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Der Israelit · 1867-05-01 · Heft 18 (1.5.1867) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 18 (1.5.1867)
Date
1867-05-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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296 zu ertheilen, da die bestehenden Bethäuser für die jüdische Population Wiens vollkommen genügen. Wien, 19. April. Im Schooße des israelitischen Gemeindevorstandes in Pesth werden Berathungen gepflogen über ein Memorandum, welches man dem Ministerium zu überreichen gedenkt, und in welchem die Einberufungen einer jüdischen Landes-Versammlung urgirt werden soll. Zweck dieser Versammlung soll sowohl die Regelung der Gemeindeverhältnisse als auch die Verwendung des jüdischen Landesfonds sein. Pesth, 12. April. Sonntag machte der Lehrkörper der israelitischen Lehrer-Präparandie seine Aufwartung bei dem ungarischen Minister für Cultus und Unterricht, Baron Eotvös. Auf die Ansprache des Directors dieses Institutes entgegnet« der Minister: „Ich weiß wohl, daß die rationelle Volkserziehung ein Hauptfactor des Gemeinwohles und einer der wichtigsten Zweige der Administrative ist. In unserem Vaterlande steht der Volksunterrrcht leider noch nicht auf der Stufe, auf welcher ich ihn wünsche; doch seien Sie überzeugt, daß ich mit allen Kräften bestrebt sein will, denselben mit den Ansprüchen des Zeitgeistes in Einklang zu bringen. Die Israeliten bewiesen stets großes Interesse für ihre Elementarschulen, und nur diesem schreibe ich es zu, daß unter ihnen die Intelligenz in so schönem Maße verbreitet ist " Italien. Padua. Eine interessante Frage wirft sich in Italien in diesem Jahre auf. Die Existenz der Rabbinerschule in Padua ist nicht mehr gesichert; man hat schon davon gesprochen, eine Neue in Livorno zu gründen. Durch die eingetretenen Veränderungen in der Konstitution Italiens und bevor schon Venetien mit ihm vereinigt wurde, war diese Anstalt bedroht; einerseits fand man es mit dem Patriotlsmus nicht übereinstimmend, daß die italienischen Rabbinen auf fremdem Boden gebildet werden; anderseits zeigten viele italienische Gemeinden wenig guten Willen, diese Anstalt für das allgemeine Interesse zu unterstützen. Nunmehr ist Padua eine italienische Stadt und der erste Einwand ist demnach weggefallen, außerdem hat Padua die Tradition für sich; bedeutende Professoren lehrten und lehren daselbst. (Arch. Js.) Amerika. . St. Franziseo. Es wird unfern Lesern wahrscheinlich mcht bekannt sein, daß der Kommandeur Samuels, 1. Capitän der dem James G. Bennet jr. gehörigen Jacht Henrietta, die bei der vor kurzem stattgefundenen Ocean-Wettfahrt, den Preis errungen — Jude ist. Samuels, in Philadelphia geboren, war früher viele Jahre Capitän und Eigenthümer eines Segelschiffes und hat sich durch schnelle Fahrten (so z. B. hatte er die Tour von New-York nach Liverpool in 15 Tagen gemacht) eine Art Berühmtheit erworben. , (Hebrew.) Crnernnali. Der Juden - Missionar A. I. Levi in Cincinnati hat jüngst seinen jährlichen Bericht veröffentlicht. Demselben entnehmen wir, daß seine Einnahme im verfloffenen Jahre 1315 Dollar, seine Ausgabe 1415 Dollar beträgt. Er selbst bezieht einen Gehalt von 1223 Dollar. 155 Dollar brauchte er für hebräische Bibeln, Testamente (?) und Psalmbücher und 36 Dollar für Druckereien. Er besuchte im Laufe des Jahres 575 Familien in Cincinnati und andern westlichen Städten, sprach auf den Straßen, Dampfbooten und in Eisenbahnwagen mit 200 Personen über den christlichen Glauben, vertherlte ungefähr 14,000 Abhandlungen, 25 hebräische, 5 deutsche . und 5 englische Bibeln, 4 hebräische Psalmbücher, 10 hebräische, 11 deutsche und 12 englische Testamente. Am Schluß des Berichtes theilt Herr Levy mit, daß als Resultat dieser Bemühungen ein Jude zum christlichen Glauben übergegangen ist. (Cincinnati Jnquirer.) Ostindien. Bombay. Die „ Bombay Gazette" berichtet von einem glänzenden Bankett, welches unser Glaubensgenosse, Herr Abdulla David Saßon in Bombay, zu Ehren des Statthalters vor dessen Rückkehr nach England gehalten hat. Nachdem dieselbe von der Pracht, die bei dieser Gelegenheit aufgewendet wurde, gesprochen, fährt sie in folgenden Worten fort: Herr Abdulla David Saßon ist der älteste Sohn des vor nicht langer Zeit verstorbenen David Saßon. Die Verdienste des Verewigten sind allgemein bekannt. Er war nicht nur für Bombay, sondern auch für ganz Ostindien ein großer Wohlthäter; er hat die meisten Wohlthätigkeitsvereine in unserm Lande gegründet, Schulen errichtet, für deren Erhaltung er durch Stiftungen sorgte und viele Spitäler gegründet. Sein Geschäft erstreckte sich von England aus über Japan, Persien, Arabien, Indien und China und war er in der Geschäftswelt allgemein bekannt. Sein Tod wurde überall betrauert. Zum Tröste der unglücklichen Menschheit hat er seinem obengenannten Sohne nicht bloß seinen Ungeheuern Reichthum, sondern auch seine vielen Tugenden als Erbschaft hinterlaflen. Herr Abdulla David Saßon zeichnet sich ebenfalls durch seinen Wohlthätigkeitssinn aus. Er ist bei der Regierung sehr angesehen und hat das Ansehen seines Hauses durch die Gaben seines Geistes und

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