Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1867)
- Date
- 1867-05-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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308 lei, ein Geschäft anzufangen. Glauben Sie, daß ich Ihnen etwas Unmögliches anrathen wollte? Nicht doch, ich leihe Ihnen tausend Dollar zur Einrichtung und gebe Ihnen einen unbeschränkten Credit für Maaren, die Sie meinem Lager entnehmen. Sie miethen einen Laden, und wenn Sie ein tüchtiger Kaufmann find, so werden Sie in kurzer Zeit ein gemachter Mann sein!" „„Herr Nathansohn/"" entgegnete ich, vor Aufregung zitternd, „wie soll ich Ihnen so viel Güte danken? Allein ich kann, ich darf Ihre Güte nicht mißbrauchen. Wenn nun das Project mißlingt und ich außer Stande sein werde, meine Schuld abzutragen?"" „Machen Sie Sich darob keine Sorge! Das Projekt wird unter göttlichem Beistände gelingen — und wenn nicht, nun, ich bin ja Ihrem Vater noch die Zeche für die damalige Bewirthung schuldig." Unter dem Beistände meiner Freunde schritt ich bald zur Ausführung. Samuel, mit dem ich die kindlichen Freundschaftsbande aufs Neue und diesmal fester geknüpft hatte, kannte, als in Amerika eingebürgerter Mann, die dortigen Verhältniste durch und durch und wußte meinem Laden einen Anstrich zu verleihen, der demselben bald einen Namen bei der vornehmen Welt New-Yorks verschaffte. Bald war ich im Stande, das Darlehen zurückzuzahlen, und sogar meinen Eltern eine nicht unbedeutende Unterstützung zu senden; und als sich Herr Nathansohn überzeugt hatte, daß ich ein tüchtiger, solider Geschäftsmann sei, da verweigerte er mir seine Tochter Friederike nicht, um deren Hand ich ihn am Jahrestage der Eröffnung meines Geschäftes ansprach. Was wäre aus mir geworden ohne die Gastfreundschaft meines Vaters? Als ich nach mehreren Jahren mit Weib und Kindern einen Besuch in der Heimath machte, war der sehnlichste Wunsch meiner Eltern erfüllt. Jetzt ruhen sie beide im Grabe; ich aber mache es mir zur Aufgabe, gastfrei zu sein wie sie, und nicht bloß für Arme, sondern auch für Wohlhabende ein offenes Haus zu haben, wenn ich ihnen dadurch gefällig sein kann; meine Mittel erlauben mir das in ausgedehnter Weise. Ich bin mit meiner Geschichte zu Ende. „Aber," werden Viele meiner geehrten Leser fragen, „was bedeutet der sonderbare Titel dieser Erzählung?" — Ihnen diene zur Nachricht, daß es die Anfangsworte sind, mit denen der Talmud (Sanhedrin 103 b.) die Wichtigkeit der Gastfreundschaft einleitet, deren Verweigerung Ammon und Moab auf ewig von Israel entfernt und deren Gewährung Jithro mit unserm großen Lehrer Moscheh aufs Innigste verbunden hat. (Nach Inhalt, Reim und Rhythmus.) von Abraham Tendlau. Wer heiligt den Siebten, so wie sich's gehört, Wer hütet den Sabbat und ihn nicht entehrt, Nach seinem Thun wird Lohn ihm gewährt, Nach Lager und Fahne *) wird jedem bescheert. Die Ihr dem Tempel entgegen seht, Gleich Denen von Sinai den Sabbat begeht, Erhebet die Hände zum Dankgeb-t: „Gelobt sei Gott, deß' Ruh" uns umweht!" — Ihr, Abrahams Söhne, den Gott so geliebt! O feiert den Sabbat doch ungetrübt! Und gebet ihm freudig, was Bürgschaft ihm gibt, 2) Den Tag zu feiern hat's Gott ja beliebt! — Der Thora sei auch am Sabbat gedacht, Sie beide umschließet bräutliche Pracht, 3) Mit beiden hat Gott die Reinen bedacht, Als Er sein Werk am Siebten vollbracht. Der Tag ist heilig von Anfang bis End', Ihn ehret wer sich zu Jakob bekennt, Und gönnet ihm Ruhe und oönnt ihm die Spend', Ihn feiern soll Jeder, der Jude sich nennt. Sei gnädig den Deinen im strengen Gericht, Die feiern den Sabbat verlasse sie nicht, Es freu' sie Dein Haus, es leuchte Dein Licht, Es lab' und erquick' sie Dein Angesicht! Beschütze, o Gott! in jeder Gefahr, Die ehren den Sabbat ganz und gar! — Du, Israels Gott, deß' Liebe so wahr! Du, Israels Hülfe für immerdar! *) Vergl. 4. B. M. 1, 52. — 2) Wir haben uns gestattet, leareb erubo in der andern Bedeutung von erab zu nehmen; im Grunde ist ja die Bedeutung mischen und jemand vertreten, für ihn bür gelb» dasselbe. — 3) Nach dem Midrasch sprach die Thora vor dem Heiligen, gelobt sei Er'.: „Herr der Welt! Wenn Israel in das Land eingezogen sein wird, dann wird sich Der zu seinem Weinberg und Jener zu seinem Oelbaum wenden, was soll da mit mir werden?" — Da antwortete ihm der Heilige, gelobt sei Er!: „Ich habe einen Genossen (sag), den will ich Dir zugesellen, und so werden sic einen Tag von ihrer Arbeit ruhen und Zeit haben, sich mit Dir zu beschäftigen." — Vergl. indessen auch Ber. rabbe par. 11. — Hierzu zwei Beilagen. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf-Schnellprefsendruck von I. GottSleben in Mainz.