Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1867)
- Date
- 1867-05-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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338 ich doch unser heiliges Fest, so viel als möglich, feiern «ill, so fragte ich Sie nach dem Tage des Neujahrs". „„Aber woher wußten Sie denn, daß ich Jude bin?"" „Das will ich Ihnen sagen. Es ist mir bekannt, daß hier kein Jude wohnt, ich begegnete auch bis jetzt noch keinem; wohl aber dachte ich, daß durch Zufall einer oder der andere hier weile, sei es wegen Geschäfte, sei es wie bei mir zur Herstellung seiner Gesundheit. Ich beschloß nun, auf der Promenade oder in der Nähe der Post einen B'&nun d»d> bv zu pfeifen, wohl wissend, daß diese Melodie nur die Aufmerksamkeit eines Juden auf sich ziehen würde. Wirklich wiederhole ich diese Melodie schon einige Tage, bis endlich Sie derselben Aufmerksamkeit schenkten, was Sie ja durch Ihr Umsehen bewiesen. Das ist sicher ein Jude, dachte ich, und so erlaubte ich mir die an Sie gestellte Frage." Natürlich gab ich ihm die gewünschte Auskunft; unterdeß waren wir nach der Post gekommen; es war die höchste Zeit, der Postillon hatte bereits sein Horn zum Abfahren erschallen lassen. Wir drückten uns herzlich die Hand, wünschten uns gegenseitig rma nD’nro rmo, und fort eilte der Wagen, der Heimath zu. Im Wagen selbst beschäftigte mich diese Begegnung sehr. Ist doch ein heiliges Volk, ein rvnp LZ) dieses Israel! Dieser Tapfre, der eine so hohe Stelle bekleidet, er sinnt auf Mittel, wie er den Tag erfährt, an welchem das heilige rui^n ipso ist, und kaum läßt er die bekannte Melodie erschallen, so vibrirt solche in der Seele des andern Juden. Wahrlich, ein heiliges Band umfaßt ganz Israel, und wenn auch Mancher seiner Söhne abtrünnig — Israel bleibt doch Israel. ANZEIGEN. prontra p-Qjn by Ion Dienstag, 30. April, dj i"s H di\ starb Woses Oppenheimer von hier. Sein Tod hat in unserer Religionsgemeinde eine sehr fühlbare Lücke entstehen lassen. Nicht nur als Vorsteher der Gemeinde förderte er nach Kräften deren Wohl, sondern auch in seiner Eigenschaft als Jude überhaupt fühlte er sich bewogen, für die Kräftigung des echt jüdischen Geistes, für die Förderung des ganzen, unverfälschten Judenthums zu wirken und in diesem Streben weder Ruhe noch Geld zu sparen. Sein Augenmerk war hauptsächlich auf mm gerichtet, und wie dieses seine tägliche Beschäftigung war, so suchte er auch andere dafür zu gewinnen. Diesem Streben entsprang auch die min -no^n man, welche er noch in seinem letzten Lebensjahr gründete. Er war ein edles, zu allen Opfern fähiges Glied unserer Gemeinde, ein wohlthätiger und redlicher Mensch und ein frommer, gottbegeisterter Jude. n"3"s"j"n. König im O. Die Mitglieder der hiesigen Religionsgemeinde r Gustav Rothschild, isr. Lehrer. Benj. Straus. Wolf Strauß. Alexander Herzfeld. Abraham Ehrmann. Marx Mannheimer. Abraham Behrmann. Max Behrmann. Mainz, den 7. Mai 1867. Im Interesse des Judenthums erlaube ich mir an sämmtliche Herren Rabbiner nachfolgende Anfrage zu stellen: 1) Ist es dem Juden erlaubt, in einem jüdischen Gasthause zu speisen, in welchem am Peßachfeste 'so und pnn gereicht wird und sich Beides auf dem Wirthstische befindet; ist ein solcher Wirth nneo nprna für das ganze Jahr, oder ist nicht vielmehr seine Wirthschafr für's ganze Jahr mD'N nprra? 2) Ein Wirth, der am ms? öffentlich Cigarren raucht, ist dessen Wirthschaft als ivd zu betrachten? Man bittet sehr sämmtliche Herren Rabbinen, besonders auch diejenigen in Pfalz-Bayern, um ihre Ansicht._eh: Hauslehrer gesucht! Es wird ein jüdisch gebildeter Hauslehrer gesucht, der auch in andern Wissenschaften zu unterrichten befähigt ist. Am Besten würde die Stelle für einen Kandidaten sich eignen, der seine Universitätsstudien vollendet hat und sich im Talmudischen noch äusbilden will, wozu reichlich Gelegenheit gegeben ist. — Der Unterricht ist für's Erste an zwei Knaben von 10 und 9 Jahren zu ertheilen. — Hauptbedingungen sind: echte Religiosität, gründliche, jüdische und profane Bildung. Gehalt nebst völlig freier Station 200Thlr. pr. C. Franco-Operten sub Nr. 391 wird bic Slcbac^ tion des Israelit übermitteln._ pariser Weltausstellung. Deutsche Glaubensgenossen, welche sich nach Paris begeben und Kost und Logis in einem respectablen, jüdischen Hause zu erhalten wünschen, können sich deßhalb an die Damen Bloch, Inhaberinnen eines Pensionats, rue de la Tour 24, Paris - Passy, wenden, welche die nöthige Auskunft ertheilen werden.