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Der Israelit · 1867-06-19 · Heft 25 (19.6.1867) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 25 (19.6.1867)
Date
1867-06-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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421 die s. Z. ebenfalls im „Israelit" veröffentlicht werden sollen. Möge dieses Beispiel in recht vielen israel. Gemeinden Nachahmung finden, und mögen unsere Heilquellen dem Anreger des Comitö's, der für so Manchen und für so Manches so hilfreich ist, vollständige Genesung verleihen. Breslau. Jede, auch die größte Gefahr, kann durch vorhergegangene Warnung abgewendet werden. Darum war in den biblischen Zeiten die nannn eingeführt , die gewiß eine der weisesten Verordnungen in dem blühenden Kranze unserer religiösen Vorschriften war. O, daß wir auch heute noch eine solche nannn besäßen, daß doch heute noch das Gewitter, das sich über das Haupt manches nichtsahnenden Israeliten zusammenzieht, immer und zu jeder Zeit durch eine vorhergehende, wohlgemeinte Warnung abgewendet werden könnte! Es wäre dann freilich vieles beffer im Judenthum. — Eine solche Warnung will ich heute an meine l. Glaubensbrüder an allen Orten ihrer Zerstreuung, wohin diese gesch. Blätter, als Sendboten unseres Glaubens gelangen, ergehen laffen. Ich meine nämlich eine Warnung hinsichtlich der Missionsgesellschaften, die von Tag zu Tag an Ausdehnung zunehmen. Leider werden auch in unseren Tagen ihre eifrigen Bemühungen vom besten Erfolge gekrönt, so daß sie mit um so größerer Kühnheit sich auch an gesetzestreue Juden heranwagen und sie zu ködern suchen. Als Beweis hiefür erlaube ich mir, einen Fall anzuführen, der sich mir selbst vor wenigen Wochen ereignete. — Es war in den Zwischenfeiertagen des Pesachfestes, als ich mit meinem Freunde Herrn Jakob Todtmann, (dessen Name ich mit seiner Erlaubniß zur Bekräftigung meiner Worte hier ausdrücklich anführe) auf der Chauffse von Breslau nach Kleinburg spazieren ging. Wir unterhielten uns von der am Peffach in der Synagoge der orthodoxen Gemeinde gehaltenen Predigt des Herrn Di*. Löwe aus London, die die Armen in Jerusalem und den Bau der Pilgerwohnungen daselbst zum Thema und die Worte leschono habo bejeruscholajim zum Texte hatte und hier große Sensation erregte. Kaum waren wir wenige Schritte gegangen, als sich ein Herr, der das Gespräch gehört hatte, mit der Frage uns zugesellte, ob denn jetzt noch Juden nach Jerusalem gingen und ob die Israeliten Deutschlands denn wirklich noch auf einen Messias hofften. Wir bejahten ihm natürlich diese Frage, worüber er ganz erfreut schien, und höflichst um die Erlaubniß bat, uns begleiten zu dürfen. Wir gestatteten es natürlich und unterhielten uns auf dem ganzen Wege von der Zukunft Israels und den Messiashoffnungen der Juden. Kurz und gut, es dauerte keine 20 Minuten, so waren wir im Reinen, der Herr war-— ein Missionär, Namens Jakobsohn, der uns -- bekehren wollte. Risum tenaatis amicil Er selbst sprach, er hege noch die größte Hoffnungen für bie Zukunft Israels und könne sich mit den Ansichten Hengstenbergs, der das Judenthum einen vertrockneten Feigenbaum nennt, durchaus nichts befreunden. Dabei gab er mir ein Heft der hiesigen, von mir bereitin diesen Blättern erwähnten Missionszeitfchrift: „vidrs emetb,“ wo sich ein Aufsatz über „Israels goldene Zukunft" befände. Wir werdm, wenn eS die löbl. Redaktion gestattet, *) der Zeitschrift noch eine besondere Besprechung im „Israelit" widmen. Mein Zorn kannte keine Grenzen. Beim Abschiede sagte ich ihm Folgendes: Ich sei in Bezug auf das baldige Herannahen der Messiaszeit ganz seiner Meinung, besonders angeregt durch einen darauf hindeutenden Ausspruch unserer Weisen, der sich immer mehr bewahrheite: a«D' Nssin Kirnen 'upjn. Er hatte mich nur zu gut verstanden und ging von uns hinweg. — Ich erzähle dies nur aus dem Grunde, um den geschätzten Lesern dieser Blätter zu zeigen, wie diese Leute zu ihrem Ziele zu gelangen suchen, und sie zugleich zu warnen, von keinem dieser Menschen auf der Straße, Traktätchen, Zeitschriften und Bibeln, mit deren Vertheilung sie besonders freigebig sind, anzunehmen, und überhaupt sich mit ihnen in kein Gespräch einzulassen. In Breslau sind mir 3 Herren bekannt, die der Mssion angehören, nämlich Herr Roman, Herr Hartmann und Herr Jakobsohn. Möge dies jedem Unbefangenen zur Warnung dienen, damit er nicht unschuldig in die offenen Netze der Mission falle. Karpelles. Oesterreichischer Kaiferstaat. Nagy-K»roly, Jjar 5627. Als emsiger Leser und warmer Freund dys weitverbreiteten „Israelit" habe ich schon oft die Ueberzeugung geschöpft, daß Sie, hochwürdiger Herr Redacteur, bestrebt sind, aus allen Ländern Ihren geehrten Lesern Berichte zu bringen; erlaube mir daher, Sie um gefäll. Aufnahme nachstehenden Berichts zu ersuchen. Einer Einladung zufolge ging ich auf das vergangene Veßachfest nach Munkacs, woselbst ich Zeit und Gelegenheit hatte, mich ein wenig mit der Organisation der dortigen Gemeinde bekannt zu machen. Die Gemeinde zählt nahe an 2000 D"y"D, von denen der größte Theil den chassidischen Principien anhängt. — Die Gemeinde hat eine recht schöne Synagoge und zwei nicht minder schöne ü’icmo to. Die Gebete werden nach -psd ruD verrichtet. Die Synagoge wird nur von Deutschen besucht und die owno ^ro von Chassidim; im 1. Beth-Hamidrasch werden täglich vor nnniff nVsn -»pw-Vorträge gehalten; im 2. wird jedes halbe Jahr ein vvo auf ganz oum gemacht. Jedes Mitglied dieses D"rn wählt sich eine besondere 'roDö und beendet dieselbe in einem halben *) Recht gern! — Red.

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