Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1867)
- Date
- 1867-05-29
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447291-2447313--05178-2460671- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
371 lich sein, so kann dies auf folgende Weise ersetzt werden: Der Israelit vermiethet nämlich seinen Stall oder eine andere seiner Räumlichkeiten an den Käufer für ein zu vereinbarendes, und sogleich zu zahlendes Miethgeld, und wenn dies geschehen, so führt der Käufer das Vieh in diesen gemietheten Raum. Selbstverständlich braucht diese Vermiethung sich nur auf einige Stunden erstrecken, und Zwar nur sö lange Zeit, als zur erwähnten Handlung erforderlich ist. — Wie bereits oben bemerkt, kann nur ein Theil des trächtigen Viehes verkauft werden, das noch nicht Geborene aber, kann nach dem Religionsgesetze nicht verkauft werden und wenn dies irrthümlicher Weise dennoch geschehen, so hilft es nichts, und das geboren werdende Männliche ist wie oben erwähnt zu behandeln. Oesterreichischer Kaiserstaat. 2ßien. Unsere Glaubensgenossen in Oesterreich haben große Aussicht, nunmehr bald vollständig emancipirt zu werden. Bei der am 20. d. M. ftattgehabten feierlichen Eröffnung des Reichsrathes sprach sich der Präsident des Abgeordnetenhauses, Herr Ör. Giska, in folgenden Worten über die zur Ausführung zu bringenden Arbeiten aus: „Es ist viel nachzuholen, die Volkswohlsahrt ZU heben, Reformen in allen Gebieten einzuführen und Intelligenz auf allen Gebieten maßgebend zu machen, den Nationalitäten die Bedingungen ihrer Existenz ohne Bedrückung der Minderheit zu bieten, Autonomie den Ländern und Gleichberechtigung aller Co nfesstonen (Stürmischer Beisall) und die gleichen konstitutionellen Rechte wie unsere Nachbarn (großer Beifall), endlich den heiß ersehnten Ausgleich herbeizuführen, jedoch so, daß Alles gleiches Recht erhalte und die Gesammtheit nicht geschädigt werde. Wird der hier angedeutete Weg eingeschlagen, dann kann die Negierung auf die Mehrheit nicht nur hier, sondern auch aller Völker schließen." Donaufürstenthümer.. Jassy, 16. Mai. Die Mißhandlungen der Juden in der Stadt haben seit gestern Abends einen so gefahrdrohenden Charakter angenommen, daß einer der bedeutendsten Bewohner derselben, Senator Balsch, sich zum Erlaß eines Gesuches an den noch hier anwesenden Minister Bratianu veranlaßt gefunden hat. Auf Heller Straße werden arme Juden von bezahltem Gesindel überfallen und barbarisch malträtirt. Die Behörden haben sich bisher nur sehr lau, fast theilnahmslos diesen Vorgängen gegenüber benommen. Auch das Consularcorps hat noch kein Lebenszeichen zur Inschutznahme der arg Mißhandelten von sich gegeben. (Pr.) Aegypten. Alexandrien. Zu Gunsten der israel. Schule dahier wurde eine Verloosung veranstaltet. Unter den Preisen ist besonders eine prächtige, silberne Vase hervorzuheben, welche der unerschöpflichen Wohlthätigkeit der Frau v. Rothschild verdankt wird. Diese von dm einheimischen Israeliten gegründete Schule ist immer mehr im Zunehmen begriffen, trotz der Indifferenz der Regierung, die derselben noch niemals die geringste Unterstützung bewilligt hat. (Arch. ISr.) Persien. Aftrabad. Im Hause eines Juden brachen in der Nacht Räuber ein und erschlugen ihn, seine Frau und seine zwei Töchter. Die Räuber, vor Gericht gestellt, erklärten: Wir sind nur für unser Leben eingestanden, die Juden wollten uns umbringen. Die Richter stellten auch keine weitere Untersuchung an und sprachen die Räuber und Mörder aus Mangel an Beweis von der Anklage frei. (Jbri Anochi.) Amerika. Aochesler. Wir vernehmen, daß Herr Simon Magnus, ein reiches und wohlthatiges Mitglied der isr. Gemeinde zu Rochester, die Absicht zu erkennen gab, auf eigenen Kosten eine neue Synagoge, nahe bei dem gegenwärtigen kleinen und unbequemen Gotteshause, zu bauen. Die Baukosten für diese neue Synagoge und für eine Rabbinats - Wohnung sollen sich auf 7000 Dollar (17500 fl.) belaufen, welche Herr Magnus allein bestreiten wird. (South Easrern Gazette.) Feuilleton. David Hluöern und Hl. Salomo Wolcho. Bon Abraham Tendlau. (Fortsetzung.) m. Anders jedoch verhielt es sich anfangs und besonders während seines ersten Aufenthaltes in Portugal. — Am königlichen Hofe Portugals befand sich unter den königlichen Gebeimschreibern, die meistens um den König waren, ein edler Jüngling voll hoher Begeisterung, ein Sprößling aus dem Stamme Israels, der jedoch, als Sohn eines Zwang- oder Neuchristen, als Christ geboren und ausgewachsen war. Aus diefeu Jüngling machte die Ankunft Rnbeni's einen solchem Eindruck, und waren dessen Worte von so großem Einfluß, daß sich sein Herz der Buße und der Rückkehr zuwandte. Er wünschte sich deshalb mit Rnbeni zu berathen, wurde aber von demselben kalt ausgenommen; V