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Der Israelit · 1867-05-29 · Heft 22 (29.5.1867) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 22 (29.5.1867)
Date
1867-05-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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372 «r verließ indeß bald das Königreich, nachdem er mit Leib und Seele zum Judenthum zurückgetreten war, ging nach der Türkei und nahm den Namen Salomo Molcho an^). — Einige Zeit nachher kehrte er nach Italien zurück^), und obwohl als Christ geboren und so lange dem Gesetze Mosis fast gänzlich entzogen, so hielt er doch, kurz nach seiner Rückkehr, öffentlich Vortrage in allen Gegenden Italiens, wo Juden weilten, so wie er deren sckon vorher im Orient gehalten, und sprach wunderbare Worte über das schriftliche und mündliche Gesetz, sowohl im offenbaren als im geheimen Sinne, herrlich und außerordentlich, wie dergleichen noch nicht vernommen worden, so daß Niemand begreifen konnte, wie der junge Mann zu solcher Weisheit gekommen, und er wohl sagen durfte, ein Engel Gottes habe ihm alles Das offenbart. — Er war ein schöner, reichbegabter, gottbegeisteter Jüngling, von Herrlicker Gestalt, fromm und edel, und man durfte auf ihn das Wort der Schrift anwenden: „Und Gott gab Salomo Weisheit und Erkenntniß außerordentlich!" und leicht fand der Glauben Eingang, daß er einer der Sendboten des Messias sei, gekommen, die Ankunft der messianischen Erlösung zu verkünden. Salomo hatte keine Scheu, vom Gesetze Gottes vor Königen und Fürsten zu sprechen, und eben so offen sprach er, als er nach Rom und vor den Papst 3) Nach einem Schreiben des portugiesischen Gesandten in Rom vom Jahre 1531 an den König von Portugal (Grätz Gesch. der Juden Bd. IX, Note 4) war der bisherige Namen Molcho's höchst wahrscheinlich Diogo Pires. 41 Er verweilte in der Türkei und in Palästina etwa von 1526—28. — Clemens VII. kam. Clemens wandte sich demselben wohlwollend zu, obgleich seine Umgebung zum Theil dagegen war, besonders von der Seite her, welche gern den milden Papst zu scharfen, inquisitorischen Maaßregeln gegen die Neuchristen bewogen hätte. Clemens gab Salomo einen in seinem Namen geschriebenen und untersiegelten Freibrief, daß er sich aufhalten dürfe, wo es ihm beliebe, und sich auch offen als Israelit bekennen dürfe. Auch in der Lehre der Kabbala that Salomo sich hervor und offenbarte daraus manches anmuthige, tiefsinnige Wort und schrieb es nieder5 6). Cr hielt Borträge in Bologna, so wie in andern Städten Italiens und von allen Seiten eilte man zahlreich herbei, um seine Weisheit zu hören und ihm Fragen vorzulegett, und er wußte aus Alles genügenden Bescheid, so daß man zu ihm sagte: „Cs ist wahr, was wir über Dich vernommen, und wir haben noch größere Weisheit bei Dir gefunden, als wir erwartet." — Salomo's Namen erscholl bereits im Morgen- und Abendlande, und seine Worte, getragen von Mund zu Mund, erzeugten eine unbeschreibliche hoffnungsvolle Aufregung fast in der ganzen Judenheit. — Aber auch den Neid und das Widerstreben Vieler erweckte er; doch konnte man ihm in Italien nichts anhaben, da er angesehene und mächtige Gönner hatte. Er schloß sich Rubeni an, so daß sie in jener Zeit eng verbunden schienen. — (Fortsetzung folgt.) 5) In den beiden Werken: Zopber hammephoar (älteste Ausgabe: Salonichi 1529) und Chajath kaneh (Amsterdam und Prag 3 a.). — A W Z E I Ci E ü. Erklärung. In der Extra-Beilage zu Nr. 15 des „Israelit" habe ick gelesen, daß Herr G. Oppenheimer in Nastätten für mich 35 kr. Spenden zur Linderung der Hungersnoth gegeben hat. Diesem edlen Wohlthäter sage ick hiermit meinen herzlichsten Dank. raicn 'k 'so. Um so überraschter war ich, aus einem von Herrn I. Blumenthal in Paris an Herrn Hirsch Berliner dahier gerichteten Brief zu vernehmen, daß von den Spenden, die Herr Blumenthal hierher sendet, mir kein Antheil zukommen solle, weil ich in Jerusalem und in Deutschland als reicher Mann bekannt wäre. Herr Blumenthal ist jedoch falsch berichtet, trotzdem er schon mehrmals hier war. Freilich besitze ich G. f. D. ein eigenes Haus; aber an baarem Gelde bin ich ebenso arm als alle übrigen Nethdürftigen dahier und glaube auch, daß meine Wirksamkeit für das allgemeine Wohl Jerusalems, meine Reisen nach Deutschland, Dänemark, Schweden, Rußland, Polen, Ungarn u. s. w., woselbst es mir gelungen ist, 70 Comite's für die Spendensammlung zu errichten und dies alles, ohne daß ich dabei das geringste Interesse für mich suchte — mich berechtigt machen, einen entsprechenden Antheil an den gesammelten Geldern zu beanspruchen und dm mir, wie ich hoffen will, Herr Blumenthal fernerhin nicht versagen wird. Jerusalem, April 5627. _M. Sachs. n einer Universitätsstadt wird für ein einzelnes Haus ein cm ff gesucht; Gehalt nebst völlig freier Station 15 Gulden monatlich; Nebenverdienste. — Francs- Offerten übermittelt d. Red. d. Bl. sud Nr. 395. —

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