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Der Israelit · 1867-06-05 · Heft 23 (5.6.1867) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 23 (5.6.1867)
Date
1867-06-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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888 „Nach Spanien, nach Spanien!" jubelte die'Horde nnd setzte sich dann nieder, den leichten Sieg mit einem Trinkgelage zu feiern. Perez aber war froh, wenigstens für einige Zeit noch das Leben seines Herrn erhalten zu haben. (Fortsetzung folgt.) TJQ N'Z Callerie -er Nabdiner. Erste Centurie. Von E. Carmoly. (Fortsetzung.) 18. Durch seinen Onkel, R. Nachum Cohen, Bruder des R. Sabbatai Cohen und Schwiegersohn des R. Samuel Kaidenover, der in Sachtschewar Rabbiner war, wurde der junge Me'ir mit dem reichen und hochgestellten Moses Sachtschewar, Landesvorsteher des Posener Kreises, bekannt. Moses Sachtschewar gab ihm, um'sJahr 1677, seine Tochter zur Frau und ernährte ihn und seine Familie zehn Jahre lang. Während dieser sorgenlosen Zeit, wurde R. Me'ir, obgleich noch sehr jung, Dajnn in Sachtschewar und begann seinen Commenlar über den Tractat Sebachim, den er nach dem Muster seines durch obengenannte Heirath verbündeten R. Samuel Kaidenower's nnm ra-n, bearbeitete. Aber ehe er dieses Werk beendet hatte, zog sich ein Ungewitter über sein Haupt. Sein Schwiegervater lebte nur für sein bedrängtes Volk, und scheute kein Geld, sobald es sich um das Wohl seiner unglücklichen Brüder handelte; so entzog er einst 24 Personen, die durch Verleumdungen von dem Tribunal zu Lublin zum Tode verurtheilt wurden, durch große Summen Geldes diesem schrecklichen Tode und setzte sie auf freiem Fuß. Da kam der edle Moses Sachtschewar um sein und seiner Kinder Vermögen. R. Me'ir war nun genöthigt, für seinen und seiner Familien Unterhalt selbst zu sorgen; er nahm die Rabbinerstelle in Schidlowpe, dre ihm angeboten wurde, an. Er sah aber bald ein, daß daselbst wegen der vielen Gemeinde-Beschäftigungen sein Durst nach Wissen mehr gehindert als befördert werde. Glücklicherweise erhielt er bald einen Ruf nach Worms von Seiten des dortigen Banquier's, R. Samson Werthheim. Dieser edle Mann hatte in seiner Vaterstadt ein Lehrhaus zum Talmud-Studium gegründet, in welchem er mehrere gelehrte Rabbiner unterhielt. Kaum hatte er das Unglück von Moses Sachtschewar vernommen, so ließ er 1687 R. Me'ir und seine Familie nach Worms kommen. Hier fand er den Oberrabbiner Aaron Theomim, den gelehrten R. Ja'ir Chajim Bachrach, R. David Oppenheim, Rabbiner, die ihn alle sehr freundlich aufnahmen. Leider erfreute sich R. Me'ir nicht lange dieses Aufenthaltes, ,'denn schon im Jahre 1688 ließ Ludwig XIV feine Gruppen nach Deutschland einrücken. Werthheim, bekannt als kaiserlicher Banquier, flüchtete alsbald nach Wien. Die Abreise Wertheim's würde auf sein Lehrhaus wenig Einfluß gehabt haben, wäre nicht das künftige Jahr, den 13. Sivan 5449, Worms verbrannt und zerstört worden. Alle Einwohner mußten flüchten, und mit ihnen auch unser R. Me'ir. Sein edler Gönner in Wien verschaffte ihm aber bald das Rabbinat von Proßnitz in Mähren. Ein Jahr darauf, im Monat Elul 450, erlangte Samson Werthheim das Landrabbinat von Mähren für R. David Oppenheim. In Proßnitz, wo unser R. Me'ir vom Jahre 1690 bis 1700 das Rabbinat zierte, beendete er im Jahre 1693, seine ’tynn auf D’rp? dudd. Auch viele seiner Rechtsgutachten nn\SD d’je, erster Theil, schrieb er während seines Aufenthalts in Proßnitz, namentlich stand er in stetem Briefwechsel mit dem berühmten Chacham Zebi in Altona, mit dem er verschwägert war, denn sein Sohn R. Jsaac heirathete dessen Tocherr (Nr. 63. ’D-no -idnd n"w). — Doch wurde er so sehr von den Gemeinde-Angelegenheiten in Anspruch genommen, daß er dort weder Zeit für sein eignes Studium noch für das Studium der Schüler, die er zu unterrichten wünschte, fand. Sonderbare Sache! Der Ort, den er einst wegen Mangel an Zeit zum Studium verlassen hatte, Schidlowpe, war nun gerade der Platz, wohin er sich jetzt begab, um Muße zu seinem und seiner Schüler Studium zu haben. In der That in einem Gutachten (nn’ND D’J2> 1 Theil Nr. 43) schreibt er ausführlich, daß, während er in Mähren war, er wegen der vielen Beschäftigungen keine Zeit fand, um nur einen prüfenden Blick aus das Studium zu werfen, bis er in Polen in der heiligen Gemeinde Schidlowpe ausgenommen wurde, wo ihm Gott scharfsinnige Schüler bescheerte. In diesem Orte verweilte er 14 Jahre und ordnete dort den ersten Theil seiner Rechtsgutachtensammlung nebst seinen Novellen zum Traktat Sebachim. Schon 1701 nahm er von R. Abraham Brody eine Druckapprobation auf dieses Werk, und eine andere im Jahre 1703 von R. David Oppenheim. Jedoch erst 1714 schickte er einen Boten mit seinem Werke nach Amsterdam. (Fortsetzung folgt). Hierzu zwei Beilage«. Verantwortliche Redaction: Dr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf - Schnellpressendruck von I. GottSleben in Mainz. ■i •i i vi

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