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Der Israelit · 1867-05-22 · Heft 21 (22.5.1867) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 21 (22.5.1867)
Date
1867-05-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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356 kannte Lied „Komm zu uns rc." singen gelehrt. Ich bemerkte 3 oder 4 ältere Mädchen, welche die Verse. in welchen der Name.vorkam, nicht mitsangen und dies immer, wenn der persönliche Name darin enthalten war. Doch unser Lehrer ist ein befähigter Mann, begabt mit vielem Verstände. Einige Tage darauf wurde in der Schule über diesen Gegenstand eine Diskussion eröffnet. Die Lehrerin sagte den Kindern, daß sie durchaus nicht von ihnen wünsche, das Lied mitzusingen, wenn sie nicht ..... lieben wollen. „O," riefen mehrere junge Stimmen, „ich liebe allein die älteren Mädchen gaben ihnen einen Stoß. Doch das hat nichts zu sagen, sie werden das Lied hören und durch das lobenswerthe, edle Beispiel ihres neuen Lehrers aufgemuntert, hoffe und glaube ich, daß sie bald lernen werden, zu lieben und preisen den Namen desjenigen :c. rc. Das Zimmer war mit einem schönen Weihnachtsbaum decorirt und viele paffende Texte zierten die Wände." Man sieht, welch' großen Gefahren die Kinder unserer Glaubensgenossen zu Beirut ausgesetzt sind. Feuilleton. David Arrömi und W. Salomo Wotcho. Von ilbraham Tendlaii. (Fortsetzung.) n. David Rubeni suchte um eine Audienz bei dem Könige von Portugal, Johann III., an; sie ward ihm gewährt. Er nahm seine Dolmetscher mit, da er nur hebräisch und arabisch zu sprechen verstand, und als er nun an den Hof des Königs und vor den König kam, begann er: „Ich bin ein Hebräer und verehre den Gott des Himmels. Die Könige Israels, welche jenseit Chalach's und Chabor's residiren, haben mich zu Dir, mein Herr und König, gesendet. Dich um Hilfe zu bitten. O stehe uns bei, daß wir hinziehen und Soliman, den Türken, bekämpfen und seiner Hand das heilige Land entreißen". „Dein Kommen sei in Frieden!" antwortete ihm der König; „mache Dich auf, ich will Dich an den Pabst senden, und was er spricht, das will ich thun. Da meine Schiffe die indischen Meere befahren, so! weiß ich, daß Deine Berichte der Wahrheit getreu sind, j weiß, daß in jenen Gegenden jüdische Königreiche sich befinden. Ich werde deßhalb ein Schreiben an den I Pabst richten und Dir die Wahrheit Deines Berichtes! bestätigen." Rubeni dankte dem König für die freundliche Aufnahme und verabschiedete sich dann bei ihm. Er ver-! weilte noch einige Tage in Lissabon, bevor er seine Reise fortsetzte. — In Liffabon lebten damals viele und angesehene sogenannte Zwang- oder Neuchristen, auch Anusim oder Marannen genannt, die von Spanien her sich dort angesiedelt. Diese, lange schon des Zwanges überdrüssig, den sie sich anthun mußten, schenkten den Worten Rubem's um so williger Vertrauen und sprachen zu einander: „Er ist unser Erlöser, den Gott gesendet!" Sie sammelten sich um ihn und ehrten ihn sehr. — Rubeni machte sich nun auf den Weg, zog durch Spanien, und überall, wohin er kam, strömten ihm Viele zu, die dort zerstreut als Scheinchristen lebten, und leider ward er ihnen zur Falle, da sie sich hierdurch neuen und um so größern Verfolgungen aussetzten. — Von Spanien ging er nach Frankreich und weilte einige Zeit in Avignon; von da ging er nach Italien, weilte in Mantua, Bologna, Ferrara. — Ueberallhin führte er sehr kunstvoll gearbeitete Fahnen mit sich, beschrieben mit heiligen Namen. Auch zeigte er ein Schreiben vor, mdem er sagte: „Mein älterer Bruder, ein König Israels, mit Namen Joseph und wie ich, ein Sohn des Königs Salomo und ein Nachkomme Davids des Sohnes Jsai's hat es mir, als seinem Feldherrn zur Beglaubigung übergeben, geschrieben im Namen des Königs und untersiegelt mit dem Ringe des Königs." — Gar Viele glaubten an Rubeni in jenen Tagen; Viele geriethen aber auch, wenn er so zu ihnen sprach, in Furcht und sagten: „Und was sollen wir mit unseren Frauen anfangen, wenn wir alle in den Kampf ziehen, und mit dm Kindern, die sie uns geboren?"— „O, deren gibt es ebenfalls in unserem Lande," antwortete er; „seid nur ohne Furcht, Gott fehlt es nicht an Hülfe." — Jetzt ging er nach Nom und verweilte mehrere Monate da, bis die schriftliche Bestätigung seiner Worte vom Könige von Portugal eintrof." Er wurde in feierlicher Audienz vom Papste Clemens VII. empfangen und soll in Wahrheit denselben um Hülfe gebeten haben, besonders um seine Empfehlung an die Könige der Christenheit, daß man ihn unterstützen möge mit metallenen Kriegswerkzeugen aller Art, so wie mit tüchtigen Werkmeistern, auf daß er alles das mit sich nach Arabien führe und ihre Feinde vernichte. Dafür versprach er, dem Papste manchen andern Vortheil zu verschaffen, besonders in Rücksicht auf die Herrschaft über einige Strecken in jenem Lande, um so mehr, als seine Hauptabsicht sei, die Juden jener Gegenden zu sammeln und sie in das gelobte Land zurückzuführen, in das alte und ewige Erbtheil Israels. — Pabst Clemens nahm, wie erzählt wird, alles das gütig auf, entließ Rubeni in Ehren und schickte ihn mit einem eignen wohlausgerüsteten Schiffe nach

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