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Der Israelit · 1867-05-08 · Heft 19 (8.5.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 19 (8.5.1867)
Date
1867-05-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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311 Maroth u. s. w. wurden durch eine in den Gemeinden Mährens veranstaltete Collecte gedeckt, die jedesmal ein erfreuliches Resultat liefert und die jüdische Barmherzigkeit immer auf's Schönste bewährt Auch läßt die Verwaltung der Anstalt den israelitischen Sträflingen alle mögliche Rücksicht angedeiven. Sie haben ihre eigene Synagoge, in der sie täglich | ihren Gottesdienst abhalten und Phylakterien anlegen dürfen, was ihnen sonst nicht gest-Utet war. Am Sab-! bat ist ihnen das Arbeiten erlassen; sie versammeln! sich an diesem Tage in ihrer Synagoge und bringen; ihn mit erbaulichen Betrachtungen zu. — Es ist rührend zu sehen, wie diese Leute, wenn ihnen ihre Fehler und Verbrechen in einer erschütternden Strafpredigt dargestellt werden, in Thränen zerfließen und ihr Unrecht bereuen. — Wie die statistischen Berichte der Anstalt Nachweisen, hat sich in den letzten 10 Jahren die Zahl der Juden immer vermindert. Im Jahre 1856, als mein theuerer Vater '"3 sein Amt als Religionslehrer und Prediger der isr. Sträflinge vertrat, war ihre Zahl 70. In dreiem Jahre ist sie aus 45 geschmolzen. Die meisten derselben sind wegen Betrug und Veruntreuung verurtheilt, wegen Raub, Mord keine 5. Es ist dies gewiß charakteristisch. In der Strafanstalt selbst ließ sich noch kein einziger Jnde etwas zu Schulden kommen. Zum Schluffe erlaube ich mir noch die Worte meines theuren Vaters bei derselben Gelegenheit anzuführen: Ich schließe mit den Worten der frommen Beruria: „Mögen die Sünden von der Erde schwinden, so werden auch die Sünder nicht mehr sein," so daß die Anzahl der isr. Sträflinge an rn-erer Strafanstalt nicht zu, sondern abr h.nen möge. — Gustav Karpeles. Pesth. Bei Gelegenheit der i a Pesther deutschen Theater zu Gunsten des wohlthätigen Vereines „Concordia" abaehaltenen Vorstellung verfügte sich der Präses dieses Vereines auch zu dem Mmisierpräsidenten, Graf Julius Andrassy, um ihn zum Bemche der Vorstellung einzuladen. Bei diesem Anlaffe sprach sich der Ministerpräsident in sehr anerkennender Weise über die Haltung der Israeliten Ungarns aus und beauftragte Herrn P., seinen Glaubensgenossen der Sympathien zu versichern, welche er, der Minister sowohl, als auch alle Mitglieder des Kabincts für die baldige politische Vollberechtigung derselben hege. Kalladai. Am 5 v. M. starb der budweiser und taborer Kreisrabbiner. Herr Jakob Maler, der hier seinen C»tz hatte, im hohen Alter. Der Verstorbene war ein vorzüglicher Talmudgelehrter aus der altern Schule, und erfreute sich wegen seines leutseligen Benehmens in beiden genannten Kreisen der allgemeinen Beliebtheit. Davon zeugte auch das am 7. v. M. stattgefundene Leichenbegängmß, zu welchem aus nahen und fernen Gemeinden die Leute herbeiströmten, um dem hochgeehrten Seelenhirten die letzte Ehre zu erweisen. Die Lokalrabbinen aus Tabor, Budweis und Tutschap, die Herren Klemperer, Wunder hielten inshaltsvolle, alle Anwesenden zu Thränen rührende Leichenreden; auch die Herren Lehrer sprachen auf dem Gottesacker einige tiefgefühlte Worte des Abschieds. Der Herr Vorsteher der Beerdigungöbrüderschaft schilderte nach vollzogener mno das Leben und Wirken des- Verblichenen, und beklagte den schweren Verlust den unsere Gemeinde durch dessen Tod erleidet. Bei dieser Ansprache blieb kein Auge trocken. Der Gemeindevorstand faßte den Beschluß, den Sterbetag des sel. Kreiscabbiners — 'w tik alljährlich nach religiösem Brauche zu feiern. (Abendland.) Italien. Florenz. Der „Educatore Jsraelita" gibt folgende Skizze von einem jungen italienischen Glaubensgenossen, der aus Liebe zu seinem Vaterlande in die Armee trat und aus dem Schlachtfelde seinen Tod fand. Dieser Patriot hieß Moses D'Esdra und war Regimentswundarzt. Nachdem er in Rom, feiner Vaterstadt , und in Pisa studirt und die vorgcichriebene Prüfung in ehrenhafter Weise bestanden hatte, begann er im Jab.re 1816 seine Praxis. Als nicht lange darauf Veneüen sich gegen Oesterreich erhoG trieb ihn sein PatrrotiSmus zur Armee, in welche er als Freiwilliger eintrat und zum Sanitäts-Offizier avancirte. Erwurde in diesem Krieg mit dem patriotischen Massimo d'Azeglio, der damals Oberst war, bekannt. Als dieser Offizier in einem Treffen verwundet wurde, ließ er sich nur von Herrn Esdra heilen, welcher durch die geschickte Behandlung des Verwundeten dessen volle Zuneigung gewann. Im Jahre 1849 nahm er an der Vertheidigung Roms Antheil. ging dann nach Turin, wohin er von seinem Beschützer d'Azeglio, der ihn von den Gefahren, die ihm drohten, zu retten wünschte, eingeladen wurde. Später lebte er in Florenz, wo er sich durch seine medicinische Geschicklichkeit bald einen hohen Ruf erwarb. Im Jahre 1859, als der Krieg mit Oesterreich ausbrach, trat er wieder als Saniläts - Offizier in die Armee und blieb von dieser Zeit an auch bei derselben. Sein Ruf stieg immer höher. In der Schlacht von Custozza setzte er sich dem größten Kugelregen aus und als er nicht weit von dem Orte, wo er stand, einen verwundeten Offizier bemerkte, eilte er mit seiner gewohnten Unerschrockenheit, sich selbst vergessend, zu dessen Hilfe herbei; da traf rhn die Kugel eines Oesterreichers, die ihn sofort tödtete. Florenz. Das Central- ComitL für die jüdischen Angelegenheiten in Italien hat an sämmtlichen Ge-

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