Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1867)
- Date
- 1867-05-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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VIII. Jahrgang. Beilage z« Nr. 19 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Dürkheim, im April. Hochgeschätzter Herr Redakteur! Nicht bloß Ihr unbegrenztes Wohlwollen für alles die Förderung des Judenthums und dessen unvergleichlicher Literatur Betreffende, sondern auch Ihr warmes Bestreben, die Leser Ihrer weitverbreiteten Zeitschrift mit allem auf dem Gebiete der letzteren Austauchenden bekannt zu machen einerseits, andererseits aber auch die schöne und äußerst verdienstvolle Sache selbst, die unbestritten die ausgedehnteste Theilnahme verdient, veranlaßt mich, an Sie die innige Bitte zu richten, einen „ Aufruf" des Redakteur des „Hamaqid" in Nr. 12 seines Blattes hier übertragen wiedergeben zu wollen! Seine Worte sprechen so sehr für sich selbst, daß sie weder eines Commentars, noch einer sonstigen Bemerkung von Nöthen haben. Sie lauten wie folgt: „Aufruf an alle verehrlichen Mitglieder des Vereins „Mekize-Nirdamim!" Nach einer einleitenden Erklärung, weshalb der Druck und die Ausgabe der Veremsschriften vom zweiten Jahre seines Bestehens, später als beabsichtigt wurde, vor sich gehen konnten, und nach wahrhafte Theilnahme erregenden Mtttheilungen von den vielen Unannehmlichkeiten die dem Hauptleiter des Vereins (Hr. Redakteur Silbermann) in Folge jener Verzögerung von verschiedenen Vereins-Mitgliedern und Agenten zu Theil wurden, die den Betreffenden sehr wenig Ehre machen, fährt er in folgender Weise fort: „ Nun will ich die Wahrheit gestehen und nicht verhehlen, daß, nachdem ich mein schwieriges Werk zum zweiten Male vollendet hatte, ich den Vorsatz zu fassen im Begriffe war, das Unternehmen nun ganz fallen zu lassen. Wenn auch meine Seele sehr unter dem Gedanken litt, ein so großes, zum Besten der hebräischen Literatur in's Leben gerufenes Werk, und die seit vielen Jahren damit gehabten Mühen und Plagen in eitel Nichts sich auflösen zu sehen, so ist dasselbe doch viel zu groß und schwer, als daß ich dessen mächtige Last auf meinen Schultern allein tragen könnte, und dies ist ja, wie Sie alle wohl wissen, in Wahrheit der Fall, da die anderen Vorsteher des Vereins es von vornherein abgelehnt haben, sich mit den sachlichen Schwierigkeiten lebhaft befassen zu wollen. Also dachte ich, und hätte beinah' den festen Entschluß gefaßt, diese schwere Last von meinen Schultern zu wälzen; da fiel mir noch ein Weg ein, auf dem vielleicht zu dem Ziele zu gelangen wäre, dessen Erreichung ich bereits in meinem Innern aufgegeben, und um mir sagen zu können, daß ich Alles gethan habe, was zur Erhaltung dieser großen Sache überhaupt gethan werden konnte, will ich auch diesen Weg versuchen, bevor ich meine Hände von diesem, zu Ehren Israels gegründeten Werke zurückziehe. Das größte Hinderniß nämlich zur würdigen Erhaltung des Vereins ist kein anderes, als der Zwang, mit dem Drucke der Werke nicht eher vorgehen zu können, als bis wenigstens tausend Mitglieder zu dem betreffenden Jahrgange ihren Beitrag eingezahlt haben. Darüber vergehen gewöhnlich mehrere Jahre; die Mitglieder aber, die recht frühzeitig den Beitrag eingesendet haben, verlieren wiederum nur zu bald die große Tugend des Zuwartens, und mit dieser zugleich die Liebe und Anhänglichkeit zum Verein. Deshalb kann diesem auch kein sicherer Bestand in Aussicht gestellt werden, so lange nicht die Mittel vorhanden sein werden, die herauszugebenden Schriften in jedem Jahre ohne Verzögerung drucken lassen zu können. Nur einen Fond von dreitausend Thalern, und wir sind an dem heiß ersehnten Ziele wohlbehalten angelangt!." Was jetzt kommt, werden die geschätzten Leser des „Israelit" von selbst errathen, und brauche ich deßhalb wohl kaum erwähnen, daß Herr Silbermann in den wärmsten Ausdrücken an alle milden Herzen, an alle Freunde und Gönner der hebräischen Literatur die Bitte richtet: ihr Wohlwollen und ihre Theilnahme für den Verein durch beliebige Beiträge kundzugeben, die an einen der folgenden Herren eingesendet werden können: Sir Moses Montefiore Bart., Ramsgate (England). Dr. L. Loewe, Brighton (England). Dr. Albert Cohn, Paris (Rue Richer 42). Banquier M. Strassun, Wilna (Rußland). Particulier M. S. Magnus, Königsberg (Preußen). L. Silbermann, Lyck (Ostpreußen). Alle Herausgeber jüdischer Zeitschriften werden von dem Redakteur des „Hamagid" freundlichst gebeten, seinem „Aufruf" die Spalten ihrer Blätter zu öffnen; der „Israelit" ist nunmehr dieser freundlichen Aufforderung nachgekommen; mögen die anderen bald Nachfolgen! Dr. Adolf Salvendi, Bezirks - Rabbiner. Breslau. In meinem vorigen Schreiben habe ich der trefflichen Elementarschule des Dr. Josef als der einzigen jüdischen Anstalt Breslau's erwähnt. Nun könnte man mich vielleicht Lügen strafen, wenn man