdliche Thätigkeit zum Wohle der Gemeinde, und im Namen der vielen Armen, denen er große Hilfe zukommen läßt, hiermit öffentlich den innigsten Dank abzustatten. Nachstehende Begebenheit dürfte für die geehrten Leser nicht uninteresiant sein. Vor Kurzem kam in die Munkacser Festung ein israel. Arrestant, der zu 4 Jahren schweren Kerkers verurtheilt war. Der arme Sträfling glaubte, durch die Verwechslung seines Glaubens sich seine Strafe zu erleichtern und erhielt auch auf sein Verlangen die Taufe. Der Verwalter, der hievon in Kenntniß gesetzt wurde, ließ den klugen Sträfling zu sich kommen. Als dieser voll Freude zur Thüre des Verwalters eintrat, dachte er kaum noch das Eisen an den Füßen zu haben; doch wie groß war seine Täuschung, als der Verwalter ihn mit folgenden Worten ansprach: „Mein tieber N. 1 Als Du noch Israelit warst und Du Dich von so manchen kraftvollen Speisen enthalten mußtest, konntest Du nicht mehr als zwei Eisen ertragen; jedoch als Christ darfst Tu Alles genießen, bist darum kräftiger und erhältst noch ein Eisen und mußt mehr Arbeit verrichten"! Von hier kann ich mittheilen, daß die hiesige Jeschiba mit Anfang dieses Semesters sehr zugenommen hat. Es sind circa 80 Dm na hier, von denen ein großer Theil aus entfernten Gegenden hierhergeströmt ist, um von dem weitberühmten und als hochgelehrt anerkannten Oberrabbiner Herrn Mayer Perlß Unterricht zu genießen. Bewundernswerth ist, mit welcher aufopfernden Thätigkeit dieser große Gelehrte für seine Jeschibajünger besorgt ist. t"k. Pesth, 15. Juni. In der heutigen Conferenz des Deal-Clubs wurde der Gesetzesvorschlag wegen Ausdehnung des Wahlrechts auf die Juden vorgelegt. Die Erwiderung des Ministeriums bemerkte: un nächsten Herbst werde die Judenfrage, verbunden mit einem Jncolatsgesetze, erledigt werde». Donaufürstenthümer. Jassy. In dem Bulletin des „Moniteur" wird gemeldet: Man schreibt aus Jassy, vom 26. Mai, daß zufolge ausdrücklicher von Bukarest gekommener Weisungen die administrativen Maßregeln, welche gegen die der Landstreicherei beschuldigten Israeliten eingeleitet worden waren, eingestellt werden, und daß den vertriebenen Individuen neuerdings der Aufenthalt auf dem rumänischen Gebiete verstattet worden ist. Von nun an werden die ordentlichen Gerichte allein berufen sein, über die Giltigkeit der Verhaftungen zu befinden, welche von den officiellen Kreaturen der Polizei bewirkt werden konnten. Rumänien. Bukarest, 26. Mai. Heute begab sich eine Deputation der angesehensten Israeliten aus den Donaufürftenthümern in das Palais und setzte dem Fürsten auseinander, daß das Gesetz, welches der Minister des Innern neuerdings gegen die Juden der Moldau zur Anwendung bringe, nicht allein veraltet und durch andre Gesetze aufgehoben sei, sondern daß es auch gegen die Constitution verstoße, welche besage, daß die Juden zwar nicht an den politischen, wohl aber an den Civilrechten der Einwohner Theil haben. (Kölm Ztg.) Frankreich. Paris. Das Telegramm, welches Kaiser Napoleon in Sachen der Juden von Jassy an den Prinzen Karl von Rumänien abgehen ließ, soll, wie das „Memor." wißen will, folgendermaßen begonnen haben: „Es drückt mich nieder, Prinz, in dem Jahrhundert, in welchem wir leben, persönlich in einer derartigen Frage einschreiten zu muffen." Die Antwort des Prinzen, die Dinstag Morgens in Paris eintraf, hätte gelautet: „Es sind Befehle ertheilt, die Verfolgungen einzustellen und die vertriebenen Israeliten wieder in ihre Wohnsitze zurückzuführen. Paris. Durch Decret vom 6. April ist für Paris die Stelle eines dritten Rabbiners mit einem Gehalt von 2000 Frs. geschaffen worden. (Univ. Jsr.) Paris. Der König und die Königin von Belgien speisten am 26. Mai bei Herrn James v. Rothschild in dem L-chloffe zu k'erriäros. (Unio. Jsr.) Paris. Unter den Eingeladenen zu dem vom englischen Gesandten abgehaltenen Ball, welchem der Kaiser und die Kaiserin beiwohnten, bemerkte man auch unfern Glaubensgenossen, Herrn v. Pars, aus dem Kap der guten Hoffnung, Commisiär bei der Ausstellung. (Univ. Jsr.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.