Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1867)
- Date
- 1867-05-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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336 Amerika. □ New-Pork, 27. März. Vor einiger Zeit wurde ein Jude in New-Iork wegen Einäscherung seines versicherten EigenthumS processirt. Daraufhin traten drei dortige Feuerversicherungs-Compagnien zusammen, nämlich: „Germania", „Manhattan" und „Republik" (Manhattan ist der Name der Insel, worauf New-Uork steht) und beschlosien: „daß künftig Versicherungen jüdischen Eigenthums von keinem Agenten der Gesellschaft, sondern nur von ihr selbst und zwar nach strengster Prüfung vorgenommen werden dürften". Einen solchen Hieb in's Gesicht konnte man sich nimmermehr gefallen lasten. Vor Allem griffen die jüdischen, besonders die orthodoxen Blätter, die Gesellschaft auf's Heftigste an, und viele, namentlich die Philadelphier Israeliten ließen ihre Versicherungen löschen. Nun suchten sich die Gesellschaften in den englischen und deutschen Blättern zu entschuldigen, und nannten iür Vorgehen: Beschützung vor „Juden-Risiko"! Diese Erklärung wurde wieder angegriffen von Setten des Herrn G. Paul, Agent einer Philadelphier Gesellschaft und gebührend zurückgewiesen, indem er eine solche Handlungsweise als widerwärtig und schamlos brandmarkte (Philadelpher „Freie Presse" vom 26. März). Dasselbe geschah in noch besserer Art durch den Vergleich jener Religionshasser mit Amalek, der sich wie die Fliege auf eine kleine Wunde des Körpers setzend, um da ihren Stachel hineinzusenken, die Nachzügler der Israeliten überfiel und mit den Müden und Schwachen derselben den Krieg begann. Palästina. Jerusalem, den 4. Nissan. Heute den 4. Nissan wurde hier die Grundsteinlegung der neuen Gebäude vorgenommen, ein feierlicher Akt, wie er hier wohl noch nie gesehen wurde. Früh war der Himmel umwölkt, Mittags aber zur großen Freude der Bevölkerung zertheilten sich die drohenden Gewitterwolken, und die Sonne trat rein und hell hervor. In den Armen- und Pilgerwohnungen war Alles zum Empfang der Gäste bereit, und Nachmittags 4 Uhr war der erste der geladenen Gäste, welcher kam, der Vertreter Oesterreichs, Hr. Jakob Pasquale in Begleitung mehrerer angesehener türkischer und griechischer Einwohner, dann kam der Vertreter Preußens, Herr Dr. G. Rosen mit Frau Gemahlin, Hr. Ingenieur Schick und der Chefarzt des Baron Rothschild'schen Spitals, Herr Dr. R. London, Herr Ober-Rabbiner Mayer Auerbach mit sämmtlichen Rabbinen der Aschkenasim, Hr. Ober-Rabbiner David ben Simon von der Marokkaner und Algierer Gemeinde, dann mehrere Chachamim der Sephardim und Mugrabies. Sämmtliche eingeladenen Gäste versammelten sich im Pilgerzimmer der Armen- und Pilgerwohnungen auf Zion, und dann begaben sich die Hrn. Confuln und sämmtliche hier Versammelten auf den 20 Schritte entfernten Bauplatz, wo die Gruben behufs Fundamentslegung gegraben waren. In der Mitte des Bauplatzes stand der Tisch, auf welchem die Dokumente lagen. Hier unterschrieben sämmtliche Hrn. Consuln und Hr. Ober-Rabbiner Mayer Auerbach, Hr. David ben Simen, Ober-Rabbiner der Marokkaner und Algierer Gemeinde, Hr. Doktor London, Hr. Ingenieur Schick und sämmtliche Hrn. Rabbinen die bereit liegenden Dokumente. Nachher begab sich Hr. Ober-Rabbiner Mayer Auerbach in den für den ersten Stein bestimmten Graben, senkte den Stein, und that dann unter Gebeten die auf diesen Akt bezüglichen Dokumente nebst mehreren Münzen in bas in den Stein gehauene Loch, worauf dasselbe geschlossen und vernietet wurde. Der Hr. Ober-Rabbiner erwähnte in einer ergreifenden Rede der Verdienste des verstorbenen Hrn. Salomon Ulmann, für den dieser Stein bestimmt ward. Hr. Consul Dr. Rosen in Begleitung seiner Gemahlin, Herr Jakob Pasquale, Herr Dr. London und Hr. Ingenieur Schik begaben sich in die andere Grube, wo Hr. Consul Dr. Rosen persönlich den Stein für den seligen Professor Munk legte. Hr. Jakob Pasquale versenkte den dritten Grundstein. Das Lokal-Comit« legte die übrigen drei Steine für das Central-Comit« und die wohlthätigen Spender. Eine Seltenheit war es für die Bevölkerung, daß die Herren Consuln persönlich den Grundstein zu einem jüdischen Armen- und Pilgerhause legten. Während der hier geschilderten Funktion wurden von den Kindern der sämmtlichen hier bestehenden Schulen und Anstalten die Psalmen gelesen, beim Einfahren in die Gruben spielte man die österreichische und preußische Volkshymne, und am Schluffe wurde das Mincha- Gebet und ein Segen fitr die wohlthätigen Stifter gesprochen. Abraham Montz. Feuilleton. David Fluöeni und Fl. Salomo Wolcho ). Von Abraham Tendlau. I. Wohl lehren die Weisen 2): „Wenn ein Fremdling kommt, um in den Bund Gottes einzutreten, so 1) Vergl. Schalschel. Hakkab. 34 b. — Dibre haj. von R. Jos. Ha - Cohen 90 b. — Jgger. Orchot Olam von R. Abr. Perizol (Pharesol) Cap. 14. — Mikweh Israel von R. Men. b. Israel Cap. 7. 2) Wajikr. Rab. Par. 2.