Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1867)
- Date
- 1867-05-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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267 dem Pent. Das regelmäßige Zeit«, im Kal, das bis zur größten Fertigkeit und Sicherheit einzuüben ist." „3. Klaffe. Uebers. aus den übrigm histor. Büchern der Bibel. Das ganze regelmäßige Zeitw. Anfang der Lehre von den unregelm. Zeitw. Lesen von UNvokalifirtem Hebräisch." „4. Klaffe. Leichtere Psalmen und prophetische Abschnitte. Fortgesetzte hebr. Sprachlehre mit Analysirübungen. Uebers. geeigneter Aufg. aus dem Deutschen oder Englischen in's Hebräische." „5. Klaffe. Rabbinische Literatur, z. B. aus der Mischnah der Tract. Aboth und eine Auswahl von Stellen aus Berachoth, Seder Moed und Seder Resikin; Einl. zu Bechai's Choboth ha-Lebaboth, Maimonides H. Jeßode ha-Thora oder H. Theschubah, oder sonstiges Geeignete aus der ethischen und populärtheol. Literatur des Mittelalters; Stellen aus rabbinischen Commentaren zur Bibel, etwa Raschi zu einigen Abschnitten u. s. w." „6. Klaffe. Die Entwickelung irgend eines Punktes in der Halachah wird, soweit es in einer solchen Schule thunlich, genetisch-historisch aus den Quellen verfolgt, eben dadurch, daß man rückschreitend mit einem Siman aus dem Schulchan-Aruch beginnt, durch Tur und Rambam zum Talmud sich wendet, und endlich an die biblische Stelle gelangt, die als die letzte geschriebene Quelle gegeben ist, oder indem man von der biblischen Quelle ausgeht, und die bezügliche Weiterentwickelung in Mischnah, Gemara und Codices bis zur spätesten Gestaltung herab verfolgt. Dadurch wird dem Schüler nicht bloß Kenntniß, sondern auch die große und fruchtbare Erkennmiß zu Theil, daß oft spätere jüdische Satzungen „„Bergen, die an einem Haare hängen,"" zu vergleichen sind, und in der besten Weise wird er in einen wichtigen Theil jüdischer Lileraturkunde eingeführt." Die jüdische Schule ist zu wichtig, als daß wrr nicht uns freuen sollten, sobald auf irgend einem Fleck der weiten Erde das Streben sich zeigt, eine solche entstehen zu lassen; doch, je größer unser Jntereffe ist für etwas, das gezeitigt werden soll, umsomehr wird es auch unsere Pflicht, den Grund genau zu prüfen, der dem neuen Gebäude bestimmt ist, umsomehr tritt an uns das Gebot heran, auf etwaige Schäden, die sich in diesem Grunde finden sollten, aufmerksam zu machen. Die Schule, deren Plan Herr Felsenthal vorlegt, soll, wie bereits gesagt, eine sechsklassige werden, deren Ziel an sich allerdings ein hohes, aber kein zu hohes ist, das jedoch in zu weite Ferne gerückt, ja als unerreichbar angesehen werden kann, sobald wir die gegebenen Borbestimmungen näher in's Auge saffen. Der hebr. Unterricht soll nicht vor dem zehnten Jahre beginnen (S. 22), meint Herr F., weil durch das Vielerei die Kräfte des Kindes zersplittert werden können. Wir können diese Ansicht nicht billigen; wir wiffen aus Erfahrung, daß es der Geistesentwickelung des Kindes durchaus keinen Eintrag thul, sobald es mit dem Hebräischen in zartem Alter beginnt; wir wiffen aber auch andererseits aus Erfahrung, daß ein nur sehr begabtes Kind ein Erkleckliches erreichen kann, wenn es im späteren Knabenalter das Hebräische zu erlernen anfängt. Aber noch mehr: für den Unterricht im Hebräischen find in dieser Schule durch alle Klaffen 5 Stunden pr. Woche anberaumt; wer aber auch nur eine kurze Zeit praktisch als Schulmann gewirkt, wird wiffen, daß bei solch karger Zumeffung von Schulstunden selbst bei sehr begabten Schülern in einer Klaffe nicht das erreicht werden kann, was hier als Ziel gesetzt ist. Ueberhaupt erscheint die Aufnahme der religionsphilosophischen Schriften in den Schulen als Luxus; es könnte in der Zeit, die der Tractirung dieser Schriften zugewiesen wird, Erklecklicheres geleistet werden. Will man die Schüler mit den Systemen unserer Denker bekannt machen, so wird in den Stunden für jüdische Geschichte Gelegenheit genug geboten fein, an dieselben anzuknüpfen und sie zu besprechen. Für den Talmud- Unterricht in der 6. Klaffe ist jedenfalls nur der zweite von den vorgeschlagcnen Wegen der methodisch-richtige. — Bietet aber auch der Schulplan noch Mängel, so freut es uns doch, auf Bestrebungen hingewiesen zu sehen in einem Lande, in welchem das Materielle nur zu sehr bis jetzt den Vorsitz geführt hat und wo das Geistige bis jetzt nur dann seine Berechtigung gesunden, sobald es dem Materiellen diente und als zur Hebuna des Materiellen nothwendig befunden worden war. Mögen die von Herrn F. mit Wärme gesprochenen Worte ihren empfänglichen Boden finden, dann werden auch die Mängel, mit denen der Entwurf noch behaftet ist, wohl gehoben werden. Die Praxis wird, wie in den meisten Dingen, der Theorie schon nachhelsen. Zum Schluß wird auch noch die Frage eines Rabbrnerseminars für Amerikaner berührt, in welcher der Herr Redner zu dem Schluß gelangt, daß für's Erste in Amerika noch nicht der Boden für dasselbe gefunden werden könnte, und daher auf Deutschland verwiesen wird, woher sich Amerika seine Kräfte zu holen habe, und wohin auch die Amerikaner geschickt werden müßten, die einst als Rabbiner fungiren wollen. Wir haben gewiß dem nichts hinzuzufügen, wenn wir diese Worte von einem Manne hören, der die amerikanischen Verhältniffe aus eigener Anschauung kennt. Aber bei Besprechung der Leistungen deutscher Gelehrten erfährt auch das Grätze'sche Geschichtswerk eine Beurtheilung (S. 32), die uns nicht gerecht erscheint. Wir stehen durchaus nicht auf dem Standpunkt des Herrn Grätz und möchten nicht jedes seiner Worte unterschreiben, doch können wir noch so parteilos sein, um das wegwerfende Urtheil des Herrn F. über das Grätze'sche Werk abzuweisen. Wir möchten nur wissen, was Herr F. Styl nennt, wenn er den