Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1867)
- Date
- 1867-06-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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390; h> i'i : \ i; :‘i;■! Ä % 5; die 'sie ungebührlich umgangen, sodann vor dem kaiserlichen Thron in Ergebenheit ihre Bitte vortrugen, nachdem sie, die ersten Männer des Landes,*) noch von hundert ihrer Amtskollegen, von hundert Rabbinen,**) die zum Theil die Schüler ihrer Jugend, die Freunde ihres Alters, bevollmächtigt durch zustimmende Adressen und Gesuche an die königliche Hofkanzlei von zahlreichen Gemeinden und von ganzen Komitaten ihren Worten Nachdruck gaben, wo, fragen wir dann, ist die Willkür und Ueberhebung? Von welcher Seite geschah in diesem Falle die Herausforderung? Wo war das Recht und die Freiheit vertreten und wo die Anmaßung und Uebervormundung?! — Es ist uns wirklich ganz unbegreiflich wie Herr Lknyi, Vorsteher der isr. Religionsgemeinde in Pesth, diesen Thatsachen gegenüber, eine solche Anklage gegen die Rabbiner des Landes erheben konnte, unbegreiflich wie diese grelle Entstellung der Wahrheit in einem Memorandum, das den ostensiblen Zweck haben soll, die Interessen der Glaubensgenossen des Landes amtlich zu vertreten, zu vertreten gegen die höchste Behörde des Landes, gegen einen dee Edelsten unter den Edlen, den Mann der Wahrheit, des Rechtes und der hohen erhabenen Gesinnung — Platz greifen konnte. — Wir brechen hier ab, um nicht bitterer zu werden. Gegen die Schlußfolgerungen, die Herr Länyi aus diesen seinen grundfalschen und unwahren Prämissen gezogen, schreiben wir in einem andern spätem Artikel. (Schluß folgt.) *) Das Majestäts-Gesuch wurde überreicht von dem Rabb. Jesaias Benedikt in N. Kallü, Jeremias Low. in S. A. Ujhely, Menachem Eisenstädter in UngvLr, Joachim Katz in D. Keutz. I. Schreiber in St. Pöter, Juda Aszad in Sch Szerdähäly und an ihrer Spitze den Lehrer der größten Rabbiner-Schule S. W. Schreiber in Preßburg — Seit der Zeit hatten wir schon den Verlust des N. Kallöer und Szerdnhelyer Rabbiners zu beweinen. — **) Wir werden hier zu den in der lrühern Anmerk, schon gm. Rabbinen noch einige erwähnen, die zu dm 100 Mitunterzeichneten gehören, so auch in allgemeiner Uebersicht die Petitionen der Comitate nennen, um unsere Indignation auch dem ganz Uneingeweiheten faßlich zu machen. — Es unterstützten das Gesuch: David Deutsch in B. Gyarmat, Aron Landesberger in Großwardein, Hermann Manhcimer in Verbo, Mayer Pcrls in N- Karvly, A. Psethofer in Fraukirchm, Abr. Zwebner in Kobersdorf, Joachim Spitzer in Tab, Sal. Teitelbaum in M- Sziget mit ihrer Unterschrift, und mit Petitionen: 15 Gemeinden mit ihren Bezirkm des Zemplmer und Abayer Com. , die 4 Gem. Bezirke des Märmoroser, 8 des Särüs'er, 6 des Ber.gher Comitates, wie auch das ganze Ungher Com. und viele.einzelne Gemeinden und Ortschaften. — Wir fanden unter den 100 Unterzeichneten 2 Namen, die trotzdem sie mit den Intentionen aller andern in vollster Uebereinstimmung sind, doch wahrsch inlich nur aus Jrrthum in dieses Gesuch gekommen, da sie es warm, die für die Sache eines Seminars, auf streng religiöser Basis und nur auf ihr allein, das Wort führten. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus Württemberg. Im Jahre 1866 sind folgende israelitische Schul- und Vorsängerstellen ausgeschrieben und nachbenannten Lehrern definitiv übertragen worden: Am 6. Jan. wurde der Schulmeister Rödelsheimer in Kochendorf nach Pflaumloch, am 11. Juni der Schulmeister Maison in Archshofen nach Buchheim und am 30. Dez. der Amtsverweser Marx in Laudenbach ebendahin ernannt. Mit jedem dieser Schuldienste ist neben freier Wohnung ein fixes Einkommen von 400 fi. verbunden. Vensionirt wurde am 20. April der isr. Lehrer Wassermann in Lauch heim in einem Lebensalter von 57 Jahren und nach 30 Dienstjahren mit fl. 251. 22 kr.*) Im Etatsjahr 1865/66 sind an isr. Gemeinden zu Schulhausbauten 400 fi. Staatsbeiträge bewilligt worden. Österreichischer Kaiserftaat. 28ien, 27. Mai. Die kaiserlichen Consuln in Jassy und Bukarest sind angewiesen, gemeinsam mit den Vertretern Frankreichs sich aufs Lebhafteste der bedrückten jüdischen Bevölkerung anzunehmen. — Aus Bukarest wird gemeldet, der Fürst habe eine Inden- Deputation empfangen, welche über die, die jüdischen Einwohner der Moldau betreffenden Regierungsmaßregeln Beschwerde führte. Wien, 27. Mai. Die „W. A." meldet: In Bezug auf die gegen die jüdische Bevölkerung in Jassy und dem rumänischen Gebiete gerichteten Verfolgungen vernehmen wir, daß sowohl der k. k. Konsul in Jassy, als auch der k. k. Generalkonsul in Bukarest angewiesen sind, in Verbindung mit den Vertretern Frankreichs, denen von Seite ihrer Regierung gleichartige Instruktionen ertheilt wurden, sich auf das Lebhafteste zu Gunsten der Bedrückten zu verwenden. Eisenstadt, Ende Mai. Die in einer Note der löbl. Nedaction zu Rr. 20 als „ungenau" und „höchstens auf Oesterreich allein bezüglich" bezeichnete, aus dem „Fremdenblatt" entlehnte Notiz über die gewissenlose bisherige Gebahrung mit den palästinensischen *) Der Pensiomrte hat mit höherer Genehmigung seinen bleibenden Aufenthalt im Auslande, nämlich bei seinen Kindern in Amerika, genommen, weßhalb, so lange der Aufenthalt im Auslande dauert, zehn Procente an dem Ruhegehalte in Abzug kommen. Ili;