Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1867)
- Date
- 1867-05-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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348 W"! 1: ■,!;h k -;> -s- , ■ <■- Mährens «nd Böhmens, wenn auch nicht als Czechen, so doch als Deutsche, in bestem Einverständnisse mit ihren czcchischen Brüdern leben mögen und daß doch bald, recht bald die Zeit herannahe, in der sich die Völker und Nationalitäten Oesterreichs nicht mehr ihrer Religion und Sprache halber anfeinden und bedrücken, sondern daß sie alle in Friede und Eintracht dem großen Ziele des wahren Friedens entgegen gehen und die Vaterlandsliebe das einzige Band sei, das die Bewohner unseres theuern Vaterlandes umschlinge, damit auch Oesterreich in die Pölkerreihe eintrete, die bald, trotz aller bevorstehenden Kriege, sich kampfesmüde zum ewigen Frieden die Bruderhand reichen wird; wo dann das erhabene Gotteswort -)ru:> orrty ntsu »jki sich bewahrheiten und alle Völker Tropfen werden — Des Stromes, der in sein Bette Sich tief und tiefer wühlt, Bis er die letzte Kette Der Menschheit fortgespült. Rabb.-Candidat G. Karpelles. Schweiz. Bern. In Locle, nahe bei Chaux de Fonds lebt ein Greis, Namens Moses Weil, welcher im Monat Januar 1767 geboren und demnach mehr als 160 Jahre alt ist. Er befindet sich noch ganz wohl; nur seine Augen sind etwas geschwächt. Erst neulich trug er noch Kurzwaaren herum und bestieg die hohen Berge. In Anbetracht seines hohen Alters wurde ihm die Steuer nachgelassen. (Arch. Jsr.) Frankreich. Paris. Der „Moniteur" vom 29. April theilt Folgendes für die israel. Soldaten mit: „das Osterfest der Israeliten beginnt dieses Jahr am 19. April und dauert bis incl. den 27. d. M. Gemäß der Ordre des Marschalls, Kommandanten des ersten Armeekorps, sind diejenigen Soldaten, die der isr. Konfession angehören, wie in den früheren Jahren, während der Dauer dieses Festes von allem Dienste befreit. Diejenigen, welche in der Stadt liegen, dürfen an den beiden ersten Abenden bis 11 Uhr ausbleiben, die in den Festungswerken dürfen diese beiden Nächte in der Stadt verbringen. Die übrigen Abende muffen sie, wie gewöhnlich, um 9 Uhr in ihrer Kaserne sein. Paris. Die Alliance JsraÄite Universelle hat von Sir Scott ein Legat von 25,000 Francs erhalten. Testamentsvollstrecker ist Baron Anton v. Rothschild in London. Sir Scott, englischer Unterthan, hat diesen pseudonymen Namen anstatt seines Familiennamens, welcher Blumenthal war, angenommen, als er im Jahre 1859 als Freiwilliger in die italienische Armee eintrat. Er kämpfte unter Garibaldi und erhielt eine Wunde, in Folge deren er lange leidend war, wurde später zum Offizier ernannt und erhielt den ital. Orden. Im November v. I. starb er in Venedig. Er war ein eifriger Israelit und muthiger Vertheidiger unserer Sache. Zur Zeit des Feldzuges Garibaldi's im Jahre 1860 bat. er den General um die Erlaubniß, mit einigen Genossen, als Kapuziner verkleidet, nach Rom zu reisen, um den jungen Mortara aus seinem Kloster zu entführen. Wegen uuvermutheter Abreise wurde dieser Versuch nicht ausgeführt. Sir Scott liebte es, unter dem Schleier der Anonymität Gutes zu thun. Unter dem Namen „Makkabäer" war er Mitglied der Alliance und bedachte sie oft mit vielen Gaben. (Arch. Isr.) Paris. Einem Schreiben, das der Präsident des Sabbat-Vereins in Frankreich, Herr Bernard Merzbach zu Paris, an den Redakteur des Univers richtet, entnehmen wir, daß dieser Sabbat-Verein über 60 Mitglieder als Gründer desselben zählt und nur die Genehmigung der Regierung abgewartet wird, um demselben eine weitere Verbreitung zu verschaffen. Als kleinster jährlicher Beitrag wurde 6 Frcs. festgesetzt. Metz. Freitag den 12. April fand im Beizimmer des neuen Hospitals zu Metz die Einweihung dieses Hauses statt. Man bemerkte unter den Anwesenden, außer dem Konsistorium, dem Oberrabbiner und den verschiedenen isr. Administrationen, den Herrn Bürgermeister von Metz, Präsidenten der Hospicien- Kommission, welcher das Etablissement in allen seinen Theilen besichtigte. (Arch. Isr.) England. London, 10. Mai. Die britische Gesellschaft zur Verbreitung des Christenthums unter den Juden, hat eine Einnahme von 7140 L. (84,000 fl.). Der berichterstattende Secretär dieses Vereins gestand zu, daß die Bekehrungen der Juden zum christlichen Bekenntnisse hinter den Erwartungen der Gesellschaft zurückgeblieben seien. Dieselbe hat 24 Missinäre in England und über den Continent verstreut. Einer derselben, der bei der Pariser Weltausstellung stationirt ist, hat dort bereits 300 Excernplare der heiligen Schrift, darunter 200 Exemplare in hebräischer, englischer, französischer und deutscher Sprache vertheilt. O st r n d i e n. Caleutta, 22. Fcb. Herr A. Kaufmann gibt in den „ Arch. Isr." folgende Schilderung einer isr. Hochzeit in Ealcutta, welcher er kürzlich beiwohnte. „Gegen 8 Uhr des Abends begab ich mich in das Haus des Bräutigams, woselbst in einem großen hellerleucheteten Saale eine große Menge Leute, die einen aus Indien, die anderen aus Bagdad und anderen Gegenden Arabiens, versammelt waren. In einem angrenzenden Zimmer unterhielten sich einige Verwandten, Stookah rauchend (indische Pfeife). Der